Nachhaltige Geldanlagen

Geldanlage für eine bessere Welt

Nachhaltige Geldanlagen - vor 20 Jahren wusste noch kaum jemand, was das sein soll. Inzwischen hat sich der Begriff am Finanzmarkt etabliert. Gemeint ist damit, dass man als Anleger für seine Entscheidung, wo man investiert, auch ethische Kriterien berücksichtigt. Dass man neben der möglichen Rendite auch überlegt, was mit dem angelegten Geld passiert oder was es bewirkt. Welche Produkte oder Dienstleistungen werden damit finanziert?

In wie weit leistet diese Geldanlage nachhaltig einen positiven Beitrag für die zukünftige Entwicklung des Planeten? Es geht also um eine Wertentscheidung, die über den persönlichen Tellerrand hinausreicht.

Nachhaltig - das geht fast überall

Geldanlage

Für ethisch orientiertes Anlegen und Sparen findet man auf dem Markt mittlerweile fast alle Angebote, wie sie auch im herkömmlichen Bereich üblich sind. Für eher vorsichtige Sparer stehen Festgeldanlagen, Sparbriefe oder Tagesgeldkonten zur Verfügung. Anleger, die bereit sind mehr Risiko einzugehen, können in grüne Aktien oder Aktienfonds investieren. Nur im Bereich der Finanzspekulation sind nachhaltig orientierte Anlagen kein Thema.

Einige alternative Banken haben sich in diesem Sektor inzwischen fest etabliert. Sie bieten Sparprodukte zu ähnlichen Konditionen wie andere Kreditinstitute und vermitteln nachhaltig ausgerichtete Investmentfonds oder Aktien. Die Kundeneinlagen werden ausschließlich zur Finanzierung ökologischer oder sozialer Projekte eingesetzt. Dabei bieten sie ein Höchstmaß an Transparenz. Bei mancher Bank kann man sogar selbst entscheiden, in welchen Bereich das Geld fließen soll. Bilanziert wird auch, was das angelegte Kapital bewirkt, z. B. wie viele Tonnen CO-2 durch ökologische Investitionen innerhalb eines Jahres eingespart werden. Nachdem das grün-alternative Milieu wohlhabend geworden ist, haben auch konventionelle Banken entdeckt, dass sich mit Nachhaltigkeit Geld verdienen lässt. Seit einigen Jahren werden auch von Sparkassen und Volksbanken, meist zeitlich befristet, Klima- oder Ökosparbriefe angeboten.

Schöne alternative Fondswelt

Nachhaltig ausgerichtete Investmentfonds gibt es in verschiedenen Anlageklassen. Sie sind meist auch für einen Sparplan geeignet. Dabei machen Aktienfonds den weitaus größten Anteil am Gesamtvolumen aus. Einige davon und sind sehr breit und international aufgestellt. Für die Auswahl werden keine so strenge ethische Kriterien angelegt, dadurch können sie die Risiken breiter verteilen. Andere hingegen spezialisieren sich stark auf bestimmte Regionen und Themen wie z. B. Solarenergie, Wasser oder Recycling. Das macht sie anfälliger für konjunkturelle Trends innerhalb ihrer jeweiligen Branche.

Bei Rentenfonds erfolgt die nachhaltige Ausrichtung in erster Linie über Ausschlusskriterien. Von Staaten, in denen Minderheiten diskriminiert werden, oder Großunternehmen, die Kinderarbeit dulden, werden keine Anleihen erworben. Daneben spielen noch Mischfonds eine wichtige Rolle am Gesamtmarkt. Die meisten Fonds werden aktiv gemanagt und haben einen vergleichsweise hohen Kostenfaktor. Darin spiegelt sich der Aufwand wieder, der nötig ist, um zu gewährleisten, dass die Geldanlage nachhaltig ist. Seit ein paar Jahren haben sich aber auch kostengünstige Indexfonds auf diesem Markt etabliert. Sie verzichten auf ein aktives Management und orientieren sich stattdessen an bestimmten Indizes wie etwa dem Natur-Aktien-Index.

Vorsicht bei Direktbeteiligungen

Bei der Kapitalanlage in Ökofonds sind die Risiken relativ überschaubar. Dahingegen ist die direkte Beteiligung an grünen Unternehmen, wie etwa Wind- und Solarparks, eher eine Sache für vermögende Anleger, die ein höheres Risiko eingehen können. Die meisten Firmen in diesem Bereich sind relativ klein, häufig nicht an der Börse notiert und oft nur dünn mit Eigenkapital ausgestattet. Wer sich daran direkt beteiligt, bindet sein Kapital für lange Zeit und trägt das volle unternehmerische Risiko mit. Genau hinzusehen ist auf jeden Fall angebracht und die in Aussicht gestellten Renditen sind mit großer Vorsicht zu genießen.

Im Allgemeinen erreicht man mit einer Geldanlage, die nachhaltig ausgerichtet ist, zwar selten Spitzenrenditen, den Vergleich mit herkömmlichen Finanzprodukten braucht man aber nicht zu scheuen.

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