Rentable Geldanlage

Rentable Geldanlagen trotz Niedrigzins

In Zeiten, in denen die Europäische Zentralbank den Zins praktisch abgeschafft hat und weltweit ein Umfeld extrem niedriger Zinsen herrscht, sind rentable Geldanlagen so einfach zu finden wie die Nadel im Heuhaufen. Immer wieder werden zwar alternative Investitionen in Rohstoffe, Wälder, Windenergie oder Flugzeuge angeboten. Ob die versprochenen Renditen aber auch tatsächlich erzielt werden, weiß man erst nach vielen Jahren. Im schlimmsten Fall droht der Totalverlust.

Verzinsung oberhalb der Inflationsrate

Geldanlage

Eine rentable Geldanlage sollte mindestens eine Wertentwicklung in Höhe der herrschenden Inflationsrate aufweisen. Ansonsten verliert das gesparte Geld real an Kaufkraft. Diese Bedingung erfüllen in der Regel aber weder Sparbücher noch Fest- und Termingelder. Geld unter dem Kopfkissen ist aber nicht die Alternative, denn dort bringt es überhaupt keine Zinsen, und ein Ertrag unterhalb der Geldentwertung durch Inflation ist immer noch besser als gar keiner. In den klassischen Verstecken unter dem Kopfkissen oder in der Zuckerdose suchen Diebe übrigens ganz sicher zuerst. Da die Hausratversicherung die Entschädigung für Bargeld außerhalb von qualifizierten Behältnissen meist sehr niedrig begrenzt, ist das Geld nach einem Einbruch weg.

Die gleiche Überlegung gilt übrigens auch für Gold. Das Edelmetall bringt keine Zinsen und muss sicher verwahrt werden, am besten in einem versicherten Bankschließfach. Auf einen Anstieg des Goldpreises zu setzen, ist Glücksspiel. Wer glaubt, mit Gold die einzig wahre Kapitalanlage für die Krise zu bunkern, sollte sich mit dem Gedanken eines Besitz- und Handelsverbots auseinandersetzen, das selbst in Deutschland über Jahrzehnte immer wieder Gesetz wurde.

Steuerliche Effekte beachten

Aktien und vor allem Aktienfonds können rentable Geldanlagen sein, wenn man die Zeit hat, Phasen mit niedrigen Kursen durchzustehen, ohne das Kapital zu benötigen. Wertverluste sind nicht tragisch, solange man die Papiere nicht verkaufen muss. In den vergangenen vier Jahrzehnten haben Aktien weltweit im Durchschnitt um 7 % jährlich zugelegt. Wer in Indexfonds, sogenannte ETF, investiert hat, konnte davon bei sehr niedrigen Kosten profitieren. Mittelfristig, also über einen Zeitraum von drei bis fünf Jahren, sind Fest- und Termingelder die bessere Wahl, weil sie innerhalb der EU gesetzlich gesichert sind und im Wert nicht schwanken.

Für Kapitalerträge fällt in Deutschland in der Regel eine Abgeltungssteuer von 25 % zuzüglich Solidaritätszuschlag und je nach Religionszugehörigkeit auch Kirchensteuer an. Das ist bei den meisten Menschen zwar weniger als der normale Einkommensteuersatz, könnte aber dennoch die Überlegungen in Richtung einer steueroptimierten Anlage lenken. Wer für seine Altersvorsorge spart, ist als Arbeitnehmer mit einer Riester-Rente, als Selbstständiger mit einer Versicherung nach dem Rürup-Modell gut aufgestellt. Für diese privaten Rentenversicherungen gilt das Prinzip der nachgelagerten Besteuerung. Beiträge werden aus unversteuertem Einkommen entnommen. Die Renten sind zwar später steuerpflichtig, aber bei den meisten Rentnern ist der Steuersatz geringer als in der aktiven Phase des Erwerbslebens.

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