Börse für Anfänger

Börsen verstehen: Das Abc für Anfänger

Die Börse ist für Anfänger oftmals kaum zu überblicken: Sie treffen auf eine Vielzahl an Finanzprodukten, sie sehen sich mit Kennziffern, Strategien und Analyseinstrumenten konfrontiert und müssen sich mit einer großen Auswahl an unterschiedlichen Brokern auseinandersetzen. Es empfiehlt sich, dass sich Neulinge behutsam vortasten und die Börsen Schritt für Schritt kennenlernen. Sie sollten dabei nur in Wertpapiere investieren, deren Funktionsweise sie bereits verstehen.

Aktien und Anleihen: Die beiden wichtigsten Wertpapiere

Aktien & Wertpapiere

Anfänger sollten sich zuerst mit dem Abc der Finanzmärkte beschäftigen, den Funktionsweisen der einzelnen Finanzprodukte. Zu Beginn sollten sie sich den beiden bedeutendsten und am leichtesten zu durchschauenden Wertpapieren widmen, den Aktien und den Anleihen. Bei Aktien kaufen Händler Anteile an einem Unternehmen, sie erwerben dadurch auf Hauptversammlungen ein Stimmrecht. Geld verdienen können sie auf zweifache Weise: Zum einen zahlen einige Aktiengesellschaften eine Dividende, sie beteiligen die Aktionäre an den Gewinnen. Interessierte sollten vor dem Aktienkauf die Dividendenrendite eines Papiers begutachten. Diese zeigt an, welche Rendite Aktionäre auf Basis des aktuellen Kursniveaus erwarten können. Kostet eine Aktie momentan 50 Euro und schüttet der Konzern 2,50 Euro pro Anteil aus, liegt die Dividendenrendite bei 5 %. Aber Vorsicht: Unternehmen legen die Ausschüttungen jährlich neu fest. Händler sollten deshalb prüfen, wie beständig eine Gesellschaft in der Vergangenheit Dividenden überwies. Zum anderen partizipieren Aktionäre mittels Kursentwicklung an dem Erfolg oder Misserfolg eines Unternehmens. Dabei beeinflussen aber nicht nur Geschäftsdaten und Perspektiven die Kurse, sondern auch allgemeine Trends am Markt.

Zudem sollten sich Neulinge eine Erklärung für Anleihen durchlesen, das zweite empfehlenswerte Produkt an der Börse für Anfänger. Bei Neuemissionen platzieren Staaten oder Unternehmen ein Kreditvolumen am Markt, Händler können Anteile zu einem bestimmten Nennwert erwerben. Jedes Jahr erhalten sie einen festgelegten Zins, am Ende der Laufzeit verbuchen sie auf ihrem Konto wieder die Investitionssumme. Zwischendurch können sie die Anleihen aber auch an den Börsen handeln, hier interessiert der jeweils aktuelle Kurswert. Beispiel: Der Nennwert einer Anleihe beträgt 1.000 Euro, die Laufzeit dauert noch ein Jahr, der Zins beträgt 5 % und der Kurs liegt bei 99 %. In diesem Fall können Händler die Anleihe für 990 Euro kaufen, verzeichnen für das eine Jahr 50 Euro Zinszahlung und bekommen am Laufzeitende 1.000 Euro. Der Gewinn beträgt somit 60 Euro. Hierbei handelt es sich aber um ein vereinfachtes Beispiel, das die Handel Kosten nicht berücksichtigt. Die beiden entscheidenden Kriterien bei Anleihen sind die Entwicklung des allgemeinen Zinsniveaus sowie die Bonität des Emittenten. Verliert ein Staat oder ein Unternehmen die Zahlungsfähigkeit, müssen Anleger auf Zinsen und eventuell die Rückzahlung verzichten.

Optimale Strategie und günstiger Broker

Die Börse ist für Anfänger aber nur dann vielversprechend, wenn sie sich zugleich mit grundsätzlichen Strategien befassen. Sie dürfen nicht nur die Chancen und Risiken einzelner Papiere bewerten, sondern sollten zudem einen überzeugenden Finanzplan entwerfen. Oberste Priorität genießt hierbei Risikostreuung. Anleger sollten ihr Kapital nicht einseitig investieren. Vielleicht gerät eine eigentlich gut aufgestellte Aktiengesellschaft überraschend in ökonomische Schwierigkeiten und verliert dadurch massiv an Wert. Wer nur Aktien dieses Unternehmens besitzt, muss enorme Verluste verkraften. Mit einer Risikoverteilung lässt sich das meiden. Erstens sollten Händler unterschiedliche Produkte in ihr Depot aufnehmen: Aktien, Anleihen, Edelmetalle zum Beispiel. Zweitens sollten sie innerhalb dieser Kategorien Risiken streuen, indem sie etwa Aktien unterschiedlicher Unternehmen aus verschiedenen Branchen kaufen.

Bei der Börse für Anfänger verdienen auch die stark differierenden Preise der Broker Beachtung. Neulinge sollten die Kosten für ein Wertpapierdepot vergleichen und diese Dienstleistungen bei einer günstigen Bank in Anspruch nehmen. Bestenfalls verzichten Broker auf Grundgebühren für das Depot, vor allem Direktbanken offerieren ein gratis Online-Wertpapierdepot. Zusätzlich kommt es auf die Transaktionsgebühren für Käufe und Verkäufe an. Diese berechnen Banken häufig prozentual am Umsatz, legen aber Mindestgebühren fest. Bei Neulingen, die meist eher geringere Summen investieren, spielen diese Mindestgebühren eine große Rolle. Ein niedriger Prozentsatz bringt nichts, wenn sich die finanziellen Vorteile erst bei hohen Beträgen ergeben und die Mindestgebühr bei niedrigen Summen zu beträchtlichen Kosten führt.

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