Aktienfonds

Aktienfondsanteile für den Vermögensaufbau

Aktienfonds eignen sich unter bestimmten Voraussetzungen sehr gut zum langfristigen Ansparen eines Vermögens. Insbesondere für die Altersvorsorge hat sich die Aktienfondsanlage außerordentlich bewährt. Grundsätzlich ist der Kauf von diesen Fonds nur Sparern zu empfehlen, die einen Anlagehorizont von mindestens fünf bis zehn Jahren oder nach Möglichkeit sogar von einem noch längeren Zeitraum haben, sowie eine überdurchschnittliche Risikoneigung besitzen. Nach Zusammensetzung und Art des Managements lassen sich verschiedene Fonds auf der Basis von Aktien unterscheiden. Diese Fonds weisen spezifische Chancen und Risiken auf, die vor der Anlageentscheidung gegeneinander abzuwägen sind.

Investmentfonds auswählen und vergleichen

Bei Aktienfonds handelt es sich stets um offene Fonds. Dies bedeutet, dass weder die Summe des Fondskapitals noch die Zahl der Anleger begrenzt ist. Im Gegensatz zu geschlossenen Fonds ist bei dieser Fondsart ein Kauf von Verkauf von Anteilen für Investoren jederzeit möglich. Allerdings ist der Handel mit Fonds stets mit Kosten in Form von einem Ausgabeaufschlag, Orderprovisionen und anderen Transaktionskosten verbunden. Aus diesem Grund ist es nicht empfehlenswert, Fonds allzu häufig zu veräußern beziehungsweise zu kaufen. Stattdessen sollten Anleger mit viel Sorgfalt und nach gründlicher Information eine fundierte Auswahlentscheidung für bestimmte Fonds treffen und deren Anteile möglichst lange halten.

Verschiedene Arten von Fonds

Aktienfonds sammeln wie alle anderen Arten von Fonds auch Kapitalbeträge in unterschiedliche Höhe von privaten und institutionellen Anleger ein. Die Stückelung der Anteile ist dabei meist relativ klein, so dass auch Kleinanleger ohne Probleme Fonds kaufen können. Das Fondsmanagement investiert diese Gelder in verschiedene Aktien. Die Auswahl an Unternehmensanteilen orientiert sich dabei stets an der Konzeption des Fonds, wie sie im Fondsprospekt veröffentlicht wird. Besonders weit verbreitet sind Fonds, die sich auf den Kauf von Unternehmensanteilen aus bestimmten Branchen oder Regionen konzentrieren. So werden zum Beispiel Ökofonds angeboten, die ausschließlich Aktien von Unternehmen kaufen, die auf eine nachhaltige, umweltverträgliche Weise wirtschaften. Emerging Marktes Fonds legen ihren Schwerpunkt auf Anteile von aufstrebenden Unternehmen aus Schwellenländern. Genauso kann der Erwerb auf Aktien beschränkt werden, die von Unternehmen bestimmter Größe und Indexnotierung herausgegeben werden. Dachfonds wiederum erwerben ausschließlich Anteile an anderen Aktienfonds und bilden so eine besonders große Marktbreite ab.

Darüber hinaus wird zwischen aktiv gemanagten Aktienfonds und Passivfonds unterschieden. Bei Fonds mit aktivem Management überprüfen hoch spezialisierte Fondsmanager auf der Basis von aktuellen Informationen und Prognosen laufend die Erfolgsaussichten der im Portfolio enthaltenen Werte. Gleichzeitig analysieren sie das Erfolgspotential anderee Aktien, die dem Anforderungsprofil des Fonds entsprechend. Auf dieser Grundlage nehmen sie häufig Käufe und Verkäufe von Unternehmensanteilen vor. Im Gegensatz dazu verzichten Passivfonds vollständig auf ein aktives Management, sondern bilden lediglich die Zusammensetzung und die Gewichtung eines bedeutenden Aktienindex, wie zum Beispiel des DAX oder des NASDAQs nach. Aus diesem Grund fallen die Ausgabeaufschläge und Verwaltungsgebühren bei Passivfonds meist sehr viel geringer als bei aktiv gemanagten Fonds aus.

Vor- und Nachteile von Aktienfonds

Aktienfonds bieten über einen längeren Zeitraum betrachtet die Chance auf eine wesentlich höhere Rendite, als sie mit fest oder flexibel verzinslichen Spareinlagen bei Banken erzielt werden kann. Aus diesem Grund wird die Investition in diese Anlageform insbesondere jüngeren Sparern empfohlen, die ohne Probleme einen vorübergehenden Wertverlust ihrer Fonds aussitzen und auf eine Erholung der Kurse warten können. Besonders bewährt hat sich dabei das Fondssparen, bei dem jeden Monat Aktienfondsanteile für einen festgelegten Betrag erworben werden. Auf diese Weise profitieren Anleger sogar von Kurseinbrüchen, weil sie dann besonders viele Anteile für ihren Kaufbetrag erhalten. Dennoch darf kein privater Investor das Risiko unberücksichtigt lassen, dass Fonds auch dauerhaft massiv an Wert verlieren können. Deswegen sollten ältere Fondsbesitzer rechtzeitig aus dieser Anlageform aussteigen und eine günstige Wertentwicklung für eine Umschichtung ihres Vermögens in krisenfeste Spareinlagen nutzen.

Privatanleger sind prinzipiell mit Fonds besser beraten als mit einzelnen Aktien. Durch das Investment in verschiedene Unternehmensanteile erreichen Fonds eine Risikostreuung, die Anleger vor einem Totalverlust schützt und die sie selbst aufgrund ihres beschränkten Vermögens mit Einzelaktien nicht erreichen können. Während Aktiengesellschaften in Insolvenz fallen und damit komplett wertlos werden können, ist das bei Fonds de facto ausgeschlossen. Darüber hinaus ersparen Fonds den Anlegern viel Aufwand. Sie müssen sich nicht wie bei einem Portfolio aus vielen verschiedenen Einzelwerten täglich über deren Entwicklungen informieren, sondern lediglich von Zeit zu Zeit überprüfen, ob sich die Performance ihrer Fondsanteile zufriedenstellend entwickelt. Dabei ist umso weniger Kontrolle erforderlich, je mehr man der Qualifikation und dem Anlagegeschick des Fondsmanagements vertraut.

Damit die Anlage in Aktienfonds den gewünschten Erfolg zeigen kann, kommt es entscheidend auf die Fondsauswahl an. Für Einsteiger sind Indexfonds sehr empfehlenswert, weil sie keinerlei Spezialkenntnisse über einzelne Wirtschaftszweige oder Regionen erfordern. Allgemein sollten Investoren stets darauf achten, dass die Verwaltungskosten, Ausgabeaufschläge und andere Gebühren möglichst niedrig sind. Die Angaben im Emissionsprospekt eines Fonds über dessen künftige Wertentwicklung geben allenfalls eine optimistische Einschätzung des Potentials dieser Anlage wieder. Wesentlich aussagekräftiger ist die Performance, die ein Fonds in der Vergangenheit bereits gezeigt hat. Aus diesem Grund ist es im Zweifel sicherer, statt neu aufgelegte Fonds eher Qualitätsfonds zu kaufen, die in den vergangenen Jahren kontinuierliche Wertsteigerungen erreicht haben.

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