Altersvorsorge Beamte

Private Vorsorge auch für Staatsdiener

Das Thema Altersvorsorge können Beamte in der Regel deutlich gelassener betrachten als gesetzlich versicherte Arbeitnehmer. Die Staatsdiener auf Lebenszeit beziehen auch im Ruhestand noch ein vergleichsweise üppiges Gehalt. Wer 2012 nach 40 Dienstjahren in Pension ging, der konnte sich über Bruttobezüge in Höhe von ca. 72 Prozent, bezogen auf sein letztes Gehalt, freuen. Dahingegen mussten sich gesetzlich versicherte Neurentner, nach 45 Beitragsjahren, mit knapp 50 Prozent ihres zuvor bezogenen Entgelts begnügen.

Der Eckrentner des Jahres 2012 erhielt 1.263 EUR an monatlicher Rente, während ein Bundesbeamter im Ruhestand im gleichen Jahr durchschnittlich mit 2.680 EUR alimentiert wurde. Aber auch Beamte müssen einkalkulieren, dass das Niveau der Ruhegehälter, parallel zu dem der gesetzlichen Renten, sukzessive sinken wird. Wer 2030 seinen Dienst beendet, kann nur noch mit 65 Prozent seiner vorherigen Bezüge rechnen.

Systemwechsel in der Besteuerung

Private Altersvorsorge

Pensionen zählen steuerrechtlich zu den Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit. Sie unterliegen damit voll der Besteuerung. Allerdings wird den Beamten ein Versorgungsfreibetrag gewährt, um die Steuerlast abzumildern. Bis 2005 lag dieser steuerfreie Betrag bei 40 Prozent der Versorgungsbezüge, begrenzt auf einen jährlichen Höchstbetrag von 3.000 EUR. Als Ersatz für den Arbeitnehmerpauschbetrag wurde noch ein Zuschlag von 900 EUR berücksichtigt. Im Zuge des Systemwechsels hin zur nachgelagerten Besteuerung von Alterseinkünften werden diese Freibeträge seit 2006 schrittweise abgeschmolzen. Genau wie gesetzliche Renten, werden erstmals im Jahr 2040 die Bezüge neuer Ruhegehaltsempfänger zu 100 Prozent besteuert. Wer im Jahr 2020 seinen Dienst quittiert, kann immerhin noch bis zu 1.200 EUR plus 360 EUR Zuschlag steuerfrei einstreichen. Und dieser Freibetrag bleibt auch für alle Folgejahre gültig.

Steuerliche Förderung der privaten Vorsorge

Umgekehrt werden Aufwendungen zur privaten Altersvorsorge auch für Beamte zunehmend steuerlich begünstigt. Altersvorsorgebeiträge konnten bis zum Jahr 2005 zu 60 Prozent steuermindernd geltend machen. Dieser Satz steigt seitdem jedes Jahr um 2 Prozent. Im Jahr 2025 werden entsprechende Beiträge, begrenzt auf einen Höchstbetrag von 20.000 EUR für Ledige bzw. 40.000 EUR für Verheiratete, dann steuerlich voll absetzbar sein.

Aus diesem Blickwinkel heraus wird das Konzept der Basis- oder Rürup-Rente, eigentlich für Selbstständige und Freiberufler erdacht, auch für gut verdienende Beamte mit hohem persönlichem Steuersatz interessant. Bei der Auszahlung dieser Zusatzrente gibt es allerdings ein paar Regeln zu beachten. Sie darf, genau wie eine gesetzliche Rente, nur monatlich erfolgen, und kann frühestens ab Vollendung des 62. Lebensjahres beginnen. Bei einem Vertragsabschluss vor dem 01. Januar 2012 liegt die Altersgrenze bei 60 Jahren. Als Anlageformen kommen hier klassische private Rentenversicherungen genauso in Frage wie staatlich zertifizierte Fondssparpläne.

Riester-Rente - auch für Staatsdiener interessant

Nicht alle Staatsdiener verdienen so gut, dass eine Steuerersparnis für sie finanziell besonders relevant wäre. Als zusätzliche private Altersvorsorge für Beamte mit kleinerem Gehalt kommt auch eine Riester-Rente in Frage. Die staatliche Förderung hierfür erfolgt über direkte Zulagen. Für den Riester-Sparer selbst beträgt diese jährlich 154 EUR. Für jedes Kind schießt der Staat 185 EUR zu, wenn diese vor 2008 geboren wurden. Für jüngere Kinder beträgt die Zulage jährlich 300 EUR. Die Förderung wird nur für Anlagen gewährt, die ab dem 62. Lebensjahr verrentet ausgezahlt werden. Eine Kapitalauszahlung bis zu 30 Prozent ist bei Rentenbeginn allerdings möglich. Für die Zulagenzahlung wird auch ein Mindesteigenbetrag von 4 % des Vorjahresbruttoeinkommens vorausgesetzt, jedoch maximal 2.100 EUR. Förderungsfähige Produkte sind Rentenversicherungen, fondsgebundene Versicherungen, Fondssparpläne und Banksparpläne.

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