Aktiendepot

Wertpapiere in einem Aktiendepot verwahren

Ein Aktiendepot ist ein bei einer Bank oder Sparkasse bzw. einem hierzu gesetzlich autorisierten Finanzdienstleistungsunternehmen geführtes Konto, in dem Aktienbestände aufgezeichnet und nach Transaktionen zugeschrieben bzw. abgebucht werden. Auch Aktienübertragungen werden darin dokumentiert. Grundsätzlich gelten für Aktiendepots dieselben gesetzlichen Bestimmungen wie für Wertpapierdepots generell.

Insbesondere sind die Auskunfts- und Dokumentationsregeln des § 154 der Abgabenordnung und des § 8 des Geldwäschegesetzes anwendbar. Bei Eröffnung eines Depots müssen alle Daten angegeben werden, die im Kontoabrufverfahren an auskunftsberechtigte Behörden zu übermitteln sind. Dazu gehören die Nummer des Depots, das Datum der Eröffnung und ggf. der Auflösung, der Name und das Geburtsdatum der das Depot eröffnenden Person und eines eventuell hiervon abweichenden wirtschaftlich Berechtigten. Hier ist auch die Adresse anzugeben. Sollte es verfügungsberechtigte Personen geben, die weder das Depot eröffnet haben noch hieran wirtschaftlich berechtigt sind, sind auch die Namen und Geburtsdaten dieser Personen zu dokumentieren.

Aktien & Wertpapiere

Das Aktiendepot dient ausschließlich der Dokumentation von Beständen und Bestandsveränderungen. Die mit dem Aktienhandel verbundenen Geldbewegungen finden hier keinen Niederschlag. Investoren, die aktiv traden, besitzen bei der depotführenden Bank meist auch ein Girokonto, über das die finanziellen Transaktionen wie Zahlungen beim Aktienkauf, Eingang von Erlösen beim Aktienverkauf und Gutschriften von Dividenden und Zuflüssen beim Verkauf von Bezugsrechten abgewickelt werden. Mit der Inhaberschaft an einem Aktiendepot ist keine Aussage über die materielle Rechtsinhaberschaft am Depotbestand verbunden. So kann eine Abtretung des Depotbestands oder eines Teiles hiervon auch außerhalb des Depots stattfinden. Ein Depotkonto kann als Einzel- oder beim Gemeinschaftskonto geführt werden. Beim Gemeinschaftskonto ist danach zu unterscheiden, ob die Inhaber nur gemeinsam verfügungsberechtigt sind oder jeder Inhaber allein über den Kontobestand verfügen kann. Im erstgenannten Fall wird von einem Und-Konto gesprochen, im anderen Fall von einem Oder-Konto. Die Verbuchung von Depotbeständen erfolgt neutral, sodass eine Einstufung in Risikoklassen oder eine sonstige inhaltliche Bewertung nicht stattfindet.

Ein Aktiendepot eröffnen und unterhalten

Die Eröffnung eines Depots erfolgt mit einem Depotvertrag. Dieser enthält eine schriftliche Dokumentation der Rechte und Pflichten beider Vertragsparteien. Das depotführende Kreditinstitut übernimmt dabei die Pflicht zur rechtssichernden Verwahrung und Überwachung der im Depot gehaltenen

Bestände. Dazu gehört auch die rechtzeitige Benachrichtigung des Depotinhabers über die Ausübung von Bezugsrechten, Teilnahmerechten an Hauptversammlungen und über die Wahrnehmung von Abfindungsangeboten und Übernahmeofferten. Eine Empfehlung ist mit solchen Benachrichtigungen aufgrund des Depotvertrages nicht verbunden, da aus dem Depotvertrag keine Pflicht des Kreditinstituts zur inhaltlichen Beratung des Depotinhabers folgt. Etwas anderes gilt nur dann, wenn die Depotbank aufgrund anderweitiger vertraglicher Beziehungen zum Depotkunden eine materielle Beratungspflicht im Verhältnis zu diesem trifft. Die Wertentwicklung der im Depot gehaltenen Aktien liegt ansonsten in der Verantwortung des Kunden.

Da heute der stückelose Wertpapierverkehr dominiert, ist der Regelfall beim die Depot die Girosammelverwahrung. Dabei findet der Kauf und Verkauf sowie die Übertragung von Aktien ohne Bewegung der effektiven Stücke statt. Das Depotguthaben repräsentiert rechtlich den der Menge der verbuchten Aktien entsprechenden Miteigentumsanteil an den sammelverwahrten Wertpapieren, die beim Zentralverwahrer Clearstream aufbewahrt werden. Dabei ist zwischen im Inland begebenen und belegten Wertpapieren, die der inländische Zentralverwahrer in Besitz hat, und ausländischen Wertpapieren zu unterscheiden, die bei Zentralverwahrern im Ausland lagern, zu denen Clearstream Luxemburg in einer Vertragsbeziehung steht, die als CSD-Link bezeichnet wird. Zur Ausübung der Aktionärsrechte, etwa zur Teilnahme an einer Hauptversammlung, erhält der Depotinhaber eine Hinterlegungsbescheinigung, die ihn als Berechtigten ausweist und aus der sich der Umfang seiner Beteiligung am Sammelbestand ergibt. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht hat geregelt, wer eine Hinterlegungsbescheinigung ausstellen darf. In seltenen Fällen wird ein Aktiendepot in Streifbandverwahrung geführt. Hier sind bestimmte effektive Stücke einem Berechtigten individuell zugeordnet und werden gesondert verwahrt. Beim geschlossenen Depot stellt die Bank lediglich ein Tresorfach bereit. Außerdem gibt es Sonderdepots für an die Bank verpfändete Aktien.

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