Richtig Anlegen

Mehr Zinsen als auf dem Sparbuch

Geld richtig anlegen bedeutet, den goldenen Mittelweg zwischen hoher Rendite und Sicherheit der Investition zu finden. Diese gegensätzlichen Ziele sind schwer miteinander vereinbar, denn hoch verzinste Anlagen bergen in aller Regel auch ein Verlustrisiko. Der hohe Zins soll sie dennoch attraktiv machen.

Sparbücher sind von gestern

Geldanlage

Die meisten Deutschen vertrauen immer noch dem guten alten Sparbuch, obwohl die Zinsen dort seit Jahren kaum über der Marke von 0,1 % liegen. Selbst für Tagesgeld gibt es oft mehr als das Fünffache, und das bei besserer Verfügbarkeit. Auch das Sparen auf dem Girokonto erfreut sich großer Beliebtheit. Meist wird Guthaben dort gar nicht verzinst, und dank Inflation kann man zusehen, wie das Geld dort an Kaufkraft verliert. Rational sind diese Anlageentscheidungen nicht. Wer Geld richtig anlegen möchte, darf sich nicht mit der bequemsten Möglichkeit zufrieden geben.

Die erste Frage vor der Auswahl einer Investition muss lauten: wann benötige ich das Geld? Wer für seine Altersvorsorge noch dreißig oder vierzig Jahre lang sparen kann, entscheidet anders als derjenige, der Geld für ein neues Auto fünf Jahre lang beiseitelegt und das Kapital dann auch zwingend benötigt.

Wertschwankungen gleichen sich über lange Zeit aus

Mit Aktien ließen sich in der Vergangenheit über längere Zeit hohe Renditen erzielen. Aber der Aktienmarkt ist nichts für Anfänger. Besser ist es für Laien, auf Aktienfonds zu setzen. Indexfonds sind dabei besonders kostengünstig, weil sie nicht aktiv gemanagt werden, sondern nur bestimmte Indizes nachbilden. Aber Achtung: eine Rendite über die letzten vier Jahrzehnte von rund 7 % im Jahresschnitt bedeutet nicht, dass das auch in Zukunft so weitergeht. Zudem sind zeitweise auch deutliche Wertverluste möglich, zwischen 2000 und 2003 zum Beispiel mehr als 50 %. Es dauerte über zehn Jahre, bis die großen Indizes das wieder aufgeholt hatten.

Wer Geld über lange Zeit entbehren kann, darf auch heute getrost auf Aktienfonds setzen. Speziell für die Altersvorsorge sind die Leistungen der Rentenversicherung interessant. In fondsgebundenen Versicherungen lässt sich die lebenslange Absicherung durch die Versicherung mit den Renditechancen der Aktienfonds kombinieren. Je näher der Renteneintritt rückt, desto mehr Geld sollte aber in sichere Anlagen, also entweder eine konventionelle Rentenversicherung oder zum Beispiel einen Garantiefonds, umgeschichtet werden.

Mittelfristig auf Festgeld setzen

Für mittelfristige Laufzeiten zwischen drei und fünf Jahren Laufzeit sollten Sie das Kapital in Festgeld richtig anlegen. Die Konditionen unterscheiden sich, Vergleichsrechner im Internet helfen bei der Auswahl. Spareinlagen, zu denen auch Tages- und Festgelder gehören, sind in der Europäischen Union bis 100.000 EUR über die gesetzliche Einlagensicherung geschützt. In Deutschland und einigen anderen Staaten kommen ergänzende Sicherungssysteme der Bankenverbände hinzu.

Ob unter diesen Voraussetzungen der höhere Zins einer ausländischen Bank die richtige Entscheidung ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. Theoretisch besteht zwar die Einlagensicherung, ob sie aber bei einer großen Krise funktioniert und wie schnell ausländische Sparer dann an ihr Geld kommen, bleibt ungewiss und stellt ein Risiko dar. Gute Vergleichsportale nennen nicht nur den Zinssatz, sondern geben auch eine Risikoeinschätzung für den Staat allgemein und die jeweilige Bank im Speziellen ab.

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