Sparen

Richtig sparen mit einer klugen Strategie

Erfolgreiches Sparen basiert auf einer überlegten Finanzstrategie. Zu viele Menschen lassen eine solche aber missen, sie wählen planlos Produkte aus. Dadurch entgeht ihnen Rendite, manche verlieren durch unvernünftige Investments viel Geld. Mit einem durchdachten Vorgehen lassen sich diese Ärgernisse meiden. Anleger sollten sich vor dem Abschluss von Kapitalanlagen fragen, ob sie mit dem Sparen etwas Bestimmtes erreichen wollen.

Sie sollten sich zudem mit dem Spannungsverhältnis aus Renditechancen und Sicherheit beschäftigen und einen zu den persönlichen Bedürfnissen passenden Finanzplan entwerfen.

Sparziele festlegen

Geldanlage

Im ersten Schritt sollten Sparer überlegen, welchen Zweck sie mit ihrer Geldanlage verfolgen wollen. Davon hängt ab, welche konkreten Produkte infrage kommen. So wollen Anleger vielleicht für das Alter vorsorgen. Ein niedrig verzinstes Tagesgeldkonto macht dafür wenig Sinn. Stattdessen sollten sie eine Riesterrente abschließen, da der Staat dafür attraktive Zulagen zahlt. Wer keinen Anspruch auf diese Förderung hat, sollte alternativ eine Rürup-Rente wählen. Diese fördert der Staat in Form von Steuererleichterungen, Versicherte können ihre Beiträge in einem üppigen Umfang bei der Steuererklärung geltend machen. Als zusätzliche Altersvorsorge können sich Lebensversicherungen empfehlen, mit denen Versicherungsnehmer zugleich ihre Angehörigen finanziell absichern.

Wer auf ein näherliegendes, konkretes Ziel spart, sollte ebenfalls einige Tipps beherzigen. Ein Beispiel soll diese verdeutlichen: Jemand möchte in fünf Jahren ein Auto kaufen und das Geld bis dahin sparen. Eine bereits vorhandene Summe sollte er in diesem Fall sicher anlegen, zum Beispiel in Sparbriefe mit fünfjähriger Laufzeit. Am Ende dieser Laufzeit erhält der Sparer seine Anlage zu einhundert Prozent inklusive der zuvor fest vereinbarten Zinsen zurück. Gegebenenfalls werden diese Zinsen auch währenddessen jedes Jahr ausgezahlt, diese sollten Anleger auf einem Tagesgeldkonto parken. Solche Festgeldanlagen bestechen durch ein Höchstmaß an Planbarkeit, welche bei einem fixen Sparziel zu einem unverrückbaren Zeitpunkt unverzichtbar ist. Dazu eignen sich auch Sparpläne, die in diesem Beispiel ebenfalls nach fünf Jahren enden sollten. Bei Sparplänen sparen Kunden einen regelmäßigen Beitrag, den die Bank meist monatlich oder vierteljährlich abbucht. Schon mit geringen Summen kommen so erkleckliche Beträge zusammen.

Aktien und Aktienfonds taugen für einen solchen Zweck dagegen nicht. Diese Finanzprodukte unterliegen ständigen Kursschwankungen. Würden sich die Kurse nach fünf Jahren gerade im Tief befinden, würde erstens das Geld vielleicht nicht reichen. Zweitens müssten Sparer zu einem ungünstigen Zeitpunkt verkaufen, in der Folge würden sich die Kurse wahrscheinlich wieder erholen. Solche Investments sollten Anleger deshalb nur tätigen, wenn sie kein fest terminiertes Sparziel definieren und sie somit flexibel verkaufen können. Obwohl es sich bei der Altersvorsorge um ein fixes Ziel handelt, können Sparer hierfür dennoch Aktien und Aktienfonds einsetzen. Sie müssen nur wenige Jahre vor der Rente diese Papiere nach und nach in sichere Geldanlagen umschichten. Viele aktienbasierte Rentenversicherungen machen das automatisch. Wer auf eigene Faust in Börsenpapiere investiert, muss dies selbst erledigen.

