Vorzeitige Rente

Vorzeitig in Rente - Wie geht's?

Mehr Lebensqualität, Reisen und viel Zeit mit der Familie sind nur einige Dinge, die sich Rentner von ihrem Ruhestand wünschen. Viele möchten ihren Lebensabend genießen und erwägen, früher in Rente zu gehen. Aber geht dies so einfach und mit welchen Abstrichen muss ich rechnen?

Verwirrung beim Rentenalter

Rentenversicherung

Generell kann jeder mit 67 Jahren in Altersrente gehen. Dies ist das sogenannte Regelalter. Dieses gilt aber nur für Personen, die nach dem 1.1. 1964 geboren sind. Wer vorher Geburtstag hat, dem werden pro Jahr zwei Monate vom Renteneintrittsalter abgezogen. Wer also 1958 geboren ist, der kann mit 66 Jahren, Menschen die 1952 geboren sind, schon mit 65 Jahren in Rente gehen. Für alle, die vor 1947 geboren wurden, zählt noch das "alte" Rentenalter von 63 Jahren. Was sind nicht geändert hat: Jeder, der Ansprüche auf eine Altersrente geltend machen möchte, muss mindestens fünf Jahre in die Rentenversicherung eingezahlt haben.

Früher in Rente - weniger Geld?

Menschen, die ihre vorzeitige Rente im Ruhestand genießen möchten, müssen einen Abschlag der Rentenzahlung hinnehmen. Je vorgezogenem Monat werden 0,3 Prozent der Rente abgezogen. Wer also drei Jahre früher in Rente geht, der erhält 10,8 Prozent weniger Rente. Ein Ausgleich wurde für die Menschen geschaffen, die länger als das Regelalter arbeiten möchten. Sie erhalten pro mehr gearbeitetem Monat einen Aufschlag von 0,5 Prozent auf ihre Altersrente.

Abschlagsfrei in den Ruhestand

Eine Neuerung des beschlossenen Rentenpakets ist die Möglichkeit, auch abschlagsfrei seine Rente antreten zu können. Benötigt werden dazu 45 Jahre Arbeitszeit, in denen Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung gezahlt wurden. Dies soll besonders Arbeitnehmer begünstigen, die langjährig versichert waren. Auch Selbstständige, die mindestens 18 Jahre lang pflichtversichert und danach freiwillig versichert waren, kommen in den Genuss der abschlagsfreien Rentenzahlung. Zu den erforderlichen 45 Jahren Beitragszahlung zählen aber nicht nur Arbeitsjahre. Auch Zeiten der Kindererziehung, Zeiten der Pflege, zum Beispiel von Angehörigen oder Wehrdienst zählen dazu. Außerdem dazu zählen der Bezug von Arbeitslosengeld I nach Arbeitslosigkeit (Achtung, hierzu zählt nicht Sozialgeld oder "Hartz IV"), oder Bezüge von Ersatzleistungen wie Kurzarbeitergeld oder Winterausfallgeld dazu.

Ausnahmefälle: Schwerbehinderung, Altersteilzeit und Frauen

Wer eine Schwerbehinderung nachweisen kann, der hat die Möglichkeit, die vorzeitige Rente mit 63 Jahren zu beantragen, sofern er vor 1964 geboren ist. Dafür ist allerdings ein Schwerbehinderungsgrad von mindestens 50 Prozent nachzuweisen. Alle die nach 1964 geboren sind, können die abschlagsfreie Rente frühestens mit 65 beantragen. Die Altersteilzeit wird sowohl von Arbeitnehmern und Arbeitgebern gerne genutzt. Viele Senioren möchten zwar weiter arbeiten, können aber dem Druck eines 8-Stunden-Tages nicht mehr standhalten, während der Arbeitgeber die Erfahrung des Arbeitnehmers nicht missen möchte. Für alle, die 24 Monate in Altersteilzeit gearbeitet haben und von den zehn letzten Versicherungsjahren mindestens acht in die Rentenkasse eingezahlt haben, gibt es die Möglichkeit der abschlagsfreien Rente ab 65 Jahre. Die gilt allerdings nur für Jahrgänge vor 1951. Ein ähnliches Auslaufmodell zählt für Frauen, die vor 1951 geboren sind. Wer mindestens 15 Jahre Wartezeit, dazu zählt sowohl Arbeit als auch Kindererziehungszeit, und ab einem Alter von 40 Jahren, zehn Jahre in die Rentenkasse eingezahlt hat, der kann mit 65 Jahren abschlagsfrei die vorzeitige Rente genießen. Wer mit 60 Jahren in Rente gehen möchte, der muss mit einem Abschlag von 18 Prozent rechnen.

Fazit

Die neuen Regelungen der Bundesregierung begünstigen langjährig Versicherte und mit der Mütterrente, erhalten auch Eltern mehr Geld. Für alle nach 1964 geborenen gilt das Renteneintrittsalter von 67 Jahren, ein Alter, in dem viele schon längst den Ruhestand genießen möchten. Eine Zusatzrente, private Versicherungen und Vorsorge ist also besonders der jüngeren Generation zu empfehlen.

Mehr zum Thema