Rentenantrag

Rechtzeitig den Antrag auf Rente stellen

Die Rentenversicherung zahlt Leistungen wie die Altersrente nicht automatisch aus, Anspruchsberechtigte müssen hierfür immer einen Rentenantrag stellen. Diesen sollten sie bestenfalls drei Monate vor dem Rentenbeginn einreichen, da der Versicherungsträger eine gewisse Zeit zur Bearbeitung benötigt. Bei einer späteren Antragsstellung kann es zu einer verzögerten Zahlung der ersten Rente kommen.

Wie künftige Rentner die Leistungen beantragen

Rentenversicherung

Einen Rentenantrag können Anspruchsberechtigte sowohl formlos als auch mit einem Formularvordruck einreichen. Es empfiehlt sich aber, das Formular zu verwenden. Dadurch entgehen die Antragssteller der Gefahr, dass sie wichtige Angaben vergessen. Zudem beschleunigt es die Bearbeitung. Von dem umfangreichen Dokument sollte sich niemand abschrecken lassen. Beim Großteil der Fragen können die meisten rasch "nein" ankreuzen. So fragt die Rentenversicherung auf mehreren Seiten zum Beispiel ab, ob künftige Rentner einzelne Sozial- und Versicherungsleistungen erhalten. Darüber hinaus will der Versicherungsträger wissen, bei welcher gesetzlichen oder privaten Krankenkasse sich die Rentner künftig versichern. Persönliche Angaben wie die Steueridentifikationsnummer sowie die Bankverbindung benötigt der Versicherer ebenfalls. Bei der Bankverbindung sollten Antragssteller darauf aufpassen, dass sie die BIC und die IBAN und nicht die alte Kontonummer und die Bankleitzahl angeben.

Zugleich klärt die Rentenkasse mit dem Antrag den Versicherungsverlauf. Im bisher gültigen Versicherungsverlauf listet sie sämtliche Zeiten auf, aus denen Rentenansprüche entstehen. Das trifft unter anderem auf sozialversicherungspflichtige Beschäftigungen, freiwillige Beiträge von Selbstständigen, Kindererziehungszeiten, angemeldete Pflegebetreuung von Angehörigen, Zeiten der Arbeitslosigkeit und Wehr- sowie Zivildienst zu. Befinden sich im Verlauf sämtliche rentenrelevanten Zeiten, müssen ihn Antragssteller nur bestätigen. Fehlen dagegen Angaben, sollten sie diese auf dem Formular nachtragen. Zusätzlich sollten sie Belege beifügen, etwa über die Ableistung des Zivildienstes. Diese Prüfung sollten alle aus eigenem Interesse gewissenhaft durchführen. Ansonsten erhalten sie künftig eventuell zu wenig Rente.

Sollten beim Ausfüllen Fragen entstehen, lohnt sich ein Besuch der Homepage der Deutschen Rentenversicherung. Dort finden sich viele Informationen zu einzelnen Aspekten. Alternativ stehen Berater persönlich zur Verfügung. Sogenannte Versicherungsälteste bieten in ganz Deutschland regelmäßig Sprechstunden an, die Stadtverwaltungen informieren über diese Termine. Auch in Filialen oder direkt in der Stadtverwaltung können Antragssteller um Rat fragen.

Besondere Renten: Andere Formulare und Unterlagen notwendig

Die staatliche Rentenversicherung gewährt nicht nur die Altersrente, sondern auch Erwerbsminderungsrenten sowie Witwen- und Waisenrenten. Für diese Leistungen müssen Anspruchsberechtigte andere Vordrucke ausfüllen und zum Teil unterschiedliche Dokumente einreichen. Beim Rentenantrag auf Erwerbsminderungsrente müssen Antragssteller zum Beispiel umfangreich ihre Erwerbsbiografie schildern und den Grund der Erwerbsminderung ausführlich darstellen. Zudem müssen sie ihre Krankheit umfassend selbst einschätzen und detailliert darlegen, welchen ärztlichen Behandlungen sie sich bisher unterziehen mussten. Als Unterlagen fordert die Rentenversicherung unter anderem Atteste.

Bei Hinterbliebenenrenten für Witwen, Waisen und Halbwaisen bedarf es unter anderem Auskünfte über den eigenen Verdienst, da der Versicherungsträger diesen ab bestimmten Freibeträgen auf die Leistungen anrechnet. Zusätzlich müssen Hinterbliebene eine Sterbeurkunde einreichen. Auch bei einem solchen Rentenantrag können die Betroffenen Hilfe in Anspruch nehmen, etwa in der Gemeindeverwaltung. Manche Gemeinden kontaktieren die Hinterbliebenen sogar sofort nach der Todesanzeige und bieten einen persönlichen Beratungstermin an.

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