In Rohstoffe Investieren

Geld verdienen mit knappen Rohstoffen

Sein Geld in Rohstoffe zu investieren, scheint auf den ersten Blick eine hervorragende Idee zu sein. Der Preis eines Gutes steigt, wenn es knapp wird. Das lernt man im ersten Semester Volkswirtschaftslehre. Aber wie funktioniert eine solche Investition in der Praxis, wenn man als Kleinanleger handelt?

Zertifikate oder Fonds als Zugang zu Sachwerten

Geldanlage

Edelmetalle wie Gold, Silber oder Platin mag auch der Privatmann direkt kaufen und sich als Barren oder Münzen ins Bankschließfach oder zu Hause unter das Kopfkissen legen können. Ob das empfehlenswert ist, steht auf einem anderen Blatt. Bei anderen Bodenschätzen wie Kupfer, Zink und Öl, aber auch bei Nahrungsmitteln wie Weizen, Mais oder Kakao scheidet der physische Kauf als Geldanlage faktisch aus. Auch eine Präsenz an den entsprechenden Warenterminbörsen ist wegen der umfangreichen Zugangsvoraussetzungen nicht realistisch. Außerdem müsste man hier ständig präsent sein, um gewinnbringend anlegen zu können. Wer privat in Rohstoffe investieren will, geht besser den indirekten Weg über Zertifikate oder Rohstoff-Fonds.

Rohstoff-Zertifikate sind von ihrer rechtlichen Konstruktion her Inhaberschuldverschreibungen. Sie werden in der der Regel von Banken ausgegeben. Ihre Wertentwicklung ist an den Preisindex eines Rohstoffes oder eines Warenkorbes aus verschiedenen Rohstoffen geknüpft. Zertifikate mit fester Laufzeit haben Nachteile, wenn der Ablaufzeitpunkt in eine schwache Marktphase fällt. Flexibler ist man mit Open-end-Zertifikaten. Sie sind an der Börse handelbar und können zu einem beliebigen Zeitpunkt verkauft werden.

Offene und geschlossene Rohstoff-Fonds

Anteile an offenen Fonds auf Rohstoffe sind können jederzeit gekauft und verkauft werden. Deshalb eignen sie sich auch für regelmäßiges Sparen. Achten Sie aber darauf, nicht zu große Anteile Ihres Vermögens in Rohstoffe zu investieren. Setzen Sie vor allem nicht alles auf eine Karte, und variieren Sie zwischen verschiedenen Rohstoffen. Auch wenn die Aussichten insgesamt gut sein mögen, gibt es erhebliche Abhängigkeiten von Konjunkturzyklen. Für den Aufbau einer Altersvorsorge sind Rohstoffe völlig ungeeignet. Schließen Sie für diesen Zweck lieber eine private Rentenversicherung ab und nehmen Anteile an Rohstoff-Fonds nur als Beimischung in Ihre Vermögensverwaltung.

Besonders für das Investieren in Holz werden auch unternehmerische Beteiligungen an geschlossenen Fonds angeboten. Diese sind auf eine sehr lange Laufzeit von zwanzig oder mehr Jahren angelegt und in dieser Zeit kaum flexibel. Interessant können sie sein, um in der Anlaufzeit steuerlich relevante Verluste zu generieren und die Erträge in das Rentenalter bei geringerer Steuerlast zu verschieben. Sie bergen aber erhebliche Risiken, und man sollte Versprechungen in den Prospekten kritisch hinterfragen.

Der Vollständigkeit halber sei noch die Möglichkeit erwähnt, über Contracts for Difference oder kurz CFD in Rohstoffe zu investieren. Hier wettet der Anleger auf steigende oder fallende Preise. Durch eine Hebelwirkung sind erhebliche Gewinne möglich. Allerdings wird auch ein Verlust vervielfacht, er kann sogar das eingebrachte Kapital übersteigen und muss dann durch Nachzahlungen ausgeglichen werden. Für Kleinanleger bedeutet das eindeutig: Finger weg.

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