Festverzinsliche Wertpapiere

Verbriefte Sicherheiten

Unter der Bezeichnung festverzinsliche Wertpapiere werden Geldanlagen zusammengefasst, die alle ein gemeinsames Merkmal aufweisen. Mit ihrem Kauf erwerben Sie gegenüber dem Verkäufer genau definierte finanzielle Ansprüche. Sie werden selbst quasi zum Kreditgeber und der Emittent zum Schuldner, der sich verpflichtet, Zinsen in festgelegter Höhe regelmäßig an sie zu zahlen. Am Ende einer festen Laufzeit muss er den Nennwert des Wertpapiers an Sie entrichten. Rechtlich gesehen handelt es sich also um Schuldverschreibungen.

Häufig werden sie auch als Anleihen, Rentenpapiere oder Bonds bezeichnet.

Aktien & Wertpapiere

Herausgeber dieser Wertpapiere sind Staaten, Länder und Kommunen sowie Banken und Unternehmen. Anleihen können nur von juristischen Personen ausgegeben werden. Die Emission erfolgt immer öffentlich. Anleihen haben oft ein Volumen von mehreren Millionen Währungseinheiten und werden in Teilschuldverschreibungen mit einem Nennwert von 50, 100, 1000 oder 10.000 Währungseinheiten gestückelt. Dadurch wird auch kleineren Investoren ein Engagement an diesem Markt ermöglicht.

Jede Anleihe ist mit einem Coupon versehen, der angibt wie hoch sie verzinst wird. Nach dem Kauf können festverzinsliche Wertpapiere an der Börse gehandelt werden. Der Kurs einer Anleihe wird dabei als Prozentsatz des Nennwertes angegeben. Das heißt, eine Anleihe mit einem Nennwert von 1000 Euro, deren Kurs bei 97,5 % liegt, kostet 975 Euro. Kapitalerträge können dabei nicht nur in Form der jährlichen Zinsen erzielt werden, sondern auch durch Kursgewinne. Wenn Sie die Papiere allerdings bei fallenden Kursen vorzeitig verkaufen müssen, schmälert das die Rendite. Auch ein Zertifikat ist ein Wertpapier, das eine Schuldverschreibung beinhaltet. Im Gegensatz zur Anleihe, wird hier jedoch keine feste Verzinsung verbrieft, sondern die Beteiligung am Erfolgen oder Misserfolg von Börsengeschäften.

So leiht sich der Staat Geld

Staatsanleihen werden von Staaten emittiert, um öffentliche Ausgaben und Haushalte zu finanzieren. Die Bundesrepublik Deutschland gibt Papiere unterschiedlich langer Geltungsdauer heraus. Bundesanleihen können mit Laufzeiten zwischen 10 und 30 Jahren erworben werden, während Bundesobligationen mit einer Frist von 5 Jahren ausgestattet sind. Bei Bundesschatzanweisungen wird die Rückzahlung bereits nach 2 Jahren fällig.

Pfandbriefe und Kommunalobligationen sind Anleihen mit 10- bis 25-jähriger Laufzeit, die von Banken und Sparkassen herausgegeben werden. Sie dienen zur Refinanzierung von Hypothekendarlehen oder von Krediten für Gemeinden, Städte und Landkreise. Pfandbriefe werden durch Grundpfandrechte auf Grund und Boden oder durch Forderungen an die öffentlichen Träger gesichert. Verlustrisiken sind sehr gering. Auch die Anleihen von Bund und Ländern gelten als eine außerordentlich solide Geldanlage, da öffentliche Haushalte in Deutschland nicht in Konkurs gehen können.

Anleger können aber auch in Anleihen anderer Länder investieren. Das Risiko solcher Anlagen hängt vor allem von der Zahlungsfähigkeit der Schuldner ab. Diese wird von großen Rating Agenturen, wie Standard & Poors oder Moody's, regelmäßig bewertet. Während die Bundesrepublik Deutschland dabei seit langer Zeit immer beste Noten bekommt, gibt es viele Länder, deren Bonität weitaus schlechter eingeschätzt wird. Diese müssen deutlich höhere Zinssätze in Kauf nehmen, was für den Anleger eine höhere Rendite bedeutet. Investoren, die dort Geld anlegen, nehmen aber in Kauf, dass Zinsen eventuell nicht fristgerecht gezahlt werden, oder dass sie, im Falle eines Staatsbankrotts, ihr angelegtes Kapital verlieren. Während die Insolvenz ganzer Staaten in der Geschichte bisher äußerst selten vorkam, hat die Zahlungsunfähigkeit von Städten oder Landkreisen in den USA schon zu milliardenschweren Forderungsausfällen geführt.

Unternehmensanleihen als Alternative zu Aktien

Auch Unternehmen nutzen Anleihen zur Finanzierung von Investitionen, für die sie, bei Inanspruchnahme eines Bankkredits, weitaus höhere Zinsen zu zahlen hätten. Im internationalen Wertpapierhandel werden sie als Corporate Bonds bezeichnet. Für Anleger stellen diese Papiere eine interessante Alternative zur Aktie dar. Sie bieten relativ attraktive Renditen und ihre Kurse schwanken weniger als die von Aktien. Das Risiko einer Insolvenz kann allerdings auch bei Großunternehmen nicht ausgeschlossen werden. Das Urteil von Ratingagenturen bezüglich der Bonität hat maßgeblichen Einfluss auf den Zinssatz und Börsenkurs einer Unternehmensanleihe.

Sicherheit steht im Vordergrund

Wer festverzinsliche Wertpapiere kaufen will, braucht ein Wertpapierdepot bei einer Bank. Dafür werden Gebühren erhoben. Die kostenfreie Verwahrung von Bundeswertpapieren bei der Finanzagentur des Bundes ist für neue Emissionen mittlerweile nicht mehr möglich. Für den Kauf und Verkauf berechnen die Kreditinstitute Provisionen. Bei einer Investition in Fremdwährungsanleihen muss man zudem mit Wechselkosten rechnen. All diese Kosten schmälern die Rentabilität der Geldanlage.

Festverzinsliche Wertpapiere übernehmen innerhalb eines Anlage-Portfolios vornehmlich die Funktion, Werte zu sichern. In Niedrigzinsphasen werfen sie allerdings nur sehr geringe Gewinne ab. Die Laufzeiten sollten entsprechend kurz gewählt werden. In Zeiten mit höheren Zinsen kann man die Anlage dann in langlaufende Papiere umschichten.

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