Riester Rente Nachteile

Was gegen Riester-Verträge spricht

In jüngerer Vergangenheit thematisieren immer mehr Experten und Medien die Riester Rente und ihre Nachteile. Während lange Zeit die Vorzüge wie staatliche Zulagen und garantierte Rentenleistungen im Fokus standen, richtet sich der öffentliche Blick nun verstärkt auf negative Punkte wie die Gebühren und die mangelnde Flexibilität. Hohe Kosten schmälern die Rendite Mit Zuschüssen macht der Staat Riester-Verträge scheinbar attraktiv. Insbesondere in den ersten Jahren nach der Einführung schlossen deshalb viele Millionen Deutsche Policen ab, sie wollten sich das Geld nicht entgehen lassen. Die Anbieter nutzten diesen Ansturm aus.

Sie freuten sich über viele Interessierte, die nicht genau auf die Konditionen achteten. Deswegen konnten es sich die Versicherer leisten, zum Teil extrem hohe Gebühren anzusetzen. Die mangelnde Transparenz dieser Kosten kam ihnen zusätzlich zugute, selbst kritische Verbraucher konnten sie kaum einschätzen.

Riester-Rente

Mittlerweile müssen die Gesellschaften Kosten zwar transparenter auflisten, das Problem hat sich dennoch nur unwesentlich gebessert. Weiterhin schneiden die meisten Riester-Verträge beim Kostenvergleich mit Alternativen schlecht ab. Aus den Sparbeträgen könnten Vorsorgende mit einer günstigeren Altersvorsorge wie Sparplänen viel mehr Rendite und damit einen höheren Lebensstandard in der Rente herausholen. Als besonders attraktiv erweisen sich fondsbasierte Sparpläne, die hohe Renditechancen mit niedrigen Kosten kombinieren. An Gebühren fallen nur der Ausgabeaufschlag und die überschaubaren jährlichen Verwaltungsgebühren an, weit weniger als bei Riester-Verträgen. Bis zum Rentenbeginn können sich Anleger eine ansehnliche Summe zusammensparen. Wer dann statt einem Kapitalbetrag die Sicherheit einer lebenslangen Rente bevorzugt, kann die Summe in eine Sofortrente einzahlen.

Geringe Flexibilität bei Riester-Policen

Die Nachteile der Riester Rente zeigen sich auch bei der Flexibilität. So binden sich die Sparer faktisch bis zum Lebensende an den Vertrag. Grundsätzlich können sie ihn zwar jederzeit kündigen, doch dann müssen sie erhebliche finanzielle Einbußen in Kauf nehmen. Erstens müssen sie sämtliche staatliche Zulagen zurückzahlen. Zweitens verlangen Anbieter hohe Kündigungsgebühren, ohne drittens die bisher einbehaltenen Kosten wie Abschlussgebühren zu erstatten. Im schlimmsten Fall haben Vorsorgende jahrelang gespart und verlieren bei einer Kündigung einen schmerzhaft hohen Anteil ihres Geldes.

Für eine solche Kündigung kann es immer gute Gründe geben. Vielleicht geraten Verbraucher in finanzielle Nöte und müssen dringend Schulden begleichen oder Kredite bedienen. Dann sollten Betroffene in der Regel ihre Ersparnisse dafür aufwenden, weil sie ansonsten hohe Kosten für Mahnverfahren und Zinsen stemmen müssen. Die Riester Rente Nachteile führen aber meist dazu, dass sie zwischen Pest und Cholera wählen müssen. Bei flexibleren Vorsorgeformen wie Sparplänen verhält sich das anders: Bei den meisten Anbietern können sie gebührenfrei oder zumindest zu deutlich niedrigeren Kosten Geld entnehmen.

Riester Rente Nachteile gibt es auch beim Renteneintritt: Zum einen können sich Sparer höchstens 30 % des Gesamtkapitals per einmaliger Auszahlung überweisen lassen, alles andere muss der Versicherer für monatliche Rentenzahlungen verwenden. Es können aber vernünftige Gründe vorliegen, warum Rentner auf einen größeren Betrag zugreifen wollen. Vielleicht reicht ihre staatliche Rente für den Lebensunterhalt und mit der zusätzlichen Altersvorsorge wollen sie eine größere Anschaffung finanzieren. Noch dramatischer wirkt sich eine weitere Regelung des Staates aus: Empfänger einer Riester-Rente müssen in Deutschland oder in einem EU-Mitgliedsland leben. Andernfalls fordert der Staat sämtliche Zulagen zurück.

Mehr zum Thema