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Börsenkurse im Aktienhandel interpretieren

Der Börsenkurs ist der Preis, zu dem ein Finanzinstrument an der Börse gehandelt wird. Meist meint man den Aktienhandel, wenn man von Börsenkursen spricht. Aber nicht nur Aktien haben einen Preis an der Börse, auch Fonds, Schuldverschreibungen und sogar Wirtschaftsgüter wie Öl, Kaffee, Weizen, und natürlich die Edelmetalle wie Gold und Platin. Wer sich mit Börsenhandel auskennt, kann Kursentwicklungen nutzen, um seine Gewinne zu realisieren oder zumindest Verluste zu verhindern.

Nennwert und Kurswert

Manche Aktien haben einen Nennwert, der sich aus dem Grundkapital der Aktiengesellschaft geteilt durch die Anzahl der Aktien ergibt. Eine praktische Bedeutung hat der Nennwert aber kaum, es gibt sogar nennwertlose Aktien. Der Kurs an der Börse ergibt sich dagegen aus Angebot und Nachfrage. Wird von Analysten für einen Titel eine Kaufempfehlung ausgesprochen, steigen die Nachfrage und damit auch der Preis. Gibt es schlechte Nachrichten, zum Beispiel ein geplatztes großvolumiges Geschäft, werden Aktien verkauft. Wegen des höheren Angebots fällt dann der Kurs.

Steigen die Kurse auf breiter Front, nennen die Börsenprofis das einen Bullenmarkt, auch als Hausse bezeichnet. Schlechte Stimmung der Wirtschaft bedeutet einen sinkenden Börsenkurs vieler Papiere, das ist ein Bärenmarkt oder Baisse.

Voraussagen treffen per Chartanalyse

Börsenkurse lesen die Händler aus spezieller Software ab. Kurse in Echtzeit, sogenannte Realtime-Kurse, sind meist nicht kostenlos zu haben. Für den Laien reichen aber durchaus die Charts, die Kurse mit 15 oder 20 Minuten Zeitverzug anzeigen. Als privater Investor hat man ohnehin kaum eine Chance, auf Kursveränderungen innerhalb weniger Minuten oder sogar Sekunden zu reagieren. Allerdings lassen sich auch im Crashkurs durchaus Techniken erlernen, mit denen man aus den Börsenkursen empfohlene Kauf- oder Verkaufssignale ableiten kann.

Die technische Analyse oder Charttechnik ist nicht unumstritten, aber viele Experten glauben, mit mathematisch-statistischen Methoden künftige Entwicklungen voraussagen zu können. Sie gehen davon aus, dass sich Kursverläufe der Vergangenheit in ähnlicher Form wiederholen. Sie suchen deshalb nach markanten Werten, insbesondere nach Wendepunkten, die sie zu Trendlinien verbinden.

Liegen beispielsweise aufeinanderfolgende Hochpunkte auf einer aufsteigenden Linie, schließen sie daraus auf einen weiterhin steigenden Kurs. Tiefpunkte des historischen Kursverlaufs dienen bei der Festlegung von Unterstützungslinien. Werden sie durchbrochen, ist ein weiteres Abrutschen der Kurse zu erwarten. Ein Verkauf zu diesem Zeitpunkt realisiert zwar Verluste, schützt aber gleich vor einem noch stärkeren Einbruch. Das Gegenteil einer Unterstützungslinie ist der Widerstand. Wer Gewinne mitnehmen will, sollte verkaufen, wenn ein Kurs in Höhe der Widerstandslinie erreicht ist. Wird der Widerstand dagegen überschritten, wird daraus möglicherweise eine neue Unterstützungslinie.

Florian Gerber

Ich fing bei Null an und hatte mit 26 Jahren ein Nettovermögen von etwas mehr als einer Million Euro. Ich hatte wirklich eine gute Zeit. Das ist aber nur ein Teil der Wahrheit. Ich habe zu hoch gepokert. Meine Frau und ich haben im Laufe von zweieinhalb Jahren alles verloren. Danach habe ich alles gelesen, was ich in die Hände bekommen konnte. Auf MeineGeldanlage.com versuche ich, mein Wissen zu dokumentieren.