Kündigung Lebensversicherung

Lebensversicherungen kündigen

Während das Versicherungsunternehmen grundsätzlich eine Lebensversicherung nur im Falle eines Beitragsrückstands unter den Voraussetzungen des § 38 des Versicherungsvertragsgesetzes (VVG) durch Kündigung beenden kann, steht dem Versicherungsnehmer das Recht zur Kündigung einer Lebensversicherung gemäß § 169 VVG immer dann zu, wenn es sich um eine kapitalbildende Lebensversicherung auf den Erlebens- und Todesfall handelt. Vorgesehen ist hier ein sogenannter Rückkauf, der dem Versicherungsnehmer den Zugriff auf das angesparte, rückkaufsfähige Kapital ermöglicht. Gleiches gilt für eine private Rentenversicherung in der Aufschubzeit, wenn eine Kapitalbildung bzw. eine Beitragsrückgewähr im Todesfall vereinbart ist oder wenn in der laufenden Rentenbezugszeit eine Rentengarantie gilt. Auch Ausbildungs- und Sterbegeldversicherungen können gekündigt werden.

Eine Risikolebensversicherung ist nicht rückkaufsfähig, da hier keine Kapitalbildung stattfindet.

Lebensversicherungen

Voraussetzung eines wirksamen Rückkaufs ist ein Kündigungsschreiben, das aus Beweisgründen mit Einschreiben und Rückschein an das Versicherungsunternehmen gerichtet werden sollte. Empfehlenswert ist es, das Schreiben vorab per Telefax zu übermitteln. Eine Kündigung ("Rückkauf") kann jederzeit zum Ende der laufenden Versicherungsperiode, meist also zum Monatsende, erfolgen, wenn ein positiver Rückkaufswert vorhanden ist. Der Einhaltung von Kündigungsfristen bedarf es im übrigen nicht. Die Kündigung einer Lebensversicherung ist nur dann sinnvoll, wenn der kündigende Versicherungsnehmer die zu erwartende Rückvergütung dringend benötigt, da die vorzeitige Beendigung des Vertrages neben dem Verlust des Risikoschutzes auch erhebliche finanzielle Einbußen mit sich bringen kann. Dies gilt insbesondere dann, wenn es sich um einen erst kurze Zeit bestehenden Vertrag handelt, bei dem die ersten Einzahlungen weitgehend durch Provisionen und Vertragskosten aufgezehrt werden können.

Die wirksame Kündigung einer Kapitallebensversicherung

Wie jede Kapitalversicherung im Sinne des § 169 VVG, können Kapitallebensversicherungen ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist zum Ende der laufenden Versicherungsperiode beendet werden. Zu seiner rechtlichen Absicherung sollte ein Versicherungsnehmer einen Text verwenden, der inhaltlich dem nachfolgenden Formular entspricht, das als Vordruck für alle einschlägigen Kündigungsfälle geeignet ist:

Name und Anschrift des Versicherungsnehmers

An

Name und Anschrift des Versicherungsunternehmens

Datum:

Kündigung meiner Lebensversicherung Policen-Nr./Versicherungsnummer:

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit kündige ich meine o.a. Lebensversicherung zum nächstmöglichen Termin. Von der Übermittlung von Alternativvorschlägen und von Rückwerbeversichen bitte ich Abstand zu nehmen. Zugleich widerrufe ich hiermit zum Ablauf der Versicherungsdauer die Ihnen erteilte Einzugsermächtigung und bitte Sie, mir den Zugang meines Kündigungsschreibens und das Datum seines Wirksamwerdens schriftlich zu bestätigen. Bitte erstellen Sie mir eine Berechnung des Rückkaufswertes und leiten mir diese baldmöglichst zu. Die Auszahlung meines Guthabens erbitte ich auf mein folgendes Konto:

Kontoinhaber, Bank, IBAN, BIC.

Mit freundlichen Grüßen

Namensunterschrift des Versicherungsnehmers (handschriftlich)

Unterschrift des Versicherungsnehmers

Oft stellt sich die Frage, ob ein Versicherungsnehmer seine Lebensversicherung kündigen oder verkaufen sollte. Als weitere Alternativen sind auch die Möglichkeiten einer Beitragsfreistellung oder der Beantragung eines Policendarlehens beim Versicherungsunternehmen oder einer externen Bank bzw. Sparkasse erwägenswert. Bei akutem Finanzbedarf bietet der Verkauf der Police auf dem Zweitmarkt für gebrauchte Lebensversicherungen oft einen erheblich besseren Ertrag als die Variante, den Vertrag zu kundigen. Einen Lebensversicherungsvertrag vorzeitig durch Kündigung zu beenden ist auch dann nicht empfehlenswert, wenn nur kurzfristig eine finanzielle Notsituation überbrückt werden muss. In diesem Falle ist die Aufnahme eines Policendarlehens oft die wesentlich bessere Lösung.

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