Mischfonds

Die richtige Mischung machts

Wer für die Anlage seines Vermögens ein ausgewogenes Verhältnis von Rendite und Sicherheit anstrebt, kann mit einem Mischfond ein geeignetes Mittel dazu finden. Diese Fonds investieren das Geld ihrer Anleger in verschiedene Anlagekategorien, also sowohl in Aktien als auch in Rentenpapiere. Darüber hinaus können auch Rohstoffe, Edelmetalle, Geldmarkttitel und Immobilien-Sondervermögen bis zu einem gewissen Umfang ins Portfolio aufgenommen werden. Häufig begegnet einem dafür auch der Begriff Multi-Asset-Fonds. Das Idee dabei ist, durch die Kombination von risikobehafteten Anlagen und festverzinsten Papieren, ein insgesamt ausgewogenes Verhältnis zu erreichen.

Kursschwankungen in der einen oder anderen Anlageklasse sollen durch die geschickte Mischung keine so große Rolle spielen. Eine relativ stabile Rendite ist das Ziel.

Fonds für jeden Geschmack

Investmentfonds auswählen und vergleichen

Mischfonds werden in drei Kategorien aufgelegt. Bei defensiver Ausrichtung, werden nur 25% des Vermögens in Aktien angelegt, während der Rest in Renten oder Geldmarkttiteln liegt. Die Gewinnaussichten sind dadurch zwar begrenzt. Bei negativer Tendenz am Aktienmarkt liegt der größte Teil des Vermögens aber trotzdem sicher. Bei offensiv ausgerichteten Fonds wird der überwiegende Teil des Vermögens in Aktien oder auch in Edelmetalle investiert. Die Gewinnchancen sind damit deutlich höher. Mit höheren Verlusten muss allerdings ebenso gerechnet werden. Bei ausgewogenen Fonds werden die Investitionen in den Anlageklassen im Verhältnis 50 zu 50 gemischt.

Dem Fondsmanager ist es dabei in bestimmtem Umfang erlaubt, je nach Marktlage, einen Teil des Kapitals von einer in die andere Klasse zu verschieben. Bei hohem Zinsniveau kann er versuchen, einen größeren Anteil des Vermögens in festverzinste Papiere zu packen. Damit werden zuvor am Aktienmarkt erzielte Gewinne gesichert. Umgekehrt kann er wieder mehr Geld in Aktien anlegen, wenn die Börse rund läuft. Der Erfolg dieser Fonds hängt stark vom Geschick des Managements ab, also vor allem von der Frage, wie früh bestimmte Markttendenzen erkannt werden, auf die man dann passend reagiert.

Eine Sonderform des Mischfonds bilden die sogenannten Target-Fonds. Diese haben eine genau festgeschriebene Laufzeit. Die Ausrichtung orientiert sich daran, am Ende der Laufzeit, ein möglichst positives Ergebnis zu erreichen. An Anfang wird überwiegend in Anlagen mit hohem Risiko investiert. Je stärker es dem Ende zugeht, desto mehr werden die Gewinne in festverzinsten Papieren gesichert. Investmentgesellschaften bieten Produkte mit unterschiedlichen Laufzeiten an, um den verschiedenen Wünschen und Anlagehorizonten ihrer Kunden gerecht zu werden.

Große Spanne bei den Kosten

Die Kosten von Mischfonds differieren sehr stark. Offensiv ausgerichtete Produkte werden oft, wie reine Aktienfonds, mit Ausgabeaufschlägen zwischen 4 bis 6 Prozent angeboten. Defensiv agierende Fonds berechnen dafür meist nur 2 bis 4 Prozent. Man findet aber auch Angebote ohne Ausgabenaufschlag. Diese haben trotzdem eine Gesamtkostenquote von 1-2 Prozent, weil sie für die Verwaltung und die Depotbankgebühren mehr berechnen. Für den Anleger spielt dabei der zeitliche Horizont eine zentrale Rolle. Je länger er seine Fondsanteile hält, desto weniger fällt der Ausgabenaufschlag ins Gewicht. Umgekehrt machen sich die regelmäßig zu zahlenden Gebühren langfristig stärker in der Gesamtbilanz bemerkbar.

Geldanlagen in Mischfonds sind auch in steuerlicher Hinsicht interessant. Seit Einführung der Abgeltungssteuer im Jahr 2009 müssen Kursgewinne aus Wertpapierverkäufen immer versteuert werden. Eine steuerfreie Veräußerung nach einjähriger Haltefrist ist nicht mehr möglich. Wenn ein Privatanleger seine Anlagen zur Sicherung von Aktien in Rentenpapiere umschichten will, muss er also immer Steuern auf die erzielten Gewinne bezahlen. Zumindest soweit seine Gewinne den jährlichen Steuerfreibetrag für Kapitalerträge von 801 EUR für Einzelpersonen bzw. 1602 EUR bei Zusammenveranlagung überschreiten. Umschichtungen zwischen verschiedenen Anlageklassen bleiben innerhalb eines Fonds hingegen steuerfrei.

Fazit

Mischfonds tun im Grunde genau das, was Vermögensberater ihren Kunden immer empfehlen. Sie streuen das Risiko durch die Anlage in verschiedene Klassen. Bei gutem Management schichten sie die erwirtschafteten Gewinne zum richtigen Zeitpunkt in festverzinste Wertpapiere um, und sichern dadurch das Kapital. Sie nehmen dem Anleger also die Mühe ab, sich über die Entwicklung der Märkte ständig auf dem laufenden zu halten und angemessen zu reagieren. Darum werden Mischfonds auch häufiger ganz gezielt als Vermögensverwaltende Fonds aufgelegt und verkauft. Trotzdem sollte man bei der Auswahl eines Fonds natürlich genau hinsehen. Viele Fonds erwirtschaften zwar langfristig gesehen positive Ergebnisse, aber nur wenige erzielen einen Wert, der über dem entsprechenden Vergleichsindex liegt.

Gerade für langfristige Anlagen, um sich ein Zusatzpolster für den Lebensabend an zu sparen, sind Mischfonds gut geeignet. Viele davon können auch für Fondssparpläne genutzt werden. Anleger, die ihr Geld nicht nur unter finanziellen Maßgaben, sondern auch nach ethischen Kriterien anlegen wollen, finden Ökofonds, die wie Multi-Asset-Fonds konzipiert sind. Die Gelder der Anleger werden rechtlich als Sondervermögen betrachtet, unabhängig vom Vermögen der Kapitalanlagegesellschaft. Im Falle einer Insolvenz der Gesellschaft oder der Depotbank ist dieses Vermögen trotzdem sicher.

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