Mittelfristige Geldanlage

Wertverluste mittelfristig vermeiden

Eine Geldanlage wird als mittelfristig bezeichnet, wenn der Anlagehorizont rund drei bis fünf Jahre umfasst. Sparer suchen häufig nach Anlagemöglichkeiten für diesen Zeitraum, wenn es um die Finanzierung von Konsumausgaben wie ein neues Auto oder eine neue Küche geht. Das Problem: eine mittelfristige Geldanlage ist entweder wenig rentabel oder unsicher.

Wertschwankungen gleichen sich über lange Zeiträume aus

Geldanlage

Wenn es ums Geldanlegen geht, werden in der Beratung bei der Bank häufig Aktienfonds als beste Anlage empfohlen. Ein Blick in die Vergangenheit scheint das zu bestätigen. Von 1970 bis 2015 hat der weltweite Aktienindex, berechnet auf Euro-Basis, im Durchschnitt jährlich fast 7 % zugelegt. Selbst wenn man Gebühren für Fondsgesellschaft und Depot abzieht, bleibt das eine Top-Performance. Allerdings weiß niemand, ob das auch so weitergeht. Und ein Durchschnitt von 7 % heißt nicht, dass die Kurse stetig gestiegen sind. Von 2000 bis 2003 gab es einen Einbruch von mehr als 50 %, und es dauerte fast 14 Jahre, bis der Verlust wieder eingeholt wurde.

Das Beispiel macht deutlich: wer seine Geldanlage mittelfristig unbedingt zurück braucht, ist mit Aktien oder Fonds falsch aufgestellt. Sie sind nur interessant, wenn man Zeit hat, die Wertschwankungen auszusitzen und auf bessere Zeiten zu warten. Für einen Anlagehorizont von drei bis fünf Jahren kommt damit eigentlich nur Festgeld in Frage.

Festgeld auch im Ausland möglich

Eine Festgeld-Anlage zählt zu den konservativen, also sicherheitsorientierten Anlagen. Sie ersetzt heute das gute alte Sparbuch. Festgeld-Konten funktionieren im Prinzip wie die bekannten Tagesgelder, mit dem Unterschied, dass das Geld nicht täglich verfügbar, sondern für eine definierte Zeit fest angelegt ist. Üblich sind Laufzeiten zwischen 12 und 36 Monaten. Je nach Vertrag kommt man in dieser Zeit entweder gar nicht an sein Geld, oder man verliert die Zinsen.

Festgeld ist über die gesetzliche Einlagensicherung in Europa mit 100.000 EUR pro Kunde abgesichert. Freiwillige Sicherungssysteme der Bankenverbände ergänzen dieses System nach oben, je nach Eigenkapital der Bank bis auf mehrere Millionen Euro. Wertschwankungen gibt es keine, und die Einlage ist als sicher zu bezeichnen, wenn man dem Finanzsystem insgesamt vertraut. Im Rahmen der Dienstleistungsfreiheit und über entsprechende Plattformen im Internet sind deutschen Sparern auch Angebote ausländischer Banken zugänglich. Soweit es EU-Ausland ist, gilt die Sicherung bis 100.000 EUR auch dort. Handelt es sich um ein stabiles Land, ist das Risiko einer Geldanlage mittelfristig überschaubar. Ob eine staatliche Sicherung im Krisenfall tatsächlich funktioniert und wie ausländische Geldanleger dann gestellt sind, lässt sich aber nicht voraussagen. Jeder muss nach seiner persönlichen Risikobereitschaft entscheiden, ob Zinsunterschiede das zusätzliche Risiko wert sind. Je nach Anlagebetrag bedeutet selbst eine große Differenz der Zinssätze in absoluten Zahlen gerade einmal zehn Euro im Monat.

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