Sichere Geldanlage

Geld sicher anlegen, das ist keine Zauberei

Den über alle Zweifel erhabenen Königsweg für eine sichere Geldanlage, den gibt es nicht. Bei der Frage, wo man sein Geld sicher anlegen kann, kommt man nicht umhin, zwischen verschiedenen, sich widerstrebenden Faktoren abzuwägen. Ideal wäre eine Anlage, die sicher ist, über die man jederzeit verfügen kann, und die zudem auch noch ordentliche Gewinne erbringt. Alles zusammen geht aber nicht. Für ein hohes Maß an Sicherheit muss ich Abstriche bei der Rendite in Kauf nehmen.

Höhere Gewinne gehen immer mit höheren Risiken einher. Aber auch der Wunsch, über mein Vermögen jederzeit frei verfügen zu können, schmälert die Ertragsaussichten und verhindert langfristige Garantien. Die Fachliteratur spricht hier gerne vom magischen Dreieck der Geldanlage, um das Spannungsverhältnis zwischen den Faktoren Sicherheit, Liquidität und Rentabilität dar zu stellen. Mit Magie oder Zauberei hat das allerdings weniger zu tun, umso mehr mit einem sachlichen Abwägen realistischer Chancen und Gefahren. Aber welche Risiken bestehen denn eigentlich konkret bei Geldanlagen?

Bonitätsrisiko

Geldanlage

Wenn Sie einen Kredit aufnehmen wollen, werden Sie den nur bekommen, wenn ihre Bank davon überzeugt ist, dass Sie das Geld auch zurückzahlen und die Zinsen bedienen können. Bei der Kapitalanlage ändert sich die Rollenverteilung. Sie selbst werden zum Geldgeber und müssen die Bonität derjenigen beurteilen, denen Sie ihr Geld leihen. Zu dieser Kategorie gehören so unterschiedliche Produkte wie das Tages- oder Festgeldkonto, Sparbriefe und Sparverträge, aber auch Staatsanleihen, Pfandbriefe und Unternehmensanleihen. Bei den Sparprodukten einer Volksbank, Sparkasse oder Direktbank sind die Risiken äußerst gering. Durch die gesetzliche Einlagensicherung sind Summen bis zu einer Höhe von 100.000 Euro voll abgesichert. Bei vielen Instituten gilt der Schutz auch noch für weitaus höhere Beträge. Wer sicherheitsorientiert sparen will, ist hier an der richtigen Adresse.

Bei der Investition in Rentenpapiere oder Anleihen handelt es sich hingegen um Schuldverschreibungen. Der Anleiheemittent verspricht die regelmäßige Zahlung feststehender Zinsen und die Rückzahlung des geliehenen Geldes zum Nennwert am Ende der Laufzeit. Eine Garantie dafür gibt es häufig nicht. Während Pfandbriefe von Hypothekenbanken durch Grundstücke oder Immobilien abgesichert werden, besteht bei Staatsanleihen gar kein direkter Schutz. Trotzdem ist eine deutsche Bundesanleihe das Sicherste, was man auf dem Rentenmarkt finden kann. Die Bundesrepublik Deutschland kann im Prinzip nicht zahlungsunfähig werden. Das Gleiche gilt auch für solide Staatsanleihen aus Österreich, der Schweiz, Finnland, Dänemark oder Großbritannien. Um eine Orientierung zu geben, wo man Geld sicher anlegen kann, bewerten große Rating-Agenturen regelmäßig die Kreditwürdigkeit von Staaten. Beurteilt werden aber auch große Unternehmen, die das Instrument der Anleihe zunehmend zur Fremdfinanzierung nutzen. Wenn Sie nicht gerade in Schrottanleihen investieren, brauchen Sie sich um das hier angelegte Geld, keine großen Sorgen zu machen. Es wird sich allerdings auch nur sehr spärlich vermehren.

Kurs-Risiko

Bei allen börsennotierten Wertpapieren spielen Kursschwankungen eine wichtige Rolle. Wenn Sie direkt in Aktien investieren, müssen Sie damit rechnen, dass die Kurse auch mal tief in den Keller sinken können. Bei erfolgreichen Unternehmen darf man sich zwar über satte Kursgewinne und gute Dividenden freuen. Im Falle einer Insolvenz verliert man aber sein gesamtes Kapital. Um diesem Risiko zu begegnen, entstand in den Dreißigerjahren des letzten Jahrhunderts die Idee des Investmentfonds. Dabei wird das Geld von Anlegern gesammelt und von einer Kapitalverwaltungsgesellschaft in verschiedene Aktien oder Anleihen angelegt. Durch die möglichst breite Streuung des Vermögens auf verschiedene Werte soll das Risiko minimiert werden. Wenn die eine Aktie schwächelt, kann dies durch den Erfolg einer anderen ausgeglichen werden. Ein weiterer Vorteil von Fonds im Vergleich zu Aktien, besteht darin, dass mein Geld als Sondervermögen betrachtet wird und somit einen besonderen rechtlichen Schutz genießt.

Vor den Risiken schwankender Kurse schützt das allerdings nicht. Gewinne ergeben sich vor allem aus der Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis der Fondsanteile. Dabei müssen auch die Kosten für den Ausgabeaufschlag und die Verwaltung erst erwirtschaftet werden. Langfristig erzielen viele Fonds sehr ordentliche Erträge. Dass Kurse sich vorübergehend auch mal nach unten bewegen, kann aber niemand ausschließen. Und wer gerade zu diesem Zeitpunkt auf sein Geld zugreifen muss, der macht ein Verlustgeschäft. Am Besten fährt derjenige, der Kursschwankungen an den Börsenmärkten geduldig aus sitzen kann. Breit aufgestellte Investmentfonds bieten langfristig gute Ertragschancen bei überschaubarem Risiko. Um Kapitalerträge zu sichern, muss man sie zum richtigen Zeitpunkt in Anlagen mit geringerem Risiko umschichten. Eine gute Orientierung bei der Suche nach Produkten, die sich auch zum Fondssparen eignen, bietet der Fonds-Finder der Stiftung Warentest.

