Fondsbank

Die günstige Alternative beim Fondskauf

Eine Fondsbank ist kein Kreditinstitut im herkömmlichen Sinne. Das Verleihen von Geld zählt in der Regel nicht zu den Geschäftsbereichen, in denen diese Unternehmen tätig sind. Stattdessen beschäftigen sie sich mit der Verwaltung und Verwahrung von Geldanlagen in Investmentfonds. Dabei handeln sie selbst gar nicht direkt mit diesen Wertpapieren. Die dafür nötige Lizenz besitzen sie nicht.

Sie sind vielmehr angewiesen auf die Zusammenarbeit mit Anlage-Beratern, freien Vermittlern, Fondsshops oder Online-Brokern. Diese wiederum können selbst keine Fondsdepots verwalten und nutzen gerne die günstigen Dienste der Fondsbanken.

Fondsbanken und -vermittler

Investmentfonds auswählen und vergleichen

In Deutschland haben sich seit der Jahrtausendwende vor allem drei Institute in diesem Bereich etabliert: die Fondsdepot Bank, die Frankfurter Fondsbank, sowie die European Bank for Financial Services, kurz "ebase". Bei allen drei Unternehmen stehen zwischen 6.000 und 8.000 verschiedene Fonds von zum Teil mehr als 200 Kapitalanlagegesellschaften zur Auswahl. Neben der einmaligen Anlage, besteht bei allen Instituten auch die Möglichkeit einen Sparplan abzuschließen, vermögenswirksame Leistungen anzulegen, oder aus einem bestehenden Vermögen, über einen Auszahlungsplan, eine Zusatzrente zu beziehen.

Die meisten Fondsvermittler arbeiten direkt mit einem dieser Unternehmen zusammen. Bei manchen Vermittlern stehen sogar verschiedene Depotbanken zur Auswahl, sodass man als Kunde von unterschiedlichen Konditionen profitieren kann. Der größte Vorteil für Anleger besteht allerdings darin, dass beim Kauf von Fondsanteilen meist ein großzügiger Rabatt auf den Ausgabeaufschlag gewährt wird. Während man 3 bis 5 Prozent Agio einkalkulieren muss, wenn man Anteile direkt bei einer Fonds-Gesellschaft oder über eine Hausbank erwirbt, wechseln die gleichen Fonds hier häufig mit 0 Prozent Aufschlag den Besitzer. Dafür muss man allerdings auf eine Anlageberatung weitgehend verzichten. Auch jegliche rechtlichen Ansprüche, die aus einer Beratung resultieren könnten, bestehen hier nicht. Vom Anleger wird also mehr Eigenverantwortung gefordert.

Kosten und Konditionen

Bei den Konditionen gibt es von Bank zu Bank im Detail einige Unterschiede. Die Depotgebühren liegen standardmäßig zwischen 25 und 45 Euro im Jahr. Je nach Umfang und Ausgestaltung des Depots gelten günstigere oder teurere Tarife. Sonderkonditionen werden etwa für Minderjährige und Familienangehörige gewährt. Auch die Mindestbeträge für Einmalanlagen und Sparpläne variieren, genauso wie die Bedingungen für die Anlage vermögenswirksamer Leistungen. Dafür geeignete Fonds haben alle Institute reichlich im Angebot.

Im Gegensatz zu den Mitbewerbern berechnet die Frankfurter Fondsbank für jede Transaktion eine Gebühr von 2 Euro. Spar- und Auszahlungspläne sind davon ausgenommen. Für den Kauf von ETF Anteilen werden von allen Instituten Extraentgelte berechnet. Die insgesamt günstige Gebührenstruktur aller Fonds-Banken setzt voraus, dass man sein Konto online führt, also auch alle Investments über das Netz abwickelt. Dazu stellen die Banken umfangreiche Tools zur Verfügung.

Vor- und Nachteile

Ein Vorteil der Depotverwaltung bei einer Fondsbank: Man kann die Anteile verschiedener Gesellschaften in einem einzigen Depot verwahren. Das ermöglicht eine bessere Übersicht, spart Gebühren und erleichtert Umschichtungen. Man braucht nur einen Freistellungsauftrag und bekommt jährlich eine Steuerbescheinigung für das ganze Depot. Ein Nachteil dieser Banken: Wenn Sie auch in andere Anlageformen investieren wollen, etwa in Aktien, Anleihen oder im Private Equity Bereich, müssen Sie dafür anderwertig ein Depot einrichten.

Bei einer Fondsbank ist Ihr Geld im Grunde genauso sicher wie bei Ihrer Hausbank. Alle etablierten Unternehmen in diesem Sektor sind Mitglied der Einlagensicherungseinrichtung der Wertpapierhandelsunternehmen (EdW). Abgesehen davon gelten Fondsanlagen rechtlich als ein Sondervermögen, das auch im Falle der Insolvenz einer Kapitalanlagegesellschaft, vor dem Zugriff der Gläubiger geschützt ist. Das größte Risiko besteht also darin, dass die Kurse der Fonds sich nicht so entwickeln, wie man sich das vorgestellt hat. Will man von der beratungsfreien Fonds-Vermittlung profitieren, muss man sich umso gründlicher informieren.

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