Zwischen Renditechancen und Sicherheit

Manche Investmentgesellschaften versprechen eine hohe Rendite bei einer hohen Sicherheit: Bei solchen Angeboten sollten Sparer größte Vorsicht walten lassen, es handelt sich um unseriöse Investments. Beides zugleich gibt es nicht. Mit einer höheren Renditechance geht immer ein höheres Risiko einher. Wer ein Höchstmaß an Sicherheit bevorzugt, muss sich mit eher geringen Zinsen begnügen. Das gilt zum Beispiel für Festgelder, Tagesgeldkonten und Sparpläne. Bei diesen Produkten garantiert der Staat Einlagen bis zur Höhe von einhundert Prozent. Vor einer Bankenpleite muss sich somit niemand sorgen. Wer dagegen eine höhere Renditechance wünscht, muss größere Risiken wie zum Beispiel die Möglichkeit von Kursverlusten an den Börsen hinnehmen.

Wie Sparer dieses Spannungsverhältnis für sich auflösen, hängt von zwei Faktoren ab. Zum einen kommt es auf die bereits erwähnten Sparziele an. Bei festen Terminen in naher Zukunft empfehlen sich immer sichere Anlagen. Zum anderen gesellt sich der Aspekt des Anlegerprofils. Manche sparen lieber risikofreudiger, andere können bei einer solchen Strategie nachts nicht mehr schlafen. Jeder sollte deshalb nur solche Produkte wählen, dessen Risiken er ohne Probleme tragen kann. Das setzt aber voraus, dass Sparer von möglichen Risiken wissen. Sie sollten sich deshalb bei jeder Geldanlage umfassend über eventuelle Gefahren informieren.

Generell gilt bei der Frage, ob mehr Sicherheit oder mehr Risiko: Niemand sollte zu einseitig anlegen. Wer über ausreichend Kapital verfügt, sollte nicht das gesamte Geld in sichere Papiere mit eher niedrigen Zinsen stecken. Mit zumindest einem kleinen Teil des Kapitals sollten diese Sparer die hohen Renditechancen der Börsen nutzen. Renditefreudige sollten wiederum die Sicherheit nicht vernachlässigen. Für sehr riskante Geschäfte wie Optionsscheine sollten sie nur einen minimalen Anteil ihres Geldes aufwenden. Sie sollten auch nicht das gesamte Kapital in Aktien investieren. Stattdessen sollten sie an die Vermögensabsicherung denken, dafür eignen sich zum Beispiel Anleihen, Immobilienfonds und Gold.

Der optimale Mix an Geldanlagen

Erstens muss die Mischung aus renditeträchtigeren und sicheren Investments stimmen. Zweitens muss auch der Mix innerhalb dieser Kategorien passen. Bei den sicheren Kapitalanlagen bedeutet das zum Beispiel, dass Anleger mit verschiedenen Laufzeiten sparen. Grundsätzlich bieten zum Beispiel Sparbriefe mit längeren Laufzeiten mehr Zinsen als welche, die nur ein bis drei Jahre dauern. Deswegen sollten Sparer zum einen solche besser verzinsten Papiere in Betracht ziehen. Zum anderen dürfen sie aber auch nicht das gesamte Geld auf viele Jahre binden. Während der Laufzeit kommen sie nicht an ihr Kapital heran. Ergibt sich dann überraschender Geldbedarf, stehen Anleger vor einem großen Problem. Deswegen sollten sie eine Reserve auf dem Tagesgeldkonto parken, von dort können sie täglich abbuchen. Dies ergänzen sie bestenfalls mit kurz-, mittel- und langfristigen Anlagen. Dabei sollten sie aber das momentane Zinsniveau im Auge behalten. Liegt dieses aktuell tief und gibt es Hoffnung auf Zinserhöhungen, sollten Sparer ihr Kapital nicht lange binden. Dann können sie zu einem späteren Zeitpunkt zu attraktiveren Konditionen sparen.

Dem optimalen Mix kommt bei renditeträchtigeren Anlagen eine noch höhere Bedeutung zu. Nur wer auf Risikostreuung setzt, reduziert die finanzielle Gefahren. So können einzelne Aktien immer an Wert verlieren, auch wenn sich die Kurse insgesamt nach oben entwickeln. Vielleicht hat ein Unternehmen auf die falschen Produkte gesetzt und kann mit der Konkurrenz nicht mehr mithalten und deshalb setzt ein Kurssturz ein. Solche Gefahren verringern Sparer, indem sie mehrere Aktien aus unterschiedlichen Branchen kaufen. Auch einzelne Branchen können sich entgegen des Markttrends negativ entwickeln, das zeigt das Beispiel der Solarindustrie. Eine solche Strategie der Risikostreuung lässt sich entweder mit selbst gewählten Einzelaktien oder mit Investmentfonds realisieren. Investmentfonds haben dabei den Vorteil, dass sich dieser Anspruch bereits mit geringen Anlagesummen umsetzen lässt.

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