Beitragssatz Rentenversicherung

Der Rentenbeitrag ist sicher

Wie hoch der Beitragssatz zur Rentenversicherung liegt, wird von der Bundesregierung jährlich neu verordnet. Neben dem allgemeinen Pflichtbeitragssatz legt der Gesetzgeber auch die Beitragsbemessungsgrenzen fest, durch die bestimmt wird, bis zu welcher Höhe das Arbeitseinkommen zur Beitragsberechnung herangezogen wird. Durch die Festlegung, bis zu welcher Höhe eine geringfügige und damit potenziell versicherungsfreie Beschäftigung möglich ist, wird auch die Höhe des Mindestbeitrages für eine freiwillige Versicherung bestimmt.

Beitragssätze für Arbeitnehmer und Arbeitgeber

Rentenversicherung

Aktuell (Stand 2014) liegt der Beitragssatz zur Rentenversicherung bei 18,9 % des Bruttolohns. Dieser wird je zur Hälfte vom Arbeitnehmer und Arbeitgeber entrichtet. Beide zahlen also zur Zeit je 9,45 %. Für die knappschaftliche Versicherung, in der Beschäftigte aus dem Bergbau, der Hochseeschifffahrt und der Deutschen Bahn pflichtversichert sind, gilt ein höherer Beitragssatz von aktuell 25,10 %. Arbeitnehmer zahlen aber auch hier nur 9,45 % für die Rentenversicherung, während die Arbeitgeber 15,65 % leisten müssen. In der Knappschaft gelten auch höhere Beitragsbemessungsgrenzen. In der allgemeinen Deutschen Rentenversicherung liegt diese aktuell bei 71.400 EUR im Westen und 60.000 EUR in Ostdeutschland. Bei Knappschaftsmitgliedern werden Einkommen bis 87.600 EUR im Westen und 73.800 EUR im Osten zur Beitragsberechnung herangezogen. Bei geringfügiger Beschäftigung, den sogenannten Minijobs bezahlen gewerbliche Arbeitnehmer eine Pauschale von 15 %. Privathaushalte, die Arbeitskräfte auf 450 Euro-Basis beschäftigen bezahlen pauschal 5 %. Die Lücke zum Regelbeitragssatz von 3,9 oder 13,9 % muss der Arbeitnehmer zahlen. Auf Antrag ist hier aber eine Befreiung von der Versicherungspflicht möglich.

Rentenbeiträge von Selbstständigen

Rentenversicherungspflichtige Selbstständige müssen den vollen Beitragssatz von 18,9 bezahlen. Dazu gehören Handwerker, die ein zulassungspflichtiges Gewerbe ausüben, Hausgewerbetreibende, Scheinselbständige, selbstständige Lehrer und Erzieher, Hebammen und freiberuflich Tätige im Pflegebereich. Dabei wird aber in der Regel nicht das tatsächliche Einkommen der Beitragszahlung zugrunde gelegt, sondern der sogenannte Regelbeitrag. Der beträgt aktuell 522,59 EUR in den alten und 443,21 EUR in den neuen Bundesländern. In den ersten drei Jahren der Selbstständigkeit kann aber auch der halbe Regelbeitrag geleitet werden. Generell können Selbstständige auch die Bemessung des Beitrages entsprechend ihrem tatsächlichen Einkommens wählen. Dafür gilt ein Mindestbeitrag von 85,05 EUR. Nach oben orientiert sich der mögliche Beitrag an der Bemessungsgrenze, woraus sich für Selbstständige im Westen einen Höchstbetrag von 1.124,55 EUR und im Osten von 945,00 EUR ergibt.

Künstler und Publizisten, die Mitglied der Künstlersozialkasse sind, zahlen nur den halben Pflichtbeitrag, werden also im Grunde behandelt wie Arbeitnehmer. Der Arbeitgeberanteil wird dabei von der Künstlersozialkasse übernommen, die dafür wiederum Abgaben von Unternehmen und Institutionen erhebt, die künstlerische oder publizistische Leistungen verwerten.

Die gesetzliche Rentenversicherung bietet echten Selbstständigen, für die eigentlich keine Versicherungspflicht besteht, die Möglichkeit, eine Pflichtversicherung zu beantragen, um bereits erworbene Leistungsansprüche aufrecht zu erhalten oder weitere Ansprüche zu erwerben. Selbstständige, die Pflichtbeiträge entrichten, können beispielsweise auch von der staatlichen Förderung der Riester-Rente profitieren. Für die Höhe des Beitrags gelten die oben bereits genannten Spielregeln. Sie können sich aber auch auf freiwilliger Basis versichern. In diesem Fall kann man selbst, im Rahmen der Mindest- und Höchstbeträge, über die Beitragshöhe bestimmen, aber auch über die Zahl der Monate für die man Beitragszahlungen leisten will.

Beitragserstattung

Bereits bezahlte Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung können auch erstattet werden, wenn dafür keine entsprechenden Leistungen erbracht werden. Das kommt für alle Personen in Frage, die aufgrund ihres Berufes andere Wege der Altersvorsorge beschreiten. Wer als Beamter oder als Mitglied eines berufsständischen Versorgungswerkes entsprechende Anwartschaften erworben hat, kann sich zu Beginn der Berufstätigkeit eventuell gezahlte Beiträge, erstatten lassen. Dieses Geld kann man dann in Aktien oder eine private Rente investieren, um eine eventuelle Versorgungslücke zu schließen.

Der Beitragssatz ist sicher

Der Beitragssatz zur Rentenversicherung lag 1950 bei 10 %, ist danach einige Jahre kontinuierlich angestiegen und liegt seit Beginn der Achtziger Jahre ziemlich stabil bei knapp unter 20 % des Bruttoeinkommens. Die Politik hat seitdem verschiedene Maßnahmen ergriffen, um einen weiteren Anstieg zu vermeiden. So wurde das Nettorentenniveau von etwa 58 % zu Beginn der Achtziger Jahre auf aktuell 47,5 % allmählich abgesenkt. Um angesichts dessen Altersarmut zu verhindern, wird seit 2002 die private Vorsorge staatlich gezielt gefördert. Inzwischen wird auch die Regelaltersgrenze für den Renteneintritt schrittweise erhöht, um die Finanzierbarkeit des Rentensystems zu sichern. Dass der Beitragssatz nicht über die Marke von 20 % klettert, liegt sowohl im Interesse der Arbeitnehmer als auch der Arbeitgeber, für die der Rentenbeitrag den dicksten Posten der Lohnnebenkosten ausmacht. Es liegt auch im Interesse des Wirtschaftsstandortes und damit des deutschen Staates, dass diese Kosten einigermaßen stabil bleiben. Im Zweifelsfall kann der Staat mit zusätzlichen Steuermitteln Finanzierungslücken schließen. Von daher kann man in Zukunft zwar nicht mit einer sicheren Rentenhöhe rechnen, aber der Beitragssatz zur Rentenversicherung scheint ziemlich sicher.

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