Rente im Ausland

Den Lebensabend in der Ferne in Ruhe genießen

Viele deutsche Rentner haben sich ihren Traum vom Ruhestand im Süden erfüllt und bekommen deshalb ihre Rente im Ausland. Jeder darf frei wählen, wo er seinen Lebensabend verbringt. Der Anspruch auf Rente geht dadurch nicht verloren. Die gesetzliche Rentenkasse zahlt derzeit Leistungen in über 150 Länder in allen Teilen der Welt.

Vorübergehender oder dauerhafter Aufenthalt

Rentenversicherung

Dabei unterscheidet die Rentenkasse jedoch, ob sich ein Ruheständler vorübergehend außerhalb Deutschlands befindet oder ob er sich dauerhaft in einem anderen Land aufhält. Der Rentenbezug eines Ruheständlers ist völlig unproblematisch, wenn der Aufenthalt im Ausland nicht mehr als insgesamt sechs Monate im Ausland dauert. Verbringt er die übrige Zeit eines Jahres zu Hause in Deutschland, bekommt er seine Rente in der ihm zustehenden Höhe voll ausgezahlt. Er kann dabei auch wählen, ob er das Geld auf ein Konto einer ausländischen Bank überwiesen bekommt oder weiterhin auf seine Bankverbindung in Deutschland. Soll das Geld in ein Land überwiesen werden, das nicht zum Euroraum gehört, können allerdings Kursverluste und Bankspesen anfallen. Die Rentenkasse gleicht diese Verluste nicht aus.

Wer mehr als sechs Monate jenseits der deutschen Grenzen lebt, begründet damit einen dauernden Aufenthalt im Ausland. Überhaupt keine Schwierigkeiten gibt es für Rentner, die ihre Regelaltersgrenze erreicht haben. Auch für Rentner mit Ansprüchen aus vorgezogenen Renten bleibt ein dauerhafter Aufenthalt im Ausland ohne Folgen für die Rente. Bezieht ein Versicherter allerdings eine Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit, kann es zu Problemen und Einschränkungen kommen. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn eine gesundheitliche Einschränkung noch eine Teilzeitarbeit zulässt, es dafür aber auf dem Arbeitsmarkt in Deutschland keine geeignete freie Stelle gibt.

Zieht der Versicherte in das Ausland, wird die Erwerbsminderungsrente grundsätzlich nicht mehr weiter gezahlt. Ausnahmen gibt es aber für Erwerbsminderungsrentner, die in einen Mitgliedsstaat der Europäischen Union, die Schweiz, nach Liechtenstein, Island oder Norwegen auswandern oder in Länder, die eine bilaterale Regelung mit der Bundesrepublik vereinbart haben. Und noch eine weitere Ausnahme gibt es. Viele Erwerbsminderungsrentner erhalten die Rente allein wegen schlechter Gesundheit. Dabei ist klar, dass für sie in Deutschland ein Job überhaupt nicht mehr im Bereich des Möglichen liegt. Sie können ebenfalls ihre Rente im Ausland erhalten.

Steuer ab dem ersten Euro Rente

Wenn jemand im Rentenalter dauerhaft seinen Wohnsitz ins Ausland verlegt, ist er in Deutschland lediglich noch "beschränkt steuerpflichtig". Im Prinzip klingt das wie eine Vergünstigung. In Wahrheit ist es jedoch ein Nachteil. Denn Rentner mit Rente im Ausland haben nicht mehr den Vorteil eines steuerfreien Grundfreibetrags. Deshalb müssen sie ihre Rente auch ab dem ersten Euro versteuern. Das bedeutet, selbst wenn die Rente nur klein ist, muss für die Leistung versteuert werden. Dagegen kann ein Rentner in Deutschland, der allein lebt, im Jahr weit über 8.000 Euro steuerfrei behalten. Ehepaares steht sogar ein doppelter Freibetrag zu.

Der Ausweg ist ein Antrag auf "unbeschränkte Steuerpflicht". Er wird beim zuständigen Finanzamt in der Heimat gestellt, dort gibt es auch die Formulare. Geht dieser Antrag durch, wird ein im Ausland lebender deutscher Rentner so behandelt, als hätte er seinen Wohnsitz noch in der Heimat. Der Grundfreibetrag steht ihm damit zu. Dann muss das Einkommen entweder zu 90 Prozent und damit zum überwiegenden Teil in Deutschland versteuert werden. Nebenher sind zusätzlich nur kleine Einkünfte möglich. Unbeschränkte Steuerpflicht ist auch möglich, wenn die Einkünfte im Ausland, welche in Deutschland nicht versteuert werden, den deutschen steuerlichen Grundfreibetrag nicht überschreiten. Einen Nachweis über die Höhe der Einnahmen sollte dann zusammen mit dem Antrag abgegeben werden.

Mit einigen Ländern hat Deutschland Verträge geschlossen. Diese Doppelbesteuerungsabkommen verhindern, dass Rentner doppelt vom Fiskus zur Kasse gebeten werden. Geregelt wird damit, ob entweder im Heimatland oder das Ausland als neuer Wohnsitzstaat Steuer verlangen darf. Wenn Sie im Alter darüber nachdenken, in das Ausland zu ziehen, sollten Sie Ihren Steuerberater und die Mitarbeiter bei ihrem zuständigen Rentenversicherungsträger um Rat fragen. Am besten tun sie das drei Monate vor Ihrem Umzug.

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