Vorsorge Lebensversicherung

Sind Lebensversicherungen sinnvoll?

Zur Vorsorge eine Lebensversicherung abzuschließen, stellt nur eine Alternative unter vielen dar, um für den Ruhestand vorzusorgen. Heute existieren zahlreiche andere Möglichkeiten, das eigene Alter finanziell abzusichern. Aus diesem Grund sollte jeder Verbraucher die Vor- und Nachteile einer Lebensversicherung genau abwägen, bevor er sich für dieses Finanzprodukt entscheidet. Diese Empfehlung bezieht sich ausschließlich auf Kapitallebensversicherungen. Risikolebensversicherungen, mit denen Familienangehörige für den Fall des vorzeitigen Versterbens des Hauptverdieners abgesichert werden, sind unentbehrlich für den Schutz von Kindern und Ehepartnern.

Lebensversicherungen

Wer für die Vorsorge eine Lebensversicherung abschließen möchte, sollte sich darüber klar werden, dass er einen Vertrag mit sehr langer Bindungsdauer eingeht. In der Regel entscheiden sich junge Leute für eine Lebensversicherungspolice und müssen dann jahrzehntelang Beiträge für ihren Versicherungsvertrag aufbringen. Wenn sie dazu nicht mehr in der Lage sind, erleiden Sie bei einer vorzeitigen Kündigung in der Regel erhebliche Verluste. Sie bekommen meist nur den Rückkaufwert, der nach kurzer Vertragsdauer sogar unter der Summe der eingezahlten Versicherungsprämine liegen kann, weil anfangs bei den meisten Verträgen die Gebühren für die Vermittlung in einer Summe abgezogen werden. Aus diesem Grund sollte eine Lebensversicherung zur Vorsorge nur für Personen in Frage kommen, die aller Voraussicht nach in der Lage sind, die Beiträge immer ohne Probleme zu leisten. Alle anderen Verbraucher sind mit flexibleren Sparformen besser beraten.

Chancen und Risiken von Lebensversicherungen

Bei einer kapitalbildenden Lebensversicherung wird ein Teil der Beiträge für den Todesfallschutz verwendet und ein Teil als Kapital für die Altersvorsorge angespart. Die Verzinsung des Sparanteils richtet sich nach der Höhe des im Zeitpunkt des Vertragsabschlusses festgelegten Garantiezinses. Dieser gilt für die gesamte Laufzeit der Police, auch wenn es später zu erheblichen Veränderungen des allgemeinen Marktzinses an den Kapitalmärkten kommt. Aus dieser Tatsache folgt unmittelbar, dass es sinnvoll ist, zur Vorsorge eine Lebensversicherung abzuschließen, wenn der Garantiezins besonders hoch ist. Dies war zum Beispiel in den 90er Jahren der Fall. Versicherte, die damals eine Police abgeschlossen haben, profitieren in der heutigen Niedrigzinsphase von einer sehr hohen Verzinsung ihrer Verträge. Umgekehrt gilt aber auch, dass es wenig ratsam ist, einen Lebensversicherungsvertrag einzugehen, wenn der Garantiezins sich auf einem niedrigen Niveau befindet.

Während früher die Auszahlung von Lebensversicherungen steuerfrei war, fallen heute Steuern an, wenn auch in ermäßigtem Umfang. Die Beiträge zu einer Lebensversicherung können unter bestimmten Voraussetzungen von der Steuer als Vorsorgeaufwendungen abgezogen werden. Wie sehr der einzelne Verbraucher von diesen Regelungen profitiert, hängt stark von seiner individuellen Vermögens- und Einkommenssituation ab. Für Personen mit eher niedrigem Einkommen und Kindern kann es wegen der staatlichen Zulagen günstiger sein, eine Riester Rente abzuschließen.

Wer für die Vorsorge eine Lebensversicherung bevorzugt, sollte vor der Auswahl umfassende Informationen einholen. In Finanz- und Testfachzeitschriften findet man aussagekräftige Vergleiche von Lebensversicherungspolicen verschiedener Anbieter. Auch online informieren sich Verbraucher heute auf einschlägigen Finanzforen über die Konditionen und Performance verschiedener Policen. Allerdings sollte immer beachtet werden, dass sich aufgrund der langen Laufzeiten sowohl die Rentabilitätsentwicklung als auch die politischen Rahmenbedingungen für Lebensversicherungen stark verändern können. Aus diesem Grund ist es empfehlenswert, nicht ausschließlich auf eine Lebensversicherung zur Altersvorsorge zu setzen. Um eine Risikostreuung zu erreichen, sollte man auch parallel mit anderen Finanzprodukten für die Altersabsicherung sparen.

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