Rürup Rente Steuererklärung

Rürup in der Steuererklärung

Selbstständige und Freiberufler können die Beiträge zur Rürup Rente in der Steuererklärung angeben und dadurch attraktive Steuervorteile erlangen. Die Basisrente nach dem Rürup-Modell gehört zur Altersvorsorge der ersten Schicht nach dem Alterseinkünftegesetz. Das bedeutet, dass sie ähnlich der gesetzlichen Rentenversicherung steuerliche Förderung erhält. Während Arbeitnehmer die Freibeträge meist schon durch eigene Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung ausgeschöpft haben, bietet die Rürup-Rente besondere Steuervorteile für alle, die nicht rentenversicherungspflichtig sind.

Voraussetzungen beachten

Rürup Rente

Um eine Rente nach Rürup in der Steuererklärung berücksichtigen zu dürfen, müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein. Die Auszahlung des angesparten Kapitals kann nur als Monatsrente erfolgen, frühestens ab Vollendung des sechzigsten Lebensjahres. Eine Kapitalabfindung ist ebenso aus geschlossen wie Beleihung, Verkauf oder Vererbung. Die steuerlichen Vorteile werden also mit einer eingeschränkten Flexibilität der Rürup Rente erkauft.

Hohe Freibeträge für die Altersvorsorge

Sind die Voraussetzungen erfüllt, können die in der Ansparphase zu zahlenden Beiträge zum Aufbau der Rürup Rente in der Steuererklärung als Sonderausgaben angesetzt werden. Der Gesetzgeber stellt die Beiträge stufenweise von der Steuer frei. Der Sonderausgaben-Abzug war erstmals 2005 möglich, und zwar in Höhe von 60 % der Beiträge. Dieser Anteil steigt jährlich um zwei Prozentpunkte, so dass nach zwanzig Jahren im Jahr 2025 die vollen 100 % erreicht sind.

Neben der prozentualen Begrenzung ist gleichzeitig ein Höchstbetrag zu beachten. Bis 2014 betrug er 20.000 EUR für Ledige und 40.000 EUR für gemeinsam zur Einkommensteuer veranlage Ehepartner. Seit 2015 gibt es eine regelmäßige Anpassung dieser Grenzen, die von der Entwicklung des Beitragssatzes und der Beitragsbemessungsgrenze der knappschaftlichen Rentenversicherung abhängt. Im Ergebnis können also sogar mehr als 20.000 EUR bzw. 40.000 EUR abgesetzt werden.

Prinzip der nachgelagerten Besteuerung

Auch in der Rentenphase folgt die Besteuerung der Rürup Rente der gesetzlichen Rentenversicherung. Da die Beiträge nach dem oben beschriebenen Stufenmodell zunehmend aus unversteuertem Einkommen stammen, sind die Rentenzahlungen zu versteuern. Dieses Vorgehen wird als nachgelagerte Besteuerung bezeichnet und soll Anreize schaffen, Arbeitseinkommen in eine private Altersvorsorge einzubringen.

Der Vorteil für den Versicherungsnehmer der Rürup Rentenversicherung ergibt sich daraus, dass der Steuertarif in Deutschland progressiv ist, höhere Einkommen also einem höheren Steuersatz unterworfen sind. Die meisten Menschen erzielen während des Erwerbslebens mehr Einkommen als im Alter. Die nachgelagerte Besteuerung bewirkt also, dass Steuervorteile in einer Zeit höherer Steuersätze genutzt werden, während die Besteuerung der Rente erst später zu einem niedrigeren Satz erfolgt.

Für die Steuer auf die Rürup Rente gilt ein anderes Stufenmodell als für die Beiträge: Der steuerpflichtige Anteil ist hier abhängig vom Jahr des Rentenbeginns und gilt dann durchgängig für die gesamte Laufzeit der Rente. Die Staffel startete 2005 mit 50 %. Wie bei den Beiträgen gelten zunächst Stufen von zwei Prozentpunkten jährlich, ab 2020 dann ein Prozentpunkt, bis im Jahr 2040 die 100 % erreicht sind.

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