Alternative Investments

Investitionen jenseits der Börse

Der Ausdruck alternative Investments ist ein Sammelbegriff für verschiedene Kapitalanlageformen, die ein ähnliches Ziel verfolgen. Es geht darum, das Verhältnis von Risiko und Ertrag einer Geldanlage zu optimieren. Durch eine bessere Diversifikation soll das Risiko minimiert werden. In dieser Zielrichtung unterscheiden sie sich auf den ersten Blick nicht von den meisten Investmentfonds. Mit alternativen Investments versucht man aber einen Schritt weiter zu gehen und sich gegen das Marktrisiko generell besser zu schützen.

Ziele und Merkmale alternativer Investments

Geldanlage

Hintergrund ist die Erfahrung, dass es am Finanzmarkt immer wieder zu Situationen kam, in denen der gesamte Markt stark eingebrochen ist. Alle mit dem Markt direkt korrelierten Wertpapiere erlitten starke Kursverluste. Gleichzeitig konnte man beobachten, dass die Preise für Sachwerte oder Rohstoffe, die nicht an der Börse gehandelt wurden, stabil blieben oder sogar anstiegen. Alternative Investitionen haben das Ziel, positive Renditen zu erzielen, unabhängig von der Entwicklung des Marktes.

Die wichtigsten Instrumente, derer man sich dabei bedient sind Hedgefonds, Private Equity und Venture Capital, Immobilien- und Infrastrukturinvestments sowie Rohstoffe. So unterschiedlich diese Kategorien auf den ersten Blick auch sind, ein paar Gemeinsamkeiten kann man trotzdem finden, durch die sie sich von traditionelleren Investments unterscheiden. Die Fondsmanager verfügen über einen verhältnismäßig großen Entscheidungsspielraum. Sie sind rechtlich sehr wenig reguliert und bieten weniger Transparenz als klassische Geldanlagen. Sie haben meist eine geringe Liquidität. Das angelegte Kapital ist also oft über längere Zeiträume nicht verfügbar.

Fonds an- und außerhalb der Börse

Hedgefonds investieren in traditionelle Anlageklassen wie Aktien und Anleihen, verfolgen dabei aber andere Strategien. Sie orientieren sich nicht an Indizes, sondern versuchen sowohl bei steigenden als auch bei fallenden Kursen positive Renditen zu erwirtschaften. Sie spekulieren auf zukünftige Kursentwicklungen und nutzen das Instrumentarium der Wertpapierleihe und des Leerverkaufs, um daraus Gewinn zu erzielen. Das heißt, sie verkaufen Wertpapiere, die sie sich bei anderen Marktteilnehmern, gegen Zinszahlung. Sie spekulieren darauf, dass der Kurs dieser Papiere sinkt, kaufen sie dann zum geringeren Preis und geben sie an den Entleiher zurück. Mit dieser und ähnlichen Strategien sind hohe Gewinne, aber auch hohe Verluste jenseits von Markttrends möglich.

Der Begriff Private Equity steht für eine Form der Beteiligung an Unternehmen, die nicht an der Börse notiert sind. Das Investment kann entweder direkt oder in Form von Private-Equity-Fonds erfolgen. Als Investor partizipiert man unbeschränkt am Gewinn oder Verlust des Unternehmens. Das Kapital ist aber meist für einen langen Zeitraum gebunden. In Private-Equity-Fonds investieren vornehmlich institutionelle Anleger aus dem In- und Ausland. Alternative Investments in Start-up Unternehmen der IT-Branche oder im Bereich Biotechnologie begegnen einem oft unter der Bezeichnung Venture Capital Fonds.

Anlagen in Immobilien, Infrastruktur und Rohstoffe

Auch Immobilien oder Infrastrukturprojekte eigenen sich als Anlagegegenstand für alternative Investitionen. Die Beteiligung an Immobilien kann als Direktinvestment erfolgen oder über spezielle Fonds. Dazu gehören auch Reits-Fonds, die Gewinne aus der dem Immobilienhandel oder aus deren Bewirtschaftung erzielen. Zu den Infrastrukturbereichen, die auch für langfristige Anlagen interessant sind, gehören Mautstraßen und Schienen, Energie- und Wasserversorgung, Mobilfunknetze und erneuerbare Energien, aber auch kulturelle Einrichtungen oder Krankenhäuser.

In Krisenzeiten sind auch Geldanlagen in Rohstoffe zur Wertsicherung sehr beliebt. Dazu zählen Edelmetalle, wie Gold, Silber oder Kupfer, ÖL und Erdgas sowie verderbliche oder nachwachsende Agrarrohstoffe. Die Rohstoffpreise unterliegen allerdings stärkeren Schwankungen als andere Anlagekategorien. Bei Direktinvestitionen entstehen Kosten für Lagerung, Steuern und Versicherung. Gewinne aus Zinsen oder Dividenden sind hingegen nicht zu erwarten. Beim An- und Verkauf müssen Wechselkursschwankungen mit einkalkuliert werden.

Um dem Treiben der Börse nicht machtlos ausgesetzt zu sein, bieten alternative Investitionen gewisse Möglichkeiten, das Risiko zusätzlich zu streuen. Jeder dieser Bereiche birgt, für sich genommen, nicht unerhebliche Chancen und Risiken. Der Vorteil besteht vor allem darin, dass Vermögen, das in diesem Sektor angelegt wird, weniger an globale Markttrends gekoppelt sind.

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