Zusatzrente

Gut versorgt mit einer Zusatzrentenversicherung

Experten stimmen darin überein, dass nur eine Zusatzrente die Rentenlücke schließen kann, die vielen Arbeitnehmern heute droht. Einer besonders kritischen Versorgungssituation im Alter sehen hierbei junge Arbeitnehmer, Geringverdiener und Frauen entgegen, die einen Teil ihres Erwerbsleben mit der Kindererziehung verbracht haben. Auch Selbstständige und Freiberufler, die nicht per Gesetz in der Rentenversicherung angemeldet sind und privat vorsorgen müssen, tragen ein erhöhtes Risiko in späteren Jahren auf die Grundsicherung angewiesen zu sein. Zusätzliche private oder staatlich geförderte Rentenversicherungen beispielsweise über einen Riestervertrag, Sparpläne oder den Erwerb von Immobilien können dem effektiv vorbeugen. Und auch das Eigenheim kann als Alterssicherung dienen, vorausgesetzt es ist rechtzeitig abbezahlt.

Steuervorteile mit Riester und Rürup

Rentenversicherung

Bei der Riester-Rente handelt es sich um eine Zusatzrente, mit der Arbeitnehmer gleich zweifach von staatlicher Förderung profitieren können. Zum einen werden die Beitragszahlungen mit einer Grundzulage plus einer zusätzlichen Zulage für jedes Kind des Versicherten gefördert. Zum anderen ist ein Teil der Einzahlungen im Rahmen der Sonderausgabenregelung steuerlich absetzbar. Im Gegenzug sind Versicherungsnehmer im Alter verpflichtet, ihre Bezüge zu versteuern. Ob sich der Abschluss eines Riestervertrages im Einzelfall lohnt, besprechen Verbraucher daher im Idealfall mit ihrem Steuerberater oder einem Versicherungsexperten. Grundsätzlich aber ist diese Form der Vorsorge für ältere Arbeitnehmer mit geringen Rentenansprüchen nicht empfehlenswert, da die Riesterbezüge der Grundsicherung angerechnet werden.

Für Selbstständige wurde in Anlehnung an das Riestersparen übrigens die Rürup-Rente ins Leben gerufen. Ähnlich wie beim Riestern können Versicherungsnehmer hier ordentlich sparen, da sie ihre Beitragszahlungen größtenteils von der Einkommenssteuer absetzen können. Staatliche Zulagen hingegen sind für Rürup-Sparer nicht vorgesehen. Nichtsdestotrotz ist diese Zusatzrente für Freiberufler empfehlenswert. Anders als andere Vorsorgeprodukte ist sie nämlich vor Beginn der Auszahlung pfändungssicher und bleibt dem Sparer erhalten, auch wenn er andere Verträge zugunsten seiner Gläubiger auflösen muss. Neben diesen staatlich subventionierten Altersrenten sind natürlich auch die Klassiker der Zusatzrentenversicherung für Vorsorger interessant.

Klassiker der privaten Vorsorge

Zu ihnen gehören der Fondssparplan, die Lebensversicherung und der Immobilienerwerb, wobei sich Verbraucher für gewöhnlich nicht für eine einzige Variante entscheiden, sondern eine Kombination aus zwei oder drei Anlageformen wählen. Fondsparpläne werden in der Regel jüngeren Kunden empfohlen, da die unvermeidbaren Kursschwankungen oder gar Kursstürze nur durch eine möglichst lange Laufzeit des Vertrages aufgefangen werden können. Dann aber winken dem Sparer überdurchschnittlich hohe Rendite auf seine Einlagen. Nach Ablauf der vereinbarten Einzahlungsphase kann das Vermögen in einem Betrag ausbezahlt oder aber in eine monatliche Rente umgewandelt werden. Dieselben Auszahlungsmodalitäten sieht auch die kapitalbildende Lebensversicherung vor, wobei diese nicht nur als Zusatzrente dient, sondern im Todesfall auch die Angehörigen des Versicherungsnehmers finanziell absichert.

Ob sich eine solche Versicherung in Zeiten historisch tiefer Zinsen noch lohnt, ist allerdings auch unter Experten umstritten und nicht nur vom Alter des Versicherten abhängig. Auch vertragliche Details wie die Vereinbarung oder der Verzicht auf einen Garantiezins spielen hierbei eine wichtige Rolle und sollten gemeinsam mit einem Fachmann erörtert werden. Grundsätzlich aber hat die Lebensversicherung als Altersvorsorge einiges an Attraktivität eingebüßt. Den gegenteiligen Effekt haben Tiefzinsphasen auf den Immobilienerwerb. Das Eigenheim gehört schon lange zu den beliebtesten Vorsorgeformen der Deutschen und hat mit sinkenden Bankgebühren noch weiter an Beliebtheit zugelegt.

Wird es damit doch auch für Personengruppen interessant, die beispielsweise kein Eigenkapital mitbringen oder sich nur geringe Tilgungsraten leisten können. Eben damit geht jedoch auch ein gewisses Risiko einher. Wer wenig tilgt, braucht unter Umständen dreißig Jahre oder mehr, um den Kredit vollständig abzuzahlen. Ein Zeitraum, der zu lang ist, um Lebensrisiken und weltwirtschaftliche Entwicklungen wie Krankheitsfall, Arbeitsunfähigkeit oder Entwicklung der Marktzinsen abzuschätzen. Kaufwillige sollten daher ehrlich analysieren, ob sie genug verdienen und ausreichend Rücklagen bilden können, um nicht nur den Kredit zu bedienen, sondern auch die wiederkehrenden Renovierungsarbeiten finanzieren können.

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