Rente Rechner

Die eigene Rente berechnen - So geht's!

Wir hören es immer wieder: Wer in seinem verdienten Ruhestand keine finanziellen Einbußen hinnehmen möchte, der muss vorsorgen. Viele Menschen aber haben nicht die finanziellen Möglichkeiten, private Verträge für die Altersvorsorge abzuschließen, und verlassen sich auf die staatliche Rente. Doch wie viel Rente bekommt man überhaupt, wie kann man sie errechnen und welche Abschläge muss ich in Kauf nehmen, wenn ich früher in Rente gehen möchte?

Die Formel

Rentenversicherung

Wie viel Rente einem im Monat bleibt, lässt sich nicht einfach sagen. Im Sozialgesetzbuch ist eine Formel definiert: Um herauszufinden, wie hoch die zu erwartende monatlich Rente ist, multipliziert man die Rentenentgeltpunkte mit dem Zugangsfaktor und den aktuellen Rentenwert mit dem Rentenartfaktor. Der wichtigste Faktor sind die Rentenentgeltpunkte. Sie werden jährlich kalkuliert und geben an, ob der Verdienst des Versicherten im Vergleich zum Durchschnittsverdienst in Deutschland höher oder niedriger lag. Würde man exakt den Durchschnittsverdienst erhalten, läge der Entgeltpunkt bei 1. Der Zugangsfaktor sagt aus, ob der Versicherte mit Ab- oder Zuschlägen in die Rente geht. Wer nach 1964 geboren ist, kann mit 67 Jahren in Altersrente gehen. Entscheidet er sich dafür, mit 65 in den Ruhestand zu treten, muss er mit einem Abschlag von 0,3 Prozent für jeden zu früh in Rente gegangenen Monat rechnen, also 7,2 Prozent. Für jeden Monat den man länger als das festgelegte Rentenalter arbeitet, erhält man einen Zuschlag von 0,5 Prozent. Diese Zu- und Abschläge gibt der Zugangsfaktor wieder.

Rentenwert und Rentenartfaktor

Der aktuelle Rentenwert wird aus den Bruttolöhnen und dem Rentenbeitragssatz ermittelt und ist in Ost- und Westdeutschland unterschiedlich hoch. Die Art der Rente wird von dem Rentenartfaktor bestimmt. Hier werden Renten wie Witwenrente oder die Erwerbsunfähigkeitsrente mit berücksichtigt. Er ist einer der am schwersten zu bestimmenden Faktoren. Niemand weiß, ob er einmal verwitwet oder wann ihn die Berufsunfähigkeit trifft. Wer seine Rente mit einem Rechner berechnen möchte, der wird hier die größten Prognoseschwierigkeiten haben.

Achtung Steuern

Wer seine zukünftige Rente grob eingeschätzt hat, der muss dann noch auf die Rentenbesteuerung achten. Diese wird in den nächsten Jahren in Schritten angehoben. Prinzipiell wird dann jede Rente besteuert, nicht nur Altersrente, sondern auch Witwen-, Weisen- oder Berufsunfähigkeitsrenten. Versteuern muss man außerdem jede andere Einkunftsart, zum Beispiel Zusatzrenten oder Einmalzahlungen. Allerdings gibt es einen steuerbefreiten Rentenfreibetrag. Auch wer zur Zeit keine Steuern auf seine Rente zahlt, kann in den nächsten Jahren nicht damit rechnen, steuerfrei zu bleiben. Wenn man seine Rente mit einem Rechner einschätzt, ist die Steuerbelastung meist nicht berücksichtigt. Was netto bleibt kann man tatsächlich erst wenige Jahre vor Rentenbeginn sicher einschätzen.

Gesetzliche Rentenversicherung und private Vorsorge

Niemand kennt die Zukunft. Wer im Alter wirklich abgesichert sein möchte, der sollte eine Rentenzusatzversicherung abschließen. Diese sind schon ab 10 Euro monatlich zu haben, und bieten ein sicheres Einkommen im Alter. Bei vielen Versicherungen ist auch eine Einmalzahlung möglich, so dass zu einem bestimmten Zeitraum, zum Beispiel der Renteneintritt, Ihnen etwas Geld für Sonderanschaffungen oder eine Reise zur Verfügung steht.

Rentenrechner im Netz

Wer möchte, kann seine Rente mit einem Rechner online einschätzen lassen. Zur Berechnung benötigen Sie Angaben wie das Bruttogehalt und Rentenpunkte. Neben dem Problem, dass viele Menschen ihre Rentenpunkte gar nicht wissen, gehen die meisten dieser Rechner von dem momentanen Gehalt aus. Gehaltsschwankungen in der Zukunft, Zeiten ohne oder mit weniger Gehalt in der Vergangenheit können kaum berücksichtigt werden. Auch wer im Laufe seines Lebens mehrere Jobs hatte, wird bei der Eingabe ins Trudeln geraten. Für eine sehr grobe Einschätzung reichen diese Rechner, wer es genauer wissen will, der kommt um eine Auskunft bei dem Rentenversicherungs-Träger nicht herum.

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