Windenergie Investieren

Windige Investition in neue Energie

In Windenergie zu investieren erfordert Risikobereitschaft und Fachkenntnisse, wenn das Investment nicht in einem Fiasko enden soll. Die meisten Windkraft-Fonds, die in der Zeit zwischen 1997 und 2005 aufgelegt wurden, können ihre Renditeversprechen nicht halten. Genussscheine von Prokon, einst einer der Vorreiter im Bereich Windkraft, sind durch den Zusammenbruch des Anlagesystems heute wertlos. Dennoch bietet nachhaltige Geldanlage in neue Energien wie einen Wind- oder Solarpark auch heute noch Chancen.

Kommanditbeteiligung an einem Windpark

Geldanlage

Die gängigste Form, in Windenergie zu investieren, ist die Zeichnung von Anteilen an einem geschlossenen Fonds. Im Gegensatz zu Anteilen an offenen Fonds sind diese nicht an der Börse frei handelbar. Es gibt nur eine begrenzte Zahl von Anteilseignern. Sobald die Kapitalanlagegesellschaft, die den Fonds konzipiert hat, das benötigte Geld zusammen hat, wird der Fonds geschlossen. Rechtlich bilden die Anleger meist eine Kommanditgesellschaft, jeder Einzelne ist mit seinen Anteilen als Kommanditist beteiligt und damit Unternehmer.

Aus der aufwändigen Konstruktion wird deutlich, dass ein Investieren in Windenergie nichts ist für Kleinsparer, die vielleicht 500 EUR anzulegen haben. Meist werden hohe Mindestbeteiligungen vorausgesetzt, zum Beispiel 5.000 oder sogar 10.000 EUR zuzüglich Ausgabeaufschlag. Die Laufzeit der Fonds beträgt zehn Jahre oder mehr. Die Anlage ist als spekulativ einzustufen, auch wenn die Werbung Gegenteiliges zu suggerieren versucht. Die Gründe, warum rund 60 % der schon lange am Markt aktiven Fonds die prospektierten Renditen nicht erreichen, sind viel zu optimistische Windprognosen und ein deutlich unterschätzter Wartungsaufwand für die Windräder. Neuere Anlagen müssten her, denn technischer Fortschritt hat zu stark gestiegener Effizienz der Windkraftanlagen geführt. Dafür fehlt es aber an frischem Kapital, und die Fondsgesellschaft selbst hat nicht unbedingt Interesse daran, weil ihre Einnahmen auch dann weiter fließen, wenn die Windräder einrosten.

Expertenmeinungen einholen

In Windenergie zu investieren, braucht Geduld und starke Nerven. Wer kurzfristig und sicher investieren will, liegt mit Windkraft daneben und sollte sich eher im Bereich Fest- und Tagesgeld umsehen, denn damit schläft man weit ruhiger. Vor allem ist aber Expertenrat gefragt, wenn es darum geht, die Spreu vom Weizen zu trennen. Wer kann als Laie schon beurteilen, ob der beabsichtigte Standort eines Windparks wirklich geeignet ist, wie realistisch die Prognosen sind? Das schließt aber nicht aus, dass es gute und seriöse Beteiligungsangebote gibt, deren Renditen einer gleich langen Anlage in Aktien voraussichtlich überlegen sein werden.

Über allen Investitionen in erneuerbare Energien hängt das Damoklesschwert der staatlichen Förderung. Die zunehmend kritische Haltung weiter Kreise der Bevölkerung zum Thema Atomenergie und die Proteste gegen die Nutzung fossiler Energieträger lassen zwar erwarten, dass regenerative Energie aus Wasser, Sonne und Wind auch in naher Zukunft noch gefördert werden wird. Über kurz oder lang müssen die Energien aber subventionsfrei kostendeckend angeboten werden, und das bringt die Kalkulation mancher Fonds mit Sicherheit durcheinander.

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