Zweckgebundene Spende

Zweckgebunden spenden: Vor- und Nachteile

Viele Hilfsbereite bevorzugen eine zweckgebundene Spende. Bei solchen Geldzahlungen verpflichten sich die gemeinnützigen Organisationen, das Geld ausschließlich für ein bestimmtes Projekt zu verwenden. Eine Spende zur medizinischen Betreuung von Opfern einer Naturkatastrophe in einem bestimmten Land darf eine Ärzteorganisation zum Beispiel nur dafür gebrauchen. Der Vorteil liegt darin, dass Spender genau bestimmen, für was ihr Geld ausgegeben wird. Dem steht der Nachteil gegenüber, dass Organisationen über keinerlei Flexibilität verfügen.

Zweckgebundene Spenden: Pro und Kontra

Richtig spenden

Zahlreiche Spender wollen konkrete Projekte unterstützen, deswegen erfreut sich die zweckgebundene Spende großer Beliebtheit. Sie wollen zum Beispiel konkret ein Jugendhaus finanzieren, bei der Errichtung von Schulen in Äthiopien helfen oder einer bestimmten Opfergruppe von Katastrophen und Kriegen unter die Arme greifen. In vielen Fällen macht diese Zweckgebundenheit Sinn. Hilfsorganisationen sammeln für eine klar umschriebene Aktion und setzen das Geld nur für den jeweiligen guten Zweck ein. Kostet ein Jugendhaus etwa 200.000 Euro, eignen sich zweckgebundene Beträge optimal. Alle haben ein Finanzierungsziel vor Augen, dank des greifbaren Projekts lassen sich Spendengelder meist leichter als bei allgemeinen Aktionen einwerben. Ein solcher Einsatz geht mit einem Höchstmaß an Transparenz einher, viele Spender schätzen das.

Allerdings kann sich eine zweckgebundene Spende auch als problematisch erweisen, deswegen verzichten manche internationale Organisationen darauf. Zu diesen zählt Ärzte ohne Grenzen. Diese Vereine haben die Erfahrung gemacht, dass sie insbesondere bei schweren Katastrophen zu viel zweckgebundenes Geld erhalten. Das lässt sich vorab kaum abschätzen, da sich die Rahmenbedingungen ändern können. Beispiel: Eine Organisation sammelt für die Opfer eines Tsunamis. Dafür sammeln aber auch andere Organisationen, zudem helfen Staaten und zwischenstaatliche Organisationen. Am Ende kann die Hilfsorganisation das Geld vielleicht nicht vollständig ausgeben, weil die gesamte finanzielle Unterstützung aller ausreicht. Dann haben sie zweckgebundene Summen auf ihrem Konto, das sie anders nicht ausgeben dürfen. Vereine wie Ärzte ohne Grenzen ziehen deshalb zweckungebundenes Geld vor. Das versetzt sie in die Lage, überschüssige Beträge flexibel für andere gute Zwecke einzusetzen.

Steuerliche Absetzbarkeit unabhängig davon

Für die Frage der steuerlichen Absetzbarkeit spielt die Zweckgebundenheit keine Rolle. Es kommt ausschließlich darauf an, ob das zuständige Finanzamt die jeweilige Organisation als gemeinnützig anerkennt. Trifft dies zu, können Spender ihre finanziellen Zuwendungen in der Einkommenssteuererklärung angeben und profitieren von einer steuermindernden Wirkung. Die konkrete Einsparung hängt vom individuellen Steuersatz ab. Bis zu einem Spendenbetrag von 200 Euro genügt als Nachweis der Einzahlbeleg. Bei höheren Summen müssen Spender eine Zuwendungsbestätigung einreichen, Vereine stellen diese in der Regel automatisch aus.

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