Offene Immobilienfonds

Offener Immobilienfonds: Merkmale, Tipps

Offene Immobilienfonds ermöglichen es Investoren, schon mit kleinen Anlagebeträgen an den Renditechancen von Immobilienmärkten zu partizipieren. Zugleich bewahren sie die volle Flexibilität. Dadurch unterscheiden sich offene Fonds deutlich von Immobilienfonds, die geschlossen sind.

Offene und geschlossene Immobilienfonds: Die Differenzen

Investmentfonds auswählen und vergleichen

Ein offener Immobilienfonds sammelt unbegrenzt Kapital ein. Vermehrt sich das Fondsvermögen, sucht das Management nach weiteren Investitionsmöglichkeiten. Einen Teil des Gelds parkt es dagegen in kurzfristigen Geldanlagen, um die Liquidität zu sichern. Interessierte können nämlich jederzeit Anteilsscheine erwerben und verkaufen. Sollte die Anzahl der Verkäufe jene der Käufe übertreffen, benötigen Fonds freie finanzielle Mittel. Da sie ein Teil des Kapitals in solch schlecht verzinste Anlageformen investiert, schmälert das die Rendite. Dafür verfügen Anleger über ein hohes Maß an Flexibilität, sie können börsentäglich Anteile abstoßen und den daraus resultierten Ertrag für andere Zwecke verwenden. Ein weiterer Vorteil von offenen Immobilienfonds besteht in den geringen Mindestanlagesummen. Die meisten Gesellschaften und Banken ermöglichen Investitionen ab 500 Euro.

Ein geschlossener Fonds finanziert dagegen nur ein klar umrissenes Projekt, zum Beispiel den Bau eines großen Bürokomplexes. Entsprechend benötigt er nur eine bestimmte Summe, die er von Investoren einsammelt. Danach schließt er die Kapitalanlage, weitere Interessierte können sich nicht mehr beteiligen. Der Anlagezeitraum beträgt meist mindestens zehn Jahre, oftmals mehr. In dieser Zeit können Investoren ihre Beteiligungen nicht über die Börse verkaufen, sie binden sich langfristig. Außerdem liegt die Mindestanlagesumme bei geschlossenen Fonds weit höher als bei offenen Varianten, in der Regel im fünfstelligen Bereich. Ein Vorteil liegt dagegen darin, dass das Kapital ausschließlich in das Projekt fließt und Rendite zeitigen kann. Aufgrund der mangelnden Möglichkeit, Anteile zu verkaufen, bedarf es keiner umfangreichen Finanzreserven.

Was beim Fondserwerb zu beachten ist

Die Flexibilität und die geringeren finanziellen Hürden sprechen für offene Immobilienfonds. Es kommt hinzu, dass solche Fonds meist in viele verschiedene Projekte investieren. So streuen sie das Risiko. Geschlossene Produkte konzentrieren sich oftmals auf ein bestimmtes Gebäude: Probleme beim Bau oder bei der Vermietung können zu erheblichen Verlusten führen. Aber nicht alle offenen Immobilienfonds garantieren eine solche Risikoverteilung. Interessierte sollten sich vorsichtshalber über die Anlagepolitik informieren.

Bestenfalls handelt es sich um konservative Fonds, die in mehrere Objekte vornehmlich in stabilen Immobilienmärkten investieren. Sollten sie auch riskantere Märkte wie Indien einbeziehen, sollten sie dafür nur einen kleinen Teil des Kapitals für Bauprojekte verwenden. Auch weitere Kriterien verdienen bei einem Vergleich Beachtung. So lässt sich die Qualität von Fonds am Rating ablesen, welches verschiedene unabhängige Agenturen oder Fachzeitschriften vergeben. Anleger sollten auch die Höhe des Ausgabeaufschlags sowie der jährlichen Verwaltungsgebühren prüfen. Schließlich interessiert, ob Gesellschaften ausschüttende oder thesaurierende Fonds offerieren. Bei der ersten Variante verzeichnen Anleger jährliche Dividenden, bei der zweiten erhöhen Erträge das Fondsvermögen und damit den Wert jedes Anteilsscheins. Was besser ist, lässt sich nicht generell sagen: Das kommt auf die Einschätzung eines jeden Investors an.

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