Fondssparplan

Fondssparen: Mit kleinen Summen Vermögen aufbauen

Ein Fondssparplan bietet Anlegern die Möglichkeit, mit geringen Beträgen auf lange Sicht ein stattliches Vermögen anzusparen. Im Gegensatz zum üblichen Fondserwerb entscheiden sie sich nicht zu einem bestimmten Termin für einen Einmalkauf, bei dem sie meistens eine Mindestanlagesumme von mindestens 250 Euro oder mehr übertreffen müssen. Stattdessen richten sie bei einer Bank eine Einzugsermächtigung über einen deutlich kleineren Betrag ein. Das Institut zieht die Summe beispielsweise monatlich oder quartalsweise ein und erwirbt dafür automatisch die vereinbarten Fonds.

Kleine Summen, große Wirkung

Investmentfonds auswählen und vergleichen

Die Mindestsummen bei so einem Fondssparplan betragen bei den meisten Instituten zwischen 20 und 30 Euro im Monat. Es handelt sich also um eine Summe, die sich fast jeder leisten kann. Bei einer positiven Kursentwicklung erwächst daraus aber ein ansehnliches Vermögen. Spart jemand zum Beispiel 30 Jahre lang jeden Monat 100 Euro an und gewinnt der Fonds jährlich im Schnitt 7 % an Wert, was mit Aktienfonds häufig zu erreichen ist, beläuft sich das Kapital am Ende auf über 108.000 Euro. Dabei hat der Anleger nur 36.000 Euro selbst eingezahlt, den Rest hat er der Rendite zu verdanken.

Dieses Beispiel zeigt, dass sich ein Fondssparplan insbesondere für eine zusätzliche private Altersvorsorge eignet. Bestenfalls beziehen Senioren später eine gesetzliche Rente sowie Zahlungen aus der staatlich geförderten Riester- oder Rürup-Rente und können zusätzlich auf einen Kapitalstock zurückgreifen, den sie sich mit Fondssparen gesichert haben. Mit einer solchen Anlageform lässt sich selbstverständlich auch für andere Zwecke sparen. Wichtig ist nur, dass die Sparziele in weiterer Zukunft liegen, bestenfalls mindestens fünf Jahre entfernt. Für kurzfristigere Zeiträume eignen sich andere Anlageformen wie Festgelder besser.

Ein Fondssparplan besticht zudem durch den regelmäßigen Erwerb von Anteilsscheinen zu festen Terminen, ohne dass der Anleger auf das aktuelle Kursniveau achten muss. Das macht sich oftmals positiv in der Rendite bemerkbar. Bei Einmalkäufen entscheiden sich viele Anleger für einen ungünstigen Zeitpunkt, an dem sich die Kurse gerade auf einem hohen Niveau befinden. Sinken sie anschließend, verkaufen viele in Panik und realisieren so Verluste. Mit einem Fondssparplan kann dies nicht geschehen. Bei einem Kurstief erwerben die Sparer weiterhin Anteile und dank des niedrigeren Preises mehr. Steigen die Kurse später wieder, streichen die Anleger Gewinne ein. Ein weiterer Vorteil bei dieser Anlageform besteht darin, dass sich die Investoren um fast nichts kümmern müssen. Sie müssen zu Anfang nur einen geeigneten Fonds auswählen, danach können sie sich zurücklehnen. Bei einmaligen Investitionen müssen sie dagegen stets die Märkte im Blick haben.

Fondssparpläne mit vielen Anlageschwerpunkten möglich

Einen Fondssparplan können Interessierte grundsätzlich mit jedem Fondstyp abschließen. Das konkrete Angebot hängt jeweils von der Bank ab. Die meisten führen aber mindestens Aktienfonds und Rentenfonds. Auch Gemischte Fonds mit einem Mix aus Aktien und Renten sowie preiswerte Indexfonds bieten die meisten an. Welchen Fondstyp Anleger wählen sollten, entscheidet sich an der individuellen Finanzstrategie. Aktienfonds bergen beispielsweise höhere Risiken als Rentenfonds, versprechen dafür aber auch deutlich höhere Renditen. Grundsätzlich gilt: Bei langen Anlagezeiträumen, etwa für die Altersvorsorge, sollten Sparer lieber die höheren Renditechancen von Aktienfonds nutzen. Zwischenzeitliche Kurstiefs müssen sie nicht schrecken. Bisher haben sich die Börsen nach schwierigen Zeiten jedes Mal wieder erholt und die bis dahin bestehenden Rekordstände übertroffen.

Bei Fondssparplänen müssen sich Anleger nicht auf einen Fonds beschränken. Sie können auch in mehrere Produkte investieren und so Risikostreuung verwirklichen. Denkbär wäre zum Beispiel ein Aktienfonds mit dividendenstarken Papieren aus Europa, ein Fonds mit viel versprechenden High-Tech-Werten und ein Fonds mit großen Aktiengesellschaften aus den weltweiten Industriestaaten. Eine optimale Anlagestrategie muss aber jeder für sich selbst entwickeln. Bei mehreren Investmentfonds verlangen die Banken meist die jeweils gültige Anlagesumme pro Fonds. Beträgt diese 25 Euro und spart jemand 100 Euro, könnte der Kunde sein Geld auf bis zu vier Produkte verteilen.

Worin sich die Angebote der Banken unterscheiden

In puncto Fondssparplan unterscheiden sich die Institute deutlich. Das betrifft unter anderem die Auswahl an Fonds. Manche begrenzen sie auf wenige Produkte. Einige beziehen auch nur Investmentfonds von einem Vertriebspartner oder einer Tochtergesellschaft ein. Bei anderen Banken können Kunden dagegen aus einer breiten Bandbreite an unterschiedlichen Fonds wählen. Eine große Bedeutung kommt auch der Frage zu, welche Mindestanlagesumme die Geldhäuser verlangen. Vereinzelt liegen die Beträge bei 100 Euro, was nicht jeder stemmen will oder kann. Zudem interessiert, wie flexibel Banken einen Fondssparplan handhaben. Bei einigen müssen sich Kunden für eine bestimmte Laufzeit binden und währenddessen verpflichtend die Beiträge leisten. Bei anderen Instituten genießen sie volle Flexibilität. Sie können die Sparraten jederzeit kürzen, erhöhen oder aussetzen und sie können immer die Fonds wechseln.

Auch die Kosten für die Investmentfonds verdienen Aufmerksamkeit. Die gewöhnlichen, jährlichen Verwaltungsgebühren fallen überall an. Beim Ausgabeaufschlag differieren die Banken aber. Vor allem Direktbanken locken mit attraktiven Rabatten. Kunden zahlen bei ausgewählten Produkten zumindest eine reduzierte Gebühr. Bei Sonderaktionen können sie sogar Sparpläne abschließen, bei denen die Bank auf Fonds dauerhaft keine Ausgabeaufschläge berechnet. Das erhöht die Rendite deutlich.

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