Garantiezins Lebensversicherung

Vorsorge mit Garantiezinsen

Der Garantiezins für die Lebensversicherung überzeugt bisher viele Menschen, ein solches Produkt für die private Vorsorge abzuschließen. Dank dieser gesetzlichen Regelung können sich Kunden sicher sein, dass sie für ihre Sparbeiträge ein Mindestmaß an Erträgen erhalten. Allerdings sank der Garantiezins in den vergangenen Jahren stark. Dennoch kann sich der Abschluss einer Kapitallebensversicherung weiterhin lohnen.

Was der Garantiezins bringt

Lebensversicherungen

Für sämtliche klassischen Kapitallebensversicherungen legt der Gesetzgeber eine Garantieverzinsung fest, auf die Sparer ein Anrecht haben. Momentan beträgt dieser Zinssatz 1,75 %. Diesen Ertrag dürfen Kunden aber nicht auf ihre gesamten Prämien erwarten, diese werden aufgeschlüsselt. Einen Teil der Beiträge verwenden die Versicherer für den Todesfallschutz der Lebensversicherung, einen weiteren Teil behalten sie als Verwaltungsgebühren ein. Die Garantiezinsen gelten nur für die verbliebene Summe, die dem Vermögensaufbau dient. Deswegen unterscheiden sich Kapitallebensversicherungen auch beim Vergleich der garantierten Renten beziehungsweise Einmalauszahlungen. Günstige Versicherer verlangen wenig Gebühren und wenig für den Todesfallschatz, umso mehr führen sie der Altersvorsorge mit dem Garantiezinssatz zu.

Diese garantierten Zinsen hat der Gesetzgeber in den letzten Jahren massiv reduziert. Das liegt an der lange anhaltenden Niedrigzinsphase auf den Kapitalmärkten. Da Versicherer dadurch weniger erwirtschaften können, hat sie der Staat von zu hohen Anforderungen entlastet. In der Spitze konnten sich Sparer zwischen 1994 und 2000 über 4 % freuen. Danach sank der Garantiezins für die Lebensversicherung in mehreren Schritten über 3,25 %, 2,75 % und 2,25 % auf die aktuellen 1,75 %. Die positive Nachricht für alle Vorsorgenden mit alten Lebensversicherungen: Der Satz beim Abschluss gilt immer für die gesamte Laufzeit. Deswegen sollten sie attraktive Altverträge keinesfalls vorzeitig kündigen. Gesunkene Mindestzinsen finden immer nur bei Neukunden Anwendung.

Lohnt sich eine Lebensversicherung noch?

Angesichts einer Mindestverzinsung von 1,75 % stellen sich viele die Frage, ob der Abschluss einer Kapitallebensversicherung noch Sinn ergibt. Verbraucher sollten aber nicht nur den Garantiezins für die Lebensversicherung in ihre Überlegungen einfließen lassen. Tatsächlich zahlen die meisten Versicherer deutlich höhere Erträge. Sie gewähren sogenannte Überschussbeteiligungen, Sparer partizipieren am Anlageerfolg der Assekuranz. Bei der Höhe dieser Beteiligungen unterscheiden sich die Versicherer enorm. Die besten Versicherer gewähren seit langer Zeit eine überdurchschnittliche Rendite, andere schneiden bei Rankings grundsätzlich schlecht ab. Sparer sollten sich vor dem Vertragsabschluss darüber informieren.

Eventuell kommt für Interessierte auch eine neue Variante an Verträgen infrage. Bei diesen Policen garantieren die Versicherer keine Mindestverzinsung, diese Form der Lebensversicherung fällt nicht unter die gesetzliche Regelung. Nachteil: Kunden haben weniger Sicherheit. Vorteil: Sie haben die Chance auf eine höhere Rendite. Der Garantiezins für die Lebensversicherung verpflichtet Assekuranzen dazu, besonders sichere Kapitalanlagen wie Staatsanleihen von wirtschaftsstarken Ländern zu wählen. Für diese gibt es aber kaum Zinsen. Bei Produkten ohne Mindestzins können sie das Geld renditeträchtiger anlegen. Wenn die Verantwortlichen erfolgreich investieren, können Versicherer tatsächlich höhere Überschussbeteiligungen als bei einer klassischen Police auszahlen.

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