Geschlossene Fonds

Geschlossen: Fonds für Projekte

Geschlossene Fonds sind eine besondere Kategorie von Investmentfonds. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass der Beitritt nur über einen bestimmten Zeitraum möglich ist, danach wird der Fonds geschlossen. Dieses Fondskonstrukt wird häufig dazu genutzt, um größere Projekte zu finanzieren. Für Anleger bieten diese Investments besondere Chancen, aber auch spezifische Risiken.

Projektfinanzierung im Fokus

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Typische Projekte, die über geschlossene Fonds finanziert werden, sind Immobilien, vor allem Gewerbeimmobilien, Schiffe, Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien, Beteiligungen an Unternehmen, Investments in nachwachsende Rohstoffe und vieles mehr. Im Unterschied zu offenen Investmentfonds erfolgt die Anlagepolitik nicht unter dem Gesichtspunkt der Risikostreuung. Ein geschlossener Fonds engagiert sich in der Regel nur in einem konkreten Projekt. Die Ertragschancen werden daher wesentlich durch das jeweilige Investment bestimmt.

Typisch: GmbH & Co KG

Geschlossene Fonds werden sehr oft als GmbH & Co KG konzipiert. Bei dieser gesellschaftsrechtlichen Konstruktion fungiert der Fonds-Initiator als Komplementär einer Kommanditgesellschaft. Die Anleger beteiligen sich als beschränkt haftende Gesellschafter, sogenannte Kommanditisten, an der Kommanditgesellschaft. In dieser Funktion werden sie zu Mitgesellschaftern mit allen Chancen und Risiken. Sie erwerben Ansprüche auf Gewinnbeteiligung und nehmen an Verlusten teil, im Extremfall bis zum vollständigen Verlust ihrer Einlage. Ein Sondervermögen wie bei einem offenen Fonds besteht hier nicht.

Die Finanzierung

Bei geschlossenen Fonds fallen häufig relativ hohe Emissionskosten an. Sie können ca. 15 bis 20 Prozent des eingesammelten Kapitals ausmachen, ein Umstand, der vor allem am Anfang Gewinne schmälert. Neben dem Kapital der Anleger finanziert sich die Fonds-KG in der Regel auch über Kredite. Der Fremdkapitalanteil beträgt üblicherweise zwischen 30 und 70 Prozent. Dadurch können Erträge gehebelt werden, das Gleiche gilt allerdings auch für Verluste. Früher dienten geschlossene Fondskonstruktionen aufgrund besonderer steuerlicher Vorschriften bevorzugt als Steuersparmodell. Dieses Anlagemotiv ist mit dem weitgehenden Wegfall der Steuervorteile entfallen.

Beteiligung auf Zeit

Die meisten Fonds sind auf eine begrenzte Laufzeit hin angelegt, die sich am jeweiligen Projekt orientiert. Der Zeitrahmen ist mittel- bis langfristig. Beteiligungen sind erst ab bestimmten Größenordnungen möglich. Sie liegen typischerweise zwischen 5.000 und 25.000 Euro. Für Kleinanleger eignet sich daher dieser Fondstyp nicht.

Schwierig: die Veräußerung

Die Anlage in einem solchen Investmentfonds bedeutet fast immer längerfristige Kapitalbindung. Ein vorzeitiges Verkaufen von Beteiligungen ist aufgrund der gesellschaftsrechtlichen Konstruktion nur schwer möglich. Anleger müssen einen Investor finden, der bereit ist, ihre Beteiligung zu übernehmen. Um dieses Manko der mangelnden Fungibilität im Vergleich zu Wertpapieren mit Zinsen oder Dividenden zu mildern, gibt es einen organisierten Zweitmarkt für solche Beteiligungen an der Hamburger Börse.

Stärker reguliert

Die Qualität und die Performance eines Fonds hängen wesentlich vom Konzept und Management des jeweiligen Projektes ab. In der Vergangenheit gab es immer wieder Fonds, die in Schieflagen geraten sind. Lange bestand für geschlossene Fonds nur eine schwache Regulierung. Dies hat sich mit der Einführung des Kapitalanlagegesetzbuches (KAGB) im Jahr 2013 geändert. Damit wurden entsprechende EU-Vorgaben umgesetzt. Die neuen Regeln gelten aber überwiegend nur für nach dem Inkrafttreten aufgelegte Fonds. Für existierende Fonds sind großzügige Übergangsfristen vorgesehen. Nach Angaben des bsi, er ist zuständiger Branchen-Verband, bestand in Deutschland 2013 ein Fondsvolumen von 205,41 Mrd. Euro.

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