Geldanlage Wald

Wald als Investmentalternative

Es ist nicht unbedingt das schnelle Geld ausschlaggebend, um bei der Geldanlage über Wald als Alternative nachzudenken. Waldbesitz gilt als Generationenprojekt. Von der Pflanzung bis zur Ernte eines Baumes vergehen Jahrzehnte. Viel Zeit, in der Schädlinge, Erdbeben, Feuer oder Sturm Defizite verursachen können. Ein Totalverlust ist nicht auszuschließen und die Prognose der Wertentwicklung über einen so langen Zeitraum naturgemäß unsicher.

Gerade bei internationalen Engagements begründet die in Sachen Forst notwendige Langfrist-Perspektive die besondere Relevanz von Faktoren wie politischer Stabilität und Währungseffekten.

Heimischer Wald als Geldanlage

Geldanlage

Die beiden letzten Argumente fallen kaum ins Gewicht, geht es um hiesige Waldgebiete. Insbesondere für Kaminbesitzer ist selbstgeschlagenes Brennholz angesichts stetig gestiegener Holzpreise eine naheliegende Überlegung, auch im Hinblick auf Inflation. Allerdings sind die Kaufnebenkosten des Grunderwerbs in Deutschland nicht zu vernachlässigen. Obendrein haben die Preise landwirtschaftlicher Nutzflächen seit der Weltwirtschaftskrise angezogen und es ist nicht leicht, verfügbare Gebiete in geeigneter Lage zu finden. Bedacht werden sollte, dass Waldflächen als schwer handelbar und illiquide einzustufen sind.

Wer über eine Selbstnutzung nachdenkt, sollte das Thema der Holzernte bedenken. Schließlich bedeutet es neben körperlicher Anstrengung auch die Beachtung von Vorschriften wie beispielsweise das Erfordernis eines Motorsägescheins, Schutzkleidung und stets eine zweite Person. Weiter als 50 Kilometer entfernt sollte das eigene Waldstück für Selbstversorger nicht liegen - sonst geht die Rechnung aufgrund der Transportkosten nicht mehr auf. Verpachten ist eine Option, ab einer Fläche von 75 Hektar lockt Interessierte auch Jagdrecht.

Sonstige Investitionsmöglichkeiten

Alternativen zum eigenen Gehölz werden als oftmals als krisenfest beworben. Insbesondere Direktinvestitionen versprechen hohe, teils gar zweistellige Renditen. Von Verbraucherschutzorganisationen und in Tests werden diese Varianten jedoch als hochspekulativ und intransparent eingestuft. Zu unterscheiden sind Angebote dahingehend, ob auch Grundbesitz beziehungsweise Pacht oder ausschließlich die Bäume und deren Pflege Teil des Angebotsumfangs sind. Weitere Merkmale sind, ob ein Flächenpool zur Risikoverteilung sowie Haftpflicht- und Feuerschutzversicherung enthalten sind. Ferner ist die Rechtssicherheit global sehr unterschiedlich zu bewerten. Beachtenswert sind die negativen Erfahrungen von Investoren, die in Südamerika und dem osteuropäischen Raum engagiert waren.

Geschlossene Waldfonds erfordern einen Anlagehorizont von mehr als zehn Jahren. Zusätzliche Erträge neben der Abschlussverwertung können aus zwischenzeitlicher Durchforstung und dem Handel mit CO2-Zertifikaten generiert werden. Schließlich kommen Aktien der holzverarbeitenden Industrie als flexible Variante infrage, um von steigenden Holzpreisen zu profitieren. Gerade in den USA und in Skandinavien bieten sich Zellstoffverarbeitung oder Sägewerke an. Hier sollte das Währungsrisiko jedoch im Blick behalten werden. Ob eine Geldanlage dem Wald aus ökologischer Perspektive nutzt, ist jedoch im Einzelfall sehr unterschiedlich. Ökosiegel und die Verpflichtung zur Einhaltung sozialer Standards bieten eine erste Orientierung für eine kritische Prüfung.

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