Rendite

Rendite berechnen: Wichtiger Faktor der Geldanlage

Die Attraktivität einer Kapitalanlage bemisst sich an der Rendite. Diese sagt aus, mit welchem prozentualen Wert sich das angelegte Geld mehrt. Bei Investments wie Termingeld lässt sich dieser Wert vorab bestimmen, da Banken einen festen Zinssatz gewähren. Bei Anlageformen wie Aktien lassen sich dagegen nur die Renditechancen schätzen, aufgrund einer nicht vorherzusehenden Kursentwicklung können Anleger die Renditen erst im Nachhinein ausrechnen.

Renditen bei festem Zinssatz und beim Tagesgeld

Geldanlage

Kapitalanlagen wie Sparbriefe zeichnen sich durch ein hohes Maß an Planbarkeit aus, das trifft auch auf die Erträge zu. Banken garantieren über den Anlagezeitraum einen festen Zinssatz. Sparer wissen damit genau, welche Zahlungen sie erwarten können. Bei der Wahl von solchen Finanzprodukten sollten sie aber beachten, dass Zinssätze und Renditen nicht übereinstimmen müssen. Die Renditen können höher liegen, wenn es zu einem Zinseszinseffekt kommt. Dieser tritt ein, wenn Banken die Zinsen auf dem Sparvertrag verbuchen und fortan ebenfalls verzinsen. Wer mit dieser Funktionsweise 1000 Euro zu 3 Prozent anlegt, erhält im ersten Jahr 30 Euro Ertrag. Im zweiten Jahr fällt der Zinssatz auf 1030 Euro an, die Zahlung steigt demnach auf 30,90 Euro. In Bezug auf den ursprünglichen Anlagebetrag ergibt das dann eine Rendite von 3,09 Prozent bei einem gleichbleibenden nominalen Zinssatz von 3 Prozent. Überweisen Geldhäuser die Zinsen dagegen jährlich auf das Girokonto des Kunden, profitiert dieser nicht vom Zinseszinseffekt. Dann entspricht die Rendite dem Zinssatz.

Zinseszinseffekte können auch bei Tagesgeldkonten auftreten. Hier entscheidet die Häufigkeit der Zinszahlungen. Bei jährlichen Zinsbuchungen stimmen Renditen und Zinssatz überein. Bei mehrmaligen Zahlungen innerhalb des Jahres können sich Kunden über einen Zinseszinseffekt freuen. Bietet eine Bank beispielsweise eine monatliche Zinsgutschrift, bezieht sie die gutgeschriebenen Zinsen in den Folgemonaten bei der Berechnung mit ein.

Bei langfristigen Sparverträgen sollten Interessierte ebenfalls die Rendite berechnen, um die Attraktivität eines Angebots einordnen zu können. Bei diesen Anlageformen spielt nicht nur der Zinseszinseffekt eine Rolle, meist gesellen sich Zinsabstufungen hinzu. In der Regel belohnen Banken die Treue, indem sie während der Laufzeit immer höhere Zinsen gewähren. Das kann in Form steigender Zinssätze oder Bonuszahlungen erfolgen. Die Berechnung gestaltet sich noch schwieriger, weil es sich bei Sparverträgen nur selten um einen Einmalbetrag handelt. Stattdessen sparen die Anleger regelmäßige Beträge an. Es empfiehlt sich deshalb ein Zinsrechner im Internet, der auf Basis aller relevanten Eckdaten die exakte, durchschnittliche Rendite angibt. Mithilfe eines solchen Rechners können Sparer eine fundierte Entscheidung treffen.

Börseninvestments: Renditen bei Anleihen und Aktien

Bei an den Börsen gehandelten Wertpapieren lassen sich bessere Renditen als mit sicheren Anlagen erzielen. Prognostizieren lassen sich diese aber nur bei Anleihen, sofern Investoren diese bis zum Laufzeitende halten. Staats- und Unternehmensanleihen zeichnen sich durch einen festen Zinskupon aus. Die Emittenten zahlen beispielsweise jährlich 4 Prozent. Wer solche Anleihen bei der Ausgabe zum Nominalbetrag erworben hat und diese bis zur Rückzahlung dieser Summe im Depot belässt, bekommt 4 Prozent Rendite. Anders sieht es aus, wenn Anleger eine Anleihe während der Laufzeit kaufen oder verkaufen. Dann beeinflusst das aktuelle Kursniveau die Renditen. Ein Beispiel: Sparer entscheiden sich in der Zeichnungsfrist für eine Anleihe mit einem Nominalbetrag von 10.000 Euro und einem Zinssatz von 4 Prozent. Sie stoßen sie nach einem Jahr direkt nach der Zinszahlung zu einem Kurs von 101 wieder ab. Sie verbuchen in diesem Fall 400 Euro Zinsen plus 100 Euro Kursgewinn, also eine Rendite von 5 Prozent.

