Mindestrente

Mindestrente: Einführung für 2017 geplant

Die Mindestrente, in vielen europäischen Nachbarländern eine Selbstverständlichkeit, gibt es in der Bundesrepublik bisher nicht. Die Höhe der Altersrente ist abhängig von den Beiträgen, die im Laufe des Berufslebens vom gesetzlich versicherten Arbeitnehmer eingezahlt werden. Sollte die Rente nicht für einen menschenwürdigen Ruhestand reichen, greift das Instrument der Grundsicherung. Mit ihr wird die Rente auf das Sozialhilfe-Niveau aufgestockt. Die sich immer weiter ausbreitende Altersarmut hat jedoch das Thema Mindestrente in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt.

Die Politik sucht seit Jahren nach Lösungen. Im Koalitionsvertrag vom November 2013 einigten sich die Parteien auf das Modell der solidarischen Lebensleistungs-Rente, die bis 2017 auf den Weg gebracht werden soll.

Strenge Zugangsvoraussetzungen - großzügige Übergangsfristen

Rentenversicherung

Für eine bedingungslose Altersrente für jeden Bürger, wie sie beispielsweise in den Niederlanden üblich ist, konnten sich die Verantwortlichen nicht entscheiden. Auch die Auszahlung der Lebensleistungsrente, die 850 Euro betragen soll, ist von bestimmten Voraussetzungen abhängig. Doch sind Übergangsfristen geplant, die Härtefälle verhindern werden. In den ersten zehn Jahren reichen 35 Beitragsjahre aus, um einen Anspruch zu erreichen. Danach sind 40 Beitragsjahre Pflicht. Die Höhe der eingezahlten Pflichtbeiträge spielt jedoch in keinem Fall eine Rolle. Ein wesentliches Element der geplanten Regelung ist die Vorsorgepflicht, die als Bedingung für die Mindestrente gesetzlich verankert wird. Nur wer privat oder betrieblich vorgesorgt hat, ist anspruchsberechtigt. Die Art der Altersvorsorge kann allerdings frei gewählt werden. Ob man sich für Geldanlagen in der Schweiz oder eine Zusatzrente entscheidet, ist Privatsache. In den ersten fünf Jahren nach Einführung der neuen Rentenleistungen ist die Vorsorgepflicht ausgesetzt, sodass ältere Pflichtversicherte noch die Chance haben, sich durch den Abschluss eines privaten Vorsorge-Vertrages ihren Anspruch zu sichern.

Neue Rentenleistung ersetzt keine private Altersvorsorge

Durch die Einführung einer gesetzlich garantierten Rente in Mindesthöhe wird die Lebenssituation vieler Rentner erleichtert. Nicht wenige von ihnen müssen aktuell noch durch einen Hinzuverdienst ihren Lebensstandard sichern, um später dann doch vom sehr geringen Grundeinkommen leben zu müssen. Doch auch die Höhe der zu erwartenden Mindestrente ist bescheiden. Eine private Vorsorge bleibt unerlässlich und ist für jeden Arbeitnehmer finanzierbar. Einige Modelle, wie die Riester Förderung, werden zudem staatlich unterstützt oder können steuerlich geltend gemacht werden. Wer bei der Entscheidung für die richtige Leistung Hilfe braucht, findet sie in unabhängigen Beratungsstellen. Sie empfehlen die individuell günstigste und lukrativste Vorsorge-Möglichkeit und berechnen auch die finanzielle Leistung, die zu erwarten ist.

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