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Seriöse Spendenorganisationen am DZI-Siegel erkennen

Wer spendet, möchte wissen, ob eine Organisation transparent arbeitet und Spenden verantwortungsvoll verwendet. Das Spendensiegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI) zeigt, dass die Organisation geprüft wurde und festgelegte Standards erfüllt.

Das Siegel ist keine staatliche Zulassung und garantiert nicht die Wirkung einzelner Projekte. Prüfen Sie, ob es aktuell ist, und lesen Sie auch den Jahresbericht und den konkreten Spendenaufruf.

Was das DZI-Siegel prüft

Das DZI vergibt sein Siegel auf Antrag an Spendenorganisationen mit Sitz in Deutschland. Die Prüfung umfasst sieben Standards. Sie betreffen unter anderem den Zweck, den die Organisation in ihrer Satzung festgelegt hat, ihre Leitung und Aufsicht, die Spendenwerbung, die Verwendung der Spenden, Vergütungen, ihre Finanzberichte und ihre Transparenz.

Dabei geht es auch darum, ob eine Organisation wirtschaftlich arbeitet und ihre Ausgaben nachvollziehbar darstellt. Werbe- und Verwaltungsausgaben dürfen zusammen höchstens 30 Prozent der jährlichen Gesamtausgaben ausmachen. Das DZI prüft zusätzlich, ob die Organisation diese Ausgaben sparsam und wirtschaftlich einsetzt. Die Prozentzahl allein reicht daher nicht, um die Seriosität zu beurteilen.

Das DZI prüft außerdem, ob eine Organisation die Wirkung ihrer Arbeit beobachtet und die Ergebnisse für künftige Entscheidungen nutzt. Das Siegel bescheinigt damit die Einhaltung der Prüfstandards. Es verspricht nicht, dass jedes Projekt ein bestimmtes Ergebnis erzielt.

So läuft die Prüfung ab

Eine Organisation erhält das Siegel nicht automatisch. Sie muss Unterlagen einreichen, darunter die Satzung und einen Registerauszug. Außerdem gehören die Rechnungslegung und Werbematerialien dazu. Das DZI prüft, ob die Angaben und Unterlagen nachvollziehbar sind und den Standards entsprechen. Bei erheblichen Mängeln kann es den Antrag ablehnen.

Dafür muss das Finanzamt die Organisation als steuerbegünstigt anerkannt haben. Außerdem muss sie seit mindestens zwei Jahren tätig sein und öffentlich Spenden sammeln.

Das Siegel gilt jeweils ein Jahr und muss für eine Verlängerung erneut geprüft werden. Laut DZI führt das Institut nach drei umfassenden Prüfungen nur noch alle drei Jahre eine vollständige Prüfung durch. In den Jahren dazwischen prüft das DZI kürzer, berücksichtigt dabei aber weiterhin die wesentlichen Standards.

Siegel in der Datenbank prüfen

Ein Siegelbild auf einer Website oder in einem Spendenaufruf belegt für sich genommen nicht, dass die Organisation aktuell ausgezeichnet ist. Suchen Sie die Organisation deshalb in der DZI-Datenbank und gleichen Sie den Namen ab. So lässt sich prüfen, ob das Siegel für die konkrete Organisation gilt und noch aktuell ist.

Lesen Sie anschließend den Jahresbericht. Er sollte verständlich zeigen, welche Arbeit die Organisation leistet, woher ihre Einnahmen stammen und wofür sie Geld ausgibt. Vergleichen Sie diese Angaben mit dem Spendenaufruf: Ist klar, wer das Geld erhält und welchem Zweck es dienen soll? Eine seriöse Organisation sollte dazu verständliche Auskünfte geben.

Fehlendes Siegel richtig einordnen

Eine Organisation ohne DZI-Siegel ist nicht automatisch unseriös. Das Siegel ist freiwillig, die Prüfung kostet Geld und setzt eine gewisse Größe und Geschäftsdauer voraus. Kleinere oder jüngere Organisationen erfüllen deshalb möglicherweise nicht alle Voraussetzungen oder beantragen das Siegel nicht.

Fehlt das Siegel, prüfen Sie andere öffentlich zugängliche Angaben. Dazu gehören ein nachvollziehbares Impressum, erreichbare Kontaktmöglichkeiten, Informationen zu Verantwortlichen sowie aktuelle Tätigkeits- und Finanzberichte. Bleiben wichtige Fragen offen, fragen Sie nach und spenden Sie erst, wenn Sie die Antworten nachvollziehen können.

Auch die Hinweise des DZI zu einzelnen Organisationen helfen bei der Einschätzung. Das DZI unterscheidet zwischen Organisationen, von Spenden an die es abrät, und solchen, vor denen es ausdrücklich warnt. Das DZI gibt allerdings nicht zu allen Anbietern solche Hinweise. Dass eine Organisation dort nicht auftaucht, ist deshalb keine Bestätigung ihrer Seriosität.

Warnzeichen beim Spendenaufruf

Ein einzelnes Warnzeichen beweist keinen Betrug. Mehrere Auffälligkeiten zusammen sprechen aber dafür, den Aufruf genauer zu prüfen oder nicht zu spenden.

  • Druck zur sofortigen Entscheidung: Lassen Sie sich an der Haustür, auf der Straße oder online nicht zu einer schnellen Zahlung drängen. Dringlichkeit und aggressive Ansprache ersetzen keine überprüfbaren Informationen.
  • Viele Gefühle, wenig Fakten: Mitleid erregende Bilder oder dramatische Texte sollten klaren Angaben zur Organisation und zur Verwendung des Geldes nicht im Weg stehen.
  • Fehlende Kontaktdaten und Berichte: Fehlen ein nachvollziehbares Impressum, eine Adresse oder erreichbare Ansprechpersonen, fragen Sie nach. Dasselbe gilt, wenn Finanz- und Tätigkeitsberichte nicht zugänglich sind.
  • Unklarer Empfänger oder Spendenzweck: Der Aufruf sollte benennen, wer sammelt und wofür die Spende eingesetzt wird. Wenn der tatsächliche Empfänger unklar bleibt, lässt sich die Verwendung des Geldes schwer überprüfen.
  • Gefälschte Profile oder langfristige Verpflichtungen: Ein Logo oder ein Profil in sozialen Medien beweist nicht, dass der Auftritt echt ist. Prüfen Sie die Organisation über unabhängig ermittelte Kontaktwege. Unterschreiben Sie außerdem keine Dauerspende oder Fördermitgliedschaft unter Zeitdruck.