Geldanlage Beratung

Empfehlungen der Bank kritisch hinterfragen

Für die Beratung bei einer Geldanlage suchen viele Menschen ihre Hausbank auf. Hier besteht ein gewisses Vertrauensverhältnis, außerdem kennt der eigene Kundenbetreuer die persönlichen Verhältnisse. Informierte Kunden können die Empfehlungen der Bank kritisch prüfen. Denn der Berater ist auch Verkäufer, der nicht uneigennützig handelt.

Beratung kostet Geld

Geldanlage

Schon mit der Auswahl der Bank trifft der Kunde eine wichtige Vorentscheidung. Bei einer reinen Online-Bank ist eine persönliche Beratung in aller Regel nicht oder nur sehr eingeschränkt möglich. Dafür sind die Gebühren niedrig. Wer sich für eine Filialbank entscheidet, hat dort oft die Wahl zwischen verschiedenen Produkten, beispielsweise im Wertpapierbereich. In seinem Online-Depot trifft jeder Kunde die Entscheidungen ganz allein, ohne Beratung durch die Bank und damit natürlich auch ohne Haftung für eventuelle Beratungsfehler. Dafür ist das Depot selbst möglicherweise gebührenfrei und Transaktionen billig. Ein Depotkonto mit Beratung in der Filiale kostet dagegen eine monatliche Gebühr, Wertpapierkäufe und -verkäufe müssen bei Ausführung durch die Filiale eher teuer bezahlt werden.

Ob die höheren Kosten für ein Konto mit persönlicher Betreuung gut investiert sind, muss jeder für sich selbst entscheiden. Wer selbst weiß, was eine sichere Anlage ist und wo es gute Zinsen mit begrenztem Risiko gibt, braucht keinen Berater. Wer sich mit Online-Banking schwer tut und Börsenhandel lieber den Spezialisten überlässt, wird dagegen gern auf den Rat der Bank hören. Aber seien Sie kritisch: ein guter Berater wird sich zunächst nach Ihren Anlagezielen und Ihrer Risikobereitschaft erkundigen, und zwar intensiver, als es das vorgeschriebene Beratungsprotokoll erfordert. Eine jährliche Beratung zur Geldanlage ist an sich eine gute Sache, aber wenn sie nur dazu dient, vorhandene Anlagen in andere Papiere umzuschichten und der Bank damit neue Gebühreneinnahmen zu bescheren, sollten Sie zwei Mal nachfragen, warum dieser neue Anlagetipp nun so besonders gut sein soll.

Provision oder Honorar

Vielen Bankkunden ist nicht klar, dass Bankberater oft nicht ausschließlich von einem Festgehalt leben, sondern Provisionen erhalten. Sie sollten sich also treffender Verkäufer statt Berater nennen. Und wenn es schon nicht der einzelne Mitarbeiter ist, dann verdient zumindest die Bank selbst am Verkauf der Produkte.

Eine andere Form des Zeichnens einer Geldanlage ist die Beratung gegen Honorar durch einen unabhängigen Finanzberater. Es mag seltsam anmuten, für eine Leistung zu bezahlen, die es bei der eigenen Bank scheinbar gratis gibt. Die höhere Rendite einer qualitativ hochwertigen Empfehlung übersteigt aber schnell das Beratungshonorar. Produkte sind zudem über einen unabhängigen Berater billiger zu haben. Beim Kauf gemanagter Aktienfonds über eine Filialbank werden durchaus 5 % Ausgabeaufschlag fällig, von denen 4 % als Provision an die Bank gehen. Dieses Geld können Sie sich sparen. Wenn Ihnen der Berater dann noch kostengünstige Indexfonds empfiehlt, an denen die Fondsgesellschaft nichts verdient, sparen Sie gleich doppelt.

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