Lebensversicherung Steuer

Lebensversicherung steuerlich gesehen

Unter abgabenrechtlichem Aspekt kommt es insbesondere darauf an, ob die Leistungen einer Lebensversicherung der Steuer, namentlich der Einkommensteuer, unterworfen werden und ob Beiträge zu einer Lebensversicherung im Rahmen der Steuererklärung als Sonderausgaben abgesetzt werden können. Jede Verfügung über einen Lebensversicherungsvertrag und die hieraus fließenden Erträge kann erhebliche steuerliche Konsequenzen haben. So kann bei einer Kapitallebensversicherung das Beleihen steuerschädlich sein. Es ist daher empfehlenswert, vor Abschluss einer Lebensversicherung oder vor Abtretung, Beleihung oder Kündigung einer solchen Police die steuerlichen Konsequenzen zu überprüfen. Dabei muss insbesondere beachtet werden, dass sich die Rechtslage im Bereich der Steuern bei Kapitallebensversicherungen seit dem 01.

01.05 grundlegend geändert hat. So ist ein Steuervorteil mit nach diesem Datum abgeschlossenen Kapitallebensversicherungen nicht mehr verbunden, sodass sich das Interesse von Anlegern seither auf Rentenversicherungen konzentriert.

Lebensversicherungen

Die Beiträge zu vor dem 01.01.2005 abgeschlossenen Kapitalversicherungen sind weiterhin als Sonderausgaben abzugsfähig und Erträge aus solchen Policen im Erlebensfall steuerfrei, wenn die Laufzeit des Vertrages mindestens zwölf Jahre und die Beitragszahlungsdauer mindestens fünf Jahre beträgt. Außerdem muss der Todesfallschutz mindestens 60 % der Versicherungsnummer ausmachen. Bei fondsgebundenen Kapital-Lebensversicherungen und Rentenversicherungen mit Kapitalabfindung ist nach § 20 Abs. 1 Nr. 6 S. 5 Einkommensteuergesetz (EStG) der Unterschiedsbetrag zwischen der Summe der geleisteten Beiträge und der Ablaufleistung steuerpflichtig, wenn nicht eine lebenslange Rentenzahlung vereinbart ist.

Lebensversicherung als Anlageinstrument

Wer bei einer Lebensversicherung die Steuer als Anlagekriterium heranzieht, wird sichl aufgrund der aktuellen Rechtslage für andere Möglichkeiten der Geldanlage entscheiden. Bei der Risikolebensversicherung fallen keine steuerpflichtigen Kapitalerträge an. Hier sind die Beiträge zwar als Sonderausgaben abzugsfähig, wobei allerdings die Obergrenze der Vorsorgeaufwendungen meist bereits durch die Krankenversicherungsbeiträge überschritten wird, sodass sich die Beiträge zu Risikolebensversicherungen nur selten steuermindernd auswirken.

Bei ab dem 01.01.2005 abgeschlossenen Kapitallebensversicherungen ist grundsätzlich der Unterschiedsbetrag zwischen Beitragssumme und Ablaufleistung als Ertrag nach dem persönlichen Steuersatz des Steuerpflichtigen zu versteuern. Nur die Hälfte dieser Ertragssumme wird steuerlich angesetzt, wenn die Versicherungsleistung nach der Vollendung des 60. Lebensjahrs des Versicherten fällig wird und die Vertragslaufzeit mindestens zwölf Jahre beträgt. Gleiches gilt für Erträge aus fondsgebundenen Lebensversicherungen und Rentenversicherungen, bei denen das Kapitalwahlrecht ausgeübt wird. Wurde der Versicherungsvertrag nach dem 31.03.2009 abgeschlossen, gilt dieses Steuerprivileg nur, wenn mindestens die Beitragssumme der gesamten Vertragslaufzeit als Todesfallschutz vereinbart ist, sofern nicht ohnehin die im Todesfall fällige Leistung der vereinbarten Erlebensfallsumme entspricht. Bei Kapitallebensversicherungen, fondsgebundenen Lebensversicherungen und Verträgen mit Einmalprämie oder abgekürzter Zahlungsdauer gelten seither weitere Mindestanforderungen an die Ausgestaltung des Mindest-Todesfallleistung.

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