Prämiensparen

Prämiensparen: Bonus auf Einzahlungen

Beim Prämiensparen handelt es sich um eine besondere Form des Banksparplans. Im Vergleich zu gewöhnlichen Sparplänen zahlen Geldhäuser nicht nur Zinsen. Zusätzlich gewähren sie auf die jährlichen Einzahlungen eine Prämie, die sie bei Vertragsabschluss in einem prozentualen Wert angeben. Dieser Bonus steigt im Laufe der Jahre.

Prämien erhöhen die Rendite

Geldanlage

Das wesentliche Merkmal des Prämiensparens liegt in der Kombination aus Zins- und Bonunszahlungen. Wie bei einem normalen Banksparplan sparen die Anleger einen regelmäßigen monatlichen Betrag, ergänzend können sie zu Beginn eine einmalige Zahlung leisten. Auf dieses Kapital erhalten sie einen zum Vertragsabschluss fix vereinbarten Zinssatz, der sich über die gesamte Laufzeit nicht ändert. Wie sich die Zinsen am Markt entwickeln, hat keinen Einfluss. Darüber hinaus schütten Banken Prämien auf die Einzahlungen aus. Bei einer Prämienquote von 50 Prozent und einem jährlichen Sparbetrag von 1.200 Euro überweisen sie zum Beispiel 600 Euro extra.

Die Höhe der Prämien legt das Geldhaus wie die Verzinsung ebenfalls zum Vertragsbeginn fest. Während der Laufzeit kommen Sparer in den Genuss steigender Bonuszahlungen. Damit will die Bank dazu motivieren, die Sparanlage möglichst lange zu nutzen. In der Regel gibt es in den ersten Jahren noch keine Prämien, in der Folge steigen sie von niedrigen Prozentzahlen auf bis zu 50 Prozent nach rund 10 bis 20 Jahren. Sowohl die Zinsen als auch die Prämien schreiben die Institute auf dem Vertragskapital gut, am Ende der Laufzeit überweisen sie die Gesamtsumme.

Um solche Verträge korrekt bewerten zu können, sollten Interessierte immer beide Ertragsquellen berücksichtigen. Sie sollten ihrer Wahl die Kombination aus Zinssatz und Prämienstaffel zugrunde legen. Bestenfalls rechnen sie die Rendite mit einem Online-Zinsrechner durch oder lassen sich von verschiedenen Banken eine detaillierte Berechnung vorlegen. Nur anhand eines solchen Ertragsplans sehen Sparer, bei welchem Angebot sie ihr Geld am stärksten mehren. Angesichts der verschiedenen Faktoren lässt sich die Attraktivität einer Anlage mit einem bloßen Blick auf die Konditionen nicht erkennen.

Was für das Prämiensparen spricht

Prämiensparen kommt für alle Anleger in Frage, die großen Wert auf die Sicherheit legen. Wie Sparbriefe und Tagesgeldkonten fällt auch diese Anlage unter die gesetzliche Einlagensicherung. Sollte eine Bank Insolvenz anmelden, garantiert der Staat eine Summe von bis zu 100.000 Euro. Viele Geldhäuser schließen zudem private Absicherungen ab, die zusätzlich darüber hinausgehende Beträge gewährleisten. Zudem empfiehlt sich das Prämiensparen für alle Anleger, die eine planbare Vermögensentwicklung schätzen. Bei solchen Sparverträgen wissen die Kunden bereits zum Abschluss, was sie für Erträge kassieren und welche Gesamtsumme sie zu einem festen Zeitpunkt einplanen können. Das eignet sich besonders, wenn Sparer das Geld zu einem bestimmten Zweck wie einem Hausbau verwenden wollen.

Auch das Sparen mit regelmäßigen Beiträgen überzeugt. Anleger müssen keinen hohen Einmalbetrag aufbringen, stattdessen überweisen sie monatlich überschaubare Summen. Über mehrere Jahre können sie dadurch einen ansprechenden Kapitalstock aufbauen. Mit Prämiensparen können insbesondere auch Menschen mit geringem Einkommen Vermögen bilden. Die meisten Banken fordern nur geringe, monatliche Mindestbeträge von etwa 20 bis 30 Euro. Zudem verlangen die Institute keine Gebühren, weder auf die Einzahlungen noch für die Kontoführung. Kosten können nur entstehen, wenn eine Bank die Eröffnung eines gebührenpflichtigen Girokontos voraussetzt. In diesem Fall sollten Interessierte abwägen, ob sich das lohnt.

Wichtig: Ansparen durchhalten

Sparverträge lassen sich in der Regel mit einer Kündigungsfrist von drei Monaten während der Laufzeit auflösen. Das sollten Anleger aber möglichst meiden. Zwar könnten sie damit flexibel auf einen akuten Finanzbedarf reagieren, sie büßen aber massiv an Rendite ein. Die hohen Prämienzahlungen verzeichnen sie erst gegen Ende der Laufzeit, diese sollten sie unbedingt mitnehmen. Erst diese Ausschüttungen machen das Prämiensparen attraktiv. Die grundlegende Verzinsung liegt dagegen meist unterhalb anderer Anlageformen wie gewöhnlichen Banksparplänen und Sparbriefen.

Angesichts dieser Tatsache sollten Interessierte das Prämiensparen gut bedenken. Sie sollten zum einen über die gesamte Laufzeit die regelmäßigen Beiträge stemmen können. Im Zweifelsfall sollten sie diese lieber etwas niedriger ansetzen. Zum anderen sollten sie das Kapital bis zum Vertragsende nicht benötigen. Größere Anschaffungen wie etwa den Kauf eines Autos sollten sie auf anderem Wege finanzieren können. Auch überraschend anfallende, kleinere Summen wie eine Steuernachzahlung sollten sie mit vorhandenem, nicht gebundenem Kapital decken können. Bestenfalls legen Sparer dazu eine flexible Reserve auf einem Tagesgeldkonto an, von dem sie jederzeit ohne Zinseinbußen Geld abheben können.

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