Geldanlage Windenergie

Kapital im Windpark: vom Winde verweht?

Einer Geldanlage in Windenergie stehen stürmische Zeiten bevor. Glaubt man den Renditeversprechen der Fondsgesellschaften, hat Windkraft gehörigen Rückenwind, der die Verzinsung hochschnellen lässt. Der beabsichtigte Ausstieg aus der Kernenergie begünstigt die Situation für regenerative Energiequellen. Auf der anderen Seite fegen spektakuläre Pleiten wie die von Prokon das Geld der Anleger weg wie der Herbststurm das Laub von den Bäumen.

Im Windpark lauern unternehmerische Risiken

Geldanlage

Eine Geldanlage in Windenergie erfolgt meist in Form eines geschlossenen Fonds. Der Kapitalgeber wird üblicherweise Gesellschafter einer Kommanditgesellschaft, zeichnet also eine unternehmerische Beteiligung mit allen dazu gehörenden Chancen und Risiken. Die Beteiligung kann sich auf eine einzelne Anlage, einen oder mehrere Windparks beziehen. Auch sogenannte Bürgerwindparks sind rechtlich gesehen nichts anderes als Gesellschaften, die Windkraftanlagen betreiben.

Wer sich für einen geschlossenen Windenergie-Fonds entscheidet, muss zunächst einiges Startkapital mitbringen. Die Mindesteinlage beträgt selten unter 5.000 EUR, meist ist es mehr. Ein Ausgabeaufschlag kommt hinzu. Interessant ist zu erfahren, wie viel von dem gezeichneten Kapital tatsächlich in die Windenergie-Anlage gelangt und was für die Kosten der Fondsgesellschaft, also insbesondere Konzeption, Werbung und Provisionen verwendet wird. Werte bis 15 % gelten als gerade noch angemessen, aber im ungünstigen Fall können es auch 30 % sein, die erst einmal verdient sein wollen. Von solchen Angeboten sollte man die Finger lassen.

Zudem ist jeder geschlossene Fonds langfristig angelegt, auf zehn oder zwanzig Jahre. Das kann steuerliche Vorteile haben, zum Beispiel wenn der Fonds mit Verlusten startet, die die Einkommensteuer mindern. Als Rentner kann man die Erträge dann mit weit geringeren Steuersätzen einstreichen. Die Kehrseite ist, dass ein vorzeitiger Ausstieg meist erhebliche Verlusten bedeutet, wenn die Geldanlage in Windenergie über einen Zweitmarkt verkauft werden muss.

Abhängigkeit von staatlicher Förderung

Neben den generellen Minuspunkten geschlossener Fonds wie langfristige Kapitalbindung und oft intransparente Kosten sollte der Renditeprognose ein besonders kritischer Blick gelten. Der Ertrag der Anlage hängt stark von staatlichen Subventionen ab, und die können von heute auf morgen ausfallen. Außerdem sind die Windprognosen, die den in der Vergangenheit aufgelegten Windfonds zugrunde lagen, aus heutiger Sicht durchweg zu optimistisch gewesen. Das Argument, mit Windkraft inflationssicher anzulegen in Sachwerte, geht ins Leere, denn ein Windrad, das reparaturbedürftig und nur unwirtschaftlich zu betreiben ist, ist wertlos. Oft gehört dem Betreiber nicht einmal der Boden, auf dem die Anlage steht. Der Ersatz durch eine effizientere Anlage erfordert neues Kapital, aber die Fondsgesellschaft hat daran wenig Interesse, solange kein Druck von Anlegerseite entsteht.

Genussscheine als Alternative zu geschlossenen Fonds sind auch nicht besser, im Gegenteil. Hier drohen die Risiken eines Schneeballsystems, wenn immer neue Anleger gewonnen werden müssen, um die versprochenen Verzinsungen zahlen zu können. Zusammenfassend bleibt festzuhalten: Geldanlage in Windenergie kann ein gutes und nachhaltiges Investment sein, wenn eine seriöse Prognose zugrunde liegt. Zweistellige Renditeversprechen sollten aber misstrauisch machen.

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