Währungsrisiko

Bei der Suche nach einer Möglichkeit, wo man Geld sicher anlegen kann, ohne auf ordentliche Renditen zu verzichten, stoßen Anleger auch auf die Möglichkeit in Fremdwährungsanleihen zu investieren. Insbesondere wenn im eigenen Währungsraum die Zinsen auf ein niedriges Niveau gesunken sind, lockt die Aussicht auf höhere Erträge in anderen Regionen der Welt. Doch auch das ist nicht frei von Risiken. Wechselkurse sind nicht auf ewig in Stein gemeißelt, sondern von vielen Faktoren abhängig und nur schwer vorhersehbar. Plötzliche Schwankungen kann keiner ausschließen. Gewinne, die man aufgrund der höheren Verzinsung erzielt, werden schnell aufgezehrt, wenn der Devisenkurs innerhalb des Anlagezeitraumes nachgibt.

Ein deutlich geringeres Risiko besteht hingegen bei der Einrichtung eines Tagesgeldkontos in fremder Währung. Entwickeln sich die Wechselkurse ungünstig, kann man sein Geld jederzeit sichern. Vorausgesetzt man hat es rechtzeitig bemerkt. Vermögen auf Konten, die nicht in einer EU-Währung geführt werden, unterliegen allerdings nicht der gesetzlichen Einlagensicherung, selbst wenn sie bei einer deutschen Volksbank geführt werden. Auch Geldanlagen in Schweizer Franken, japanische Yen oder US-Dollar werden von diesem Schutz nicht erfasst.

Inflationsrisiko, Marktrisiko

Weltweit hat die Verschuldung von Staaten in den letzten Jahren und Jahrzehnten stark zugenommen. Gleichzeitig versuchen Zentralbanken, die Wirtschaftskrise dadurch in den Griff zu bekommen, dass sie mehr Geld in Umlauf bringen. Diese Strategie erhöht das Inflationsrisiko. Zu dem Problem wo man sein Geld sicher anlegen kann, um es vor Entwertung zu schützen, bieten sich verschiedene Strategien an. Wer sicherheitsorientiert sparen möchte, könnte einen Teil seines Vermögens in inflationsindexierte Anleihen legen. Dabei wird der Ertrag an die Entwicklung der Inflation gekoppelt. Bei niedriger Inflationsrate ist die Verzinsung dieser Papiere entsprechend dünn. Falls die Geldentwertung aber deutlich zunimmt, ist man damit auf der sicheren Seite.

Eine Investition in Sachwerte wird gerne empfohlen, als das Sicherste, was man tun kann, um den Wert seines Vermögens zu schützen. Insbesondere Edelmetalle, Rohstoffe und Immobilien sind in Krisenzeiten sehr beliebt. Die Inflation kann Gold- und Silberbarren tatsächlich nichts anhaben. Sie sind selten, lassen sich von keiner Zentralbank einfach vermehren und bleiben dadurch auch langfristig wertvoll. Auch vom Auf und Ab der Börsenkurse sind sie nur wenig beeinflusst. Wie viel sie tatsächlich einbringen, hängt aber stark vom Zeitpunkt des Kaufs und Verkaufs ab. Der Markt dafür ist relativ klein und darum auch von großen Kursschwankungen geprägt. Sichere laufende Erträge, wie sie bei den meisten Geldanlagen üblich sind, gibt es nicht. Zudem muss man sich um Sachwerte auch immer ein Stück weit kümmern, um ihren Wert zu erhalten. Das gilt genauso für Immobilien. Und in diesem Bereich kommen noch mehr Unwägbarkeiten ins Spiel. Neben dem Zustand einer Immobilie spielt, für deren Marktwert, auch der Standort eine entscheidende Rolle. Wie attraktiv eine bestimmte Lage langfristig eingeschätzt wird, hängt aber von vielen Faktoren ab, auf die man individuell keinen Einfluss hat.

Wo man sein Geld sicher nicht anlegen sollte

Auf dem Finanzmarkt nimmt die Zahl neuer Produkte stetig zu. Besser wird das Angebot dadurch kaum. Vielmehr entstehen immer mehr Mischprodukte, die versuchen Dinge unter einen Hut zu bringen, die nicht zusammen passen. Wer Ihnen eine erstklassige Rendite ohne Risiko verspricht, der versucht Sie an der Nase herum zu führen. Und wenn Ihnen jemand eine Anlagestrategie schmackhaft macht, die in jeder Marktsituation hohe Gewinne erbringt, dann will man Sie auf spekulatives Glatteis führen. Solche Angebote sind mit großer Vorsicht zu genießen. Gut schlafen kann man hingegen, wenn man nur Produkte kauft, die man auch durchschaut, und wenn man die Risiken so breit wie möglich streut.

Informationsquellen zu der Frage wo man sein Geld sicher anlegen kann, gibt es im Internet reichlich. Das Qualitätsniveau ist dabei sehr breit gestreut. Unter anderem bietet die Stiftung Warentest eine Menge gut recherchierter Informationen, die für Anleger aus Österreich und Deutschland gleichermaßen wertvoll sind. Das umfangreiche Angebot ist zwar nicht ganz kostenlos. Dafür darf man sich aber darauf verlassen, dass die Empfehlungen und Bewertungen so unabhängig und objektiv wie möglich geliefert werden.

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