Bei Aktien und sämtlichen Investmentfonds gibt es dagegen keine festen Nominalbeträge, sie unterliegen ständigen Kursschwankungen. Anleger können keine festen Renditen einplanen. Sie können aber begutachten, wie sich die Wertpapiere in der Vergangenheit entwickelt haben. Dazu müssen sie die Kursveränderung sowie mögliche Dividendenausschüttungen berücksichtigen. Das sollte insbesondere bei Aktien aber nicht das ausschließliche Kriterium für einen Kauf darstellen. Anleger sollten zugleich das weitere Kurspotential analysieren, das unter anderem vom aktuellen Kursniveau im Verhältnis zu den Gewinnen, von allgemeinen Markttrends und von den Zukunftsaussichten eines Unternehmens abhängt.

Investmentfonds mit einem gleichen oder ähnlichen Anlageschwerpunkt lassen sich mit einer Renditeberechnung aber gut einschätzen. Bei Fonds im Vergleich erkennen Anleger anhand der Renditen in den vergangenen Jahren, wie erfolgreich Manager das Vermögen verwalten. Überdurchschnittliche Kursgewinne garantieren zwar nicht, dass diese auch künftig anfallen. Sie sprechen aber für ein Management, dass im Vergleich zu Konkurrenten eine bessere Strategie verfolgt.

Aufmerksamkeit verdient bei Aktien und Investmentfonds auch die Dividendenrendite. Sie zeigt, wie viel die Unternehmen und Gesellschaften, prozentual am aktuellen Kurs gemessen, jährlich ausschütten. Bei einem hohen Prozentsatz streichen Anleger attraktive Einnahmen ein. Sie sollten aber wissen, dass die Verantwortlichen die Ausschüttungen jedes Jahr aufs Neue festlegen. Einen Anspruch auf diese Zahlungen gibt es nicht. Bestechen Wertpapiere aber durch stabile Zahlungen in den letzten Jahren, liegt die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die Rendite auch künftig ansprechend ausfällt. Zugleich sollte sich aber auch der Kurs vernünftig entwickeln. Hohe Dividendenrenditen bringen nichts, wenn währenddessen die Kurse absacken und Anleger bei einem Verkauf Verluste realisieren.

Kosten schmälern die Renditen

Für verschiedene Geldanlagen zahlen Kunden Gebühren. Beim Kauf und Verkauf von Aktien und Anleihen verlangen die Banken Provisionen, eventuell kommen Depotführungsgebühren hinzu. Beim Fondserwerb tragen Kunden meist einen prozentual berechneten Ausgabeaufschlag plus jährlich anfallende Verwaltungsgebühren. Solche Kosten reduzieren die Renditen. Deshalb lohnt es sich, die Angebote der Banken und Fondsgesellschaften miteinander zu vergleichen. So herrschen bei den Gebühren für Aktiengeschäfte enorme Unterschiede.

Manche Geldhäuser fordern pro Transaktion einen hohen prozentualen Betrag und zugleich eine ordentliche Mindestgebühr. Bei anderen Instituten liegen beide Werte deutlich tiefer. Vor allem Mindestgebühren können Käufe und Verkäufe unattraktiv machen, wenn Anleger nur mit kleineren Summen handeln. Bei einem Anlagebetrag von eintausend Euro bedeuten Mindestkosten von 20 Euro immerhin zwei Prozent, beim Verkauf müssen Investoren diese nochmals tragen. Interessierte sollten deshalb genau überlegen, bei welcher Bank sie ein Depot eröffnen wollen. Dabei kommt es auch auf das individuelle Anlageverhalten an: Von manchen Angeboten profitieren Vieltrader durch Rabatte, von anderen dagegen Kunden mit wenigen Transaktionen im Jahr.

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