Geldanlage in Holz

Geld in Wald investieren: auf dem Holzweg?

Geld in Holz zu investieren, lockt immer mehr Privatanleger. Anzeigen versprechen Renditen von 12 oder sogar 18 % bei geringen Risiken. Zudem wird an das grüne Gewissen der Anleger appelliert, die in einen nachwachsenden Rohstoff nachhaltig investieren möchten. Welche realistischen Möglichkeiten gibt es, um mit steigenden Holzpreisen eine hohe Rendite zu erzielen?

Geldanlage in geschlossenen Fonds erfordert Risikobereitschaft

Geldanlage

Die am meisten beworbenen Möglichkeiten, Geld in Holz zu investieren, sind geschlossene Fonds. Die Kapitalanlagegesellschaft sucht für eine begrenzte Zeit Anleger, die Anteile an einem bestimmten Projekt zeichnen wollen. Dabei gelten in der Regel hohe Mindestbeteiligungen von zum Beispiel 10.000 EUR. Ist der Fonds komplett gezeichnet, wird er geschlossen. Bäume wachsen langsam. Holzfonds sind deshalb auf eine Laufzeit von 20 Jahren oder mehr angelegt. Durch vereinzelte Baumentnahmen werden zwar geringe Erträge erwirtschaftet, aber der Anleger braucht einen langen Atem.

Aus diesen Rahmenbedingungen wird schnell klar: geschlossene Holzfonds sind für viele Sparer ungeeignet. Wer Geld hier anlegen möchte, benötigt ein großes Startkapital, das aber wegen des hohen unternehmerischen Risikos keinen Großteil des Vermögens ausmachen darf. Außerdem sollte die Konstruktion zur Lebens- und Finanzsituation passen, also zum Beispiel indem Verluste während der Wachstumsphase der Bäume steuerlich geltend gemacht werden können, steuerpflichtige Erträge aber erst im Rentenalter bei niedrigeren Steuersätzen anfallen. Zudem sind Fachkenntnisse erforderlich, um das richtige Investment auszuwählen. Eine Monokultur kann kurzfristig von der Nachfrage nach einer bestimmten Holzsorte profitieren, ist aber abhängig von einem einzelnen Markt und zudem anfälliger für Krankheiten und Schädlinge. Ein Mischwald ist vielleicht nicht so ertragreich, die Anlage aber insgesamt solide und vor allem auch ökologisch vorteilhaft.

Holzaktien und offene Fonds als Alternativen

Grundsätzlich ist eine Anlage überschaubarer Beträge in Holz keine schlechte Idee. Einerseits ist Holz ein Sachwert, der nicht so schnell vollkommen wertlos wird. Das gilt insbesondere, wenn die Kapitalanleger Eigentümer der Böden sind und dies durch einen Grundbucheintrag gesichert ist. Land wird tendenziell teurer, und zusätzlich profitiert der Anleger aller Voraussicht nach von steigenden Holzpreisen. Ein Inflationsschutz ist gewissermaßen eingebaut, da Inflation auch den Holzpreis steigen lässt. Weil der Handel vielfach in US-Dollar oder Euro abgewickelt wird, ist das Währungsrisiko überschaubar.

Man muss sich aber nicht unbedingt an geschlossenen Fonds beteiligen, um Geld in Holz zu investieren. Für Kleinanleger, die regelmäßig sparen möchten, gibt es Holzfonds, die Einzelaktien verschiedener Unternehmen aus der Holzwirtschaft zusammenfassen und damit für eine gewisse Stabilität der Anlage sorgen. Alternativ zu diesen gemanagten Fonds gibt es kostengünstige Indexfonds, die zum Beispiel den NCREIF nachbilden. Wie alle stark spezialisierten Indizes gehören Indexfonds im Bereich Holz in den Bereich der spekulativen Anlagen. Sie eignen sich nicht für wesentliche Vermögensteile, die für die Altersvorsorge dringend erhalten werden müssen. Aber auch wenn phasenweise der Wurm drin ist, sind Sie mit einem grünen Investment langfristig vermutlich nicht auf dem Holzweg.

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