Aktiencharts

Die grafische Darstellung von Aktienkursen

Aktiencharts sind grafische Darstellungen des Kursverlaufs bestimmter Aktien für einen definierten Zeitraum in Form eines Diagramms. Dabei wird die Zeit horizontal über die x-Achse erfasst, während der Kurswert des Papiers auf der vertikalen y-Achse verzeichnet wird. Soll der Chart längere Zeiträume erfassen, wird meist eine logarithmische Skalierung verwendet. Charts werden zum einen zur Dokumentation von Aktienkursen in der Vergangenheit und zum anderen zur Erstellung oder Untermauerung von Aktienempfehlungen mit Zukunftswirkung verwendet. Dabei nehmen die Anhänger der technischen Aktienanalyse an, dass sich aus der grafischen Darstellung von Kursverläufen Aussagen über die künftige Wertentwicklung ableiten lassen.

Die technische Analyse benutzt bestimmte geometrische Figuren, die angeblich als Indikatoren für eine bestimmte Kursentwicklung dienen können.

Aktien & Wertpapiere

Anhand von Aktiencharts lassen sich Aussagen über die Entwicklung von Aktienkursen über unterschiedlich lange Zeiträume treffen. Im Daytrading sind Beobachtungszeitrüme üblich, die oft nur den laufenden Handelstag und eventuell den Vortag erfassen. Die technische Analyse nutzt dagegen oft Charts, die den Kursverlauf über einen Monat oder über drei, sechs und zwölf Monate wiedergeben. Je nach Analysemethode sind jedoch auch Charts im Gebrauch, die Kursentwicklungen mehrerer Jahre abbilden. Solche Charts bieten eine grafische Darstellung der langfristigen Performance eines Titels, die manchmal sogar bis zur Börseneinführung der Aktie zurückreicht. Daytrader verwenden meist Charts, die sie realtime über das Börseninformationssystem ihres Brokers übermittelt bekommen. Ansonsten nutzen viele Anleger Charts, die Ihnen von den Kreditinstituten oder Onlinebrokern bereitgestellt werden, zu denen sie in einer Vertragsbeziehung stehen. Vielfach werden Charts auch in Börsenbriefen und Zeitschriften für Kapitalanleger publiziert.

Aktiencharts sinnvoll nutzen

Wer Aktien günstig handeln möchte, nutzt häufig Charts in unterschiedlichen Darstellungsformen. Viel genutzt werden Balkencharts, die für einen vorher zu definierenden Intervall den Eröffnungskurs, den Höchst- und Tiefstkurs sowie den Schlusskurs abbilden. Dabei wird der Eröffnungskurs als waagerechter Strich auf der linken Seite, der Schlusskurs auf der rechten Seite dargestellt. Beim Linien-Chart werden jeweils die Schlusskurse eines bestimmten Intervalls abgebildet und durch eine Linien verbunden. Bei Intraday-Charts spielt diese Darstellungsart ein wichtige Rolle, da so jeder Tick mit einem eigenen Wert erfasst wird. Kursschwankungen innerhalb des vorgegebenen Intervalls werden nicht erfasst. Wird der Linienchart als Tick-Chart verwendet, ist darauf zu achten, dass die Zeitachse oft nicht linear dargestellt werden kann, da die Zahl der Ticks innerhalb eines bestimmten Intervalls häufig erheblich schwankt. Der Candelstick-Chart, auch Kerzenchart genannt, lässt ähnlich wie der Balkenchart die Erfassung der Eröffnungs- und Schlusskurse sowie der Höchst- und Tiefstkurse innerhalb eines bestimmten Intervalls sowie der Schwankungsbreite zwischen beiden Extremen zu. Die Spanne zwischen Eröffnungs- und Schlusskurs werden als Rechteck dargestellt, das weiß oder hohl gezeichnet wird, wenn der Schlusskurs über dem Eröffnungskurs liegt. Im umgekehrten Falle wird das Rechteck schwarz ausgefüllt. Dieses Rechteck wird als Körper einer Kerze betrachtet, sodass dieser Chart die englische Bezeichnung Candlestick trägt. Zusätzlich wird ein oberhalb des Schlusskurses liegender Höchstkurs als Strich oberhalb des Rechtecks dargestellt, ein unterhalb des Schlusskurses liegender Tiefstkurs als Strich unterhalb des Rechtecks.

Wenn Sie einen Ausblick auf die künftige Kursentwicklung wünschen und dazu die Titel mehrerer Unternehmen einer Branche gegenüberstellen möchten, können Sie einen Vergleichschart nutzen, bei dem die Kursverläufe mehrerer Titel in einem Chart überlagernd dargestellt werden. Technische Analysten achten auf bestimmte, als charakteristisch definierte Chartmuster. Dabei spielen Gaps, also Kurssprünge zwischen zwei aufeinander folgenden Zeitintervallen, ebenso eine Rolle wie Spikes, die ein deutliches Hoch oder Tief zwischen dem vorausgehenden und dem folgenden Intervall markieren. Solche Figuren wie auch Trendlinien und Trendkanäle werden oft als Trendsignale (Umkehr oder Bestätigung) gedeutet. Aus Aktiencharts werden regelmäßig Empfehlungen abgeleitet, die das Kaufen, Verkaufen oder Halten bestimmter Titel beinhalten. Im Hinblick auf die Strukturierung eines Depots lauten solche Empfehlungen oft auch dergestalt, dass bestimmte Titel übergewichtet, gleichmäßig gewichtet oder untergewichtet werden sollen